Wir sind nun schon in Australien angekommen, demnach findet ihr alle weiteren Einträge in der nächsten Rubrik Australien!

28.02.

Abschied von Neuseeland und Camperübergabe
Nach unserem letzten Frühstück im Camper mussten wir noch alle unsere Sachen packen und den Bus für die Übergabe vorbereiten. Das war doch deutlich mehr Arbeit, als wir dachten… Anschließend brachten wir den Camper bei Joanna und Jonathan vorbei, den neuen Besitzern. Diese fuhren uns netterweise noch bis zu unserer Unterkunft. Dann mussten wir nach 61 Tagen und über 9000 Kilometern von unserem Camper Abschied nehmen. Wirklich ein seltsames Gefühl unseren Bus, in den wir viel Arbeit und Zeit gesteckt haben, davonfahren zu sehen. Aber immerhin wissen wir, dass er in sehr guten Händen ist 🙂
Da wir schon morgen ganz früh um 5 Uhr am Flughafen sein müssen, haben wir uns extra eine Unterkunft in Flughafennähe mit Shuttle gesucht. Wir waren sehr positiv überrascht, dass die Unterkunft sogar viel schöner als auf den Fotos aussah. Super ausgestattet und sehr modern, sogar mit einer Küchenzeile.
Nach der langen Campingzeit wussten wir besonders den Comfort eines eigenen Badezimmers mit heißer Dusche sehr zu schätzen 😉
Dann mussten alle Sachen flugtauglich verpackt werden, das dauerte schon eine ganze Weile.
Einerseits sind wir ein bisschen traurig, dass unsere Zeit in Neuseeland schon vorüber ist. Immerhin ist dies bisher das Land, wo wir uns am längsten aufgehalten haben und eines unserer bisherigen Favoritenländer. Andererseits haben wir das Gefühl, dass wir sehr viel in der Zeit hier gesehen haben und es eigentlich nichts gibt, bei dem wir denken, dass wir etwas Wichtiges ausgelassen hätten. Wir hatten hier eine wirklich tolle Zeit und konnten viele spannende Erfahrungen sammeln, sei es das Wwoofing bei Sheryl und Scott oder auch unser Camperprojekt, das heute mit der Übergabe erfolgreich abgeschlossen wurde.
Wir freuen uns schon sehr auf die Westküste Australiens.

27.02.

Schwimmen mit Delfinen in Kaikoura
Nachdem uns seit langem noch mal der Wecker und nicht die Sonne geweckt hat, fuhren wir ca. 3 Stunden bis nach Kaikoura. Dort fand unsere Delfintour statt. Das Besondere an dieser Tour ist nicht nur, dass man mit den Tieren im Wasser ist, sondern auch, dass es sich um wild lebende Delfine handelt, die weder trainiert noch angefüttert werden. Jegliche Interaktion mit Delfinen ist also völlige Glückssache und im Briefing vor der Tour wurde man darauf hingewiesen, dass man keineswegs enttäuscht sein sollte, wenn die Delfine kein Interesse an einem zeigen und einfach wegschwimmen. Bestens ausgerüstet mit Neoprenanzug, Flossen, Tauchmaske und Schnorchel ging es dann aufs Boot. Außer uns waren noch 10 weitere Leute auf dem Boot, die mit den Delfinen schwimmen wollten, die anderen Passagiere hatten nur Zuschauerplätze gebucht. Sobald der Kapitän des Schiffes Delfine in unmittelbarer Nähe gesichtet hat, durften wir ins Wasser und versuchen, mit den Delfinen zu interagieren, z.B. indem man delfinähnliche Geräusche macht, sich mit ihnen im Kreis dreht oder gleichzeitig mit ihnen abtaucht. Was für ein Erlebnis, den Delfinen so nah sein zu können, einige von ihnen schwammen so nah an uns vorbei, dass wir sie berühren konnten. Ein Delfin schien sich besonders für uns zu interessieren, da er sich über 2 Minuten mit uns beschäftigte, sich um uns im Kreis drehte und immer wieder neben uns auftauchte. An einem deutlich erkennbaren Kratzer über dem Auge konnten wir ihn wiedererkennen.  Ein unbeschreibliches Gefühl, diesem eindrucksvollen Wesen direkt in die Augen schauen zu können.
Als wir uns abends die Unterwasservideos auf der Kamera anschauten, stellten wir erstaunt fest, welche Geräusche der besagte Delfin die ganze Zeit gemacht hatte. Unter Wasser mit der dicken Neoprenhaube haben wir diese gar nicht hören können. Ein wirklich krönender Abschluss unseres Neuseelandaufenthalts, wobei es uns den Abschied aus diesem wahnsinnig vielfältigen und landschaftlich beeindruckenden Land nicht leichter macht.

26.02.

Autoverkauf
Nachdem wir uns gestern Abend noch mit den beiden Käufern auf einen Preis  geeinigt hatten, ging es heute zum Postbüro, wo wir ganz unkompliziert den Besitzer wechselten. Ein komischer Gedanke, dass wir nur noch zwei Mal im Camper übernachten werden und langsam schon erste Vorbereitungen für Australien treffen müssen. Praktischerweise dürfen wir den Camper aber noch bis zum 28.2. behalten, denn seit drei Wochen freuen wir uns schon auf den 27.2., für diesen Tag haben wir in Kaikoura eine Tour gebucht, wo wir mit Delfinen schwimmen gehen werden. Wir können es gar nicht erwarten.
Nachmittags besuchten wir nochmal unsere Lieblingspizzeria.
Eigentlich wollten wir danach schon in das 200 km entfernte Kaikoura fahren, entschieden uns jedoch um, weil es hier so windig war, dass wir beschlossen, abends noch mal zum Kitespot zu fahren. Diese Entscheidung haben wir nicht bereut. Es war wahnsinnig windig und außer uns tummelten sich noch einige andere Wassersportler in der Flachwasserbucht. Wir konnten wieder bis zum Sonnenuntergang auf dem Wasser sein, was für ein Spaß.

25.02.

Besichtigung aus Auckland
Seit zwei Wochen schreiben wir schon mit einem netten Paar aus Belgien, das in Auckland ist, und für ein Jahr einen Camper sucht. Sie haben unsere Anzeige bei Facebook in der New Zealand Backpacker Car sales Gruppe gesehen und unser Camper ist ihnen nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Zwar haben sie sich schon einige Camper in Auckland angesehen, wo der Markt eigentlich deutlich größer ist als in Christchurch, aber es war auch sehr viel Mist darunter. Häufig waren die Fotos viel schöner und das Fahrzeug in der Realität schon ziemlich runtergeritten. Manche Camper hatten schon Schimmel von innen angesetzt und haben gestunken. Jeden Tag haben sie sich wieder die Fotos unseres Campers angeguckt, mit uns geschrieben und bis zum Schluss hin und her überlegt, ob sie nicht von Auckland nach Christchurch fliegen sollen und anschließend mit der Fähre mit dem Camper wieder Richtung Nordinsel reisen. Heute sind sie dann tatsächlich extra nach Christchurch geflogen und haben den Camper besichtigt. Wir hatten zwar noch fünf andere potenzielle Interessenten, die aber nicht annähernd so sympathisch waren und manchmal sogar übergriffig und sehr fordernd aufgetreten sind. Auf so was hatten wir ja gar keine Lust und haben uns gefreut, dass die beiden Belgier nun ein Jahr Freude mit dem Camper haben werden. Insgesamt hat es sich sehr gelohnt in Christchurch das Auto zu verkaufen, denn erstens kann man hier im Gegensatz zu Auckland überall umsonst campen, zweitens konnten wir die Zwischenzeit super zum Kitesurfen nutzen und drittens ist der Markt hier deutlich kleiner, sodass Interessenten nicht die Wahl zwischen 10 anderen in Frage kommenden Autos haben.
Außerdem hat sich die Facebook Gruppe wirklich als äußerst praktisch zum Kaufen und Verkaufen des Campers herausgestellt. Völlig kostenlos erreicht man genau die richtige Zielgruppe und muss sich nicht stundenlang auf die hier üblichen Automessen stellen, für die man als Verkäufer auch noch Eintritt zahlen muss, wo 30 Autos von vielleicht 10 Interessenten in Augenschein genommen werden. Es hat sich also definitiv für uns gelohnt, einen Camper in Neuseeland zu kaufen statt zu mieten, auch wenn es nur für 60 Tage war 😉

24.02.

Neuer „TÜV“
Heute stand der Werkstattbesuch an, um noch einige Reparaturen zu erledigen, um unsere WOF, also den TÜV zu bekommen.
Als wir an der Werkstatt wie vereinbart um 9 Uhr ankamen, um unseren Bus abzugeben, sagte man uns, dass wir ihn erst um 15 Uhr abholen könnten. Wir waren doch sehr erstaunt, dass die Reparatur 6 Stunden dauern sollte trotz Termin.
Als wir fragten, ob es noch länger dauern würde, bis unser Bus an der Reihe wäre, sagte man uns, dass wir vor 12 Uhr nicht dran wären. Also hatten wir uns heute Morgen unsonst beeilt. Aber etwas Gutes hatte es dann doch, denn wir beschlossen, den Bus um 12 Uhr zurückzubringen und solange noch mal zum Kitespot zu fahren, wo richtig viel Wind war und wir für zwei Stunden aufs Wasser kamen. Was für ein Spaß morgens in der Sonne die Bucht fast für sich alleine zu haben.
Nachdem wir den Bus zur Werkstatt gebracht hatten, vertrieben wir uns die Zeit in der Innenstadt. Zwischendurch kontaktierte uns die Werkstatt, dass bei der Reparatur entdeckt wurde, dass die vorderen Bremsbeläge sich vom Metall lösten, weshalb diese nun auch noch repariert werden mussten. Immerhin sind wir dieses Mal an einen sehr netten Mitarbeiter geraten, der uns alles erklärt hat.
Anschließend hatten wir einen unserer stärksten Windtage auf dem Wasser und konnten unseren 9m2 Kite noch mal auspacken. Erst mit Sonnenuntergang sind wir aus dem Wasser gekommen, so viel Spaß hat es gemacht.

23.02.

Evans Pass
Nachdem es gestern Abend noch sehr viel geregnet hatte, zeigte sich heute zum Glück wieder die Sonne. Wir fuhren die Evans Pass Straße und hatten eine unglaubliche Aussicht auf das Meer und die Berge, die sogenannten Port Hills, die Christchurch umgeben. Erst von hier oben sahen wir, wie unglaublich riesig die Pegasus Bucht ist, an der auch Christchurch liegt. Hier konnten wir auch einigen Paraglidern zusehen, die von den Hügeln absprangen und schnell an Höhe gewannen, bevor sie in der Nähe des Strandes auf einer Wiese landeten.
Wir wanderten einen Teil des Kraterrand Wanderwegs und realisierten erst jetzt, dass es sich beim Lyttelton Harbour um einen erloschenen Vulkan handelt, der mittlerweile völlig geflutet ist. Wirklich interessant. Auf unserem Weg begegneten uns viele Schafe, die uns einerseits skeptisch, andererseits neugierig beäugten. Als wir den Rückweg antraten, sahen wir auf der andere Seite des Berges hinunter, auf die Passstraße. Uns fiel auf, dass an einer kurvigen Stelle insgesamt sechs Autos von der Straße abgekommen sind und sich den Abhang hinunter überschlagen hatten. Scheinbar ist die Bergung der verunfallten Wagen zu aufwändig, weshalb man sie einfach an Ort uns Stelle liegen lässt. Das mussten wir uns genauer ansehen und kraxelten den Abhang hinunter. Einige der Wracks lagen offensichtlich schon sehr lange hier unten. Die Natur hatte sich ihr Reich zurückerobert und Pflanzen hatten sich sogar durch den Unterboden des Autos ihren Weg gebahnt. Ein Autowrack war allerdings ganz neu und erst kürzlich hier unten gelandet. Es war völlig demoliert und zu einem Würfel zusammengepresst. Man konnte genau sehen, wo das Auto im Gras hinabgerutscht und aufgeschlagen war. Wirklich beängstigend. Hoffentlich hat der Fahrer überlebt…
Den Nachmittag verbrachten wir wieder in unserer Flachwasserkitebucht, wo ab nachmittags Flut und somit genug Wasser in der Bucht war. Als wir abends zu unserem Stellplatz fuhren, haben wir einen unglaublich schönen Sonnenuntergang gesehen.

22.02.

Christchurch
Nachdem wir die letzten Tage viel auf dem Wasser waren, ging es heute in die Innenstadt von Christchurch. Dort fielen uns sofort die zahlreichen Baustellen und abbruchreifen Häuser auf, die noch von dem Erdbeben 2011 stammen, das mit einer Stärke von 7,6 gewütet hatte. Bei diesem Erdbeben sind damals 185 Menschen ums Leben gekommen. Daran soll eine Kunstinstallation mit 185 leeren, weißen Stühlen erinnern. Als wir dort ankamen und die Informationen lasen, stellten wir fest, dass wir zufällig genau am Jahrestag des Erdbebens, dem 22. Februar, Christchurch besuchten.
Spätestens jetzt wurden wir daran erinnert, dass Neuseeland zu einer der seismisch aktivsten Zonen der Welt gehört, da sich hier die Australische und die Pazifische Kontinentalplatte ineinander verhaken und aneinander vorbeischrammen. Deshalb werben hier sogar Hotels damit, dass sie besonders erdbebensicher sind. Das bereitet einem schon ein etwas mulmiges Gefühl…
Direkt neben dieser Kunstinstallation befindet sich die sogenannte Cardboard Kirche, die vor allem aus Karton gebaut wurde, um den Menschen eine Alternative zu bieten, nachdem die Kathedrale Christchurchs völlig zerstört wurde.
Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz hatten wir eine tolle Aussicht von oben auf die gesamte Bucht, die allerdings wegen vieler Regenwolken etwas verdeckt war.

21.02.

Kitetag in New Brighton
Da der Wind heute von einer ganz anderen Richtung kam, konnten wir leider nicht in unserer schönen Flachwasserbucht aufs Wasser, sondern sind zum New Brightoner Strand gefahren. Dort trafen wir auf eine wahnsinnig langgezogene Bucht und viel Wind. Nach einer Weile kam sogar auch die Sonne raus. Hier hatten wir einige Stunden Spaß in den Wellen. Allerdings konnte der Strand bei Weitem nicht mit den Stränden auf der Nordinsel, wie zum Beispiel dem 90 Mile Beach mithalten. Dafür lag dort zu viel angeschwemmtes Geröll herum.

20.02.

Kitetag in Christchurch
Heute stand für unseren Camper die sogenannte WOF an, eine vereinfachte Art des deutschen TÜV, bei der das Auto auf seine Verkehrssicherheit geprüft wird. Allerdings ist sie in Neuseeland eher dafür bekannt, dass sie normalerweise nicht allzu streng ist. Solch eine Untersuchung kostet auch nur 18€, relativ wenig im Vergleich zum TÜV. Als wir nach Voranmeldung bei der Werkstatt ankamen, wurden wir von sehr netten Mitarbeitern begrüßt, die vom Interieur des Campers sehr begeistert waren und wissen wollten, wie es uns bisher in Neuseeland gefalle. Der Mitarbeiter, an den wir für die WOF gerieten, war leider jedoch ein ziemlich arroganter Stinkstiefel. Er überprüfte das Auto mehr als genau und knallte uns danach einen Zettel mit völlig unleserlichen Buchstaben hin mit der Aussage, dass unser Camper die WOF nicht bestanden habe, und verschwand einfach. Völlig perplex ließ er uns zurück. Als wir es wagten, ihn zu fragen, worin die Probleme bestanden (sein Gekrakel war wirklich nicht zu entziffern), reagierte er sehr ungehalten, sagte, er habe keine Zeit, die nächsten Kunden würden warten und er wolle jetzt sein Geld von uns. Als wir ihn fragten, was die Reparatur koste, um die WOF zu erhalten, sagte er: „Ein paar Hundert Dollar“. Wir waren entsetzt. Als ich dann noch mal genauer nachfragte, konkretisierte er seine Aussage, dass wir 200$, also ca. 120€ zahlen müssten, was natürlich völlig in Ordnung ist, nach seiner Aussage hatten wir schon das Schlimmste befürchtet. Es hatte ihm sichtlich Freude bereitet, uns so zu schockieren. Dann ließ er sich doch dazu herab, uns zu erklären, woran es scheiterte. Es waren 2 Kleinigkeiten (fehlende Nummernschildbeleuchtung und fehlende Batterieklemme) und zwei größere Probleme: Einstellung der Handbremse und der Lenkung.
Ein wirklich extrem penibler Mann. Wir fragen uns, wo die ganzen Schrottkarren, die einem hier auf den Straßen begegnen, ihre Zulassung herbekommen…
Immerhin konnten wir danach einen schönen Kitetag verbringen in einer tollen geschützten Flachwasserbucht und bei perfektem Wind. Definitiv einer der besten Flachwassergebiete auf der Weltreise. Die Bucht ist fast komplett verschloss und dadurch so geschützt, dass auch bei viel Wind keine Welle entsteht.
Während ich mit unserem Kite auf dem Wasser war, wurde Johannes, der am Ufer wartete, von einem anderen Kiter angesprochen. Es war Maik Herrmann von KitereisenTV. (KMTV – Die Wassersportler unter euch dürften diese Website und die Videos auf YouTube kennen). Er kommt aus Bremen und stellt gerade Neuseeland als neues Kitereiseziel vor, weshalb er hier verschiedene Kitereviere testet. Er fragte Johannes, ob er nicht seinen neuen Kite testen wolle. Was für ein Glück, so kamen wir sogar zeitgleich für einige Stunden aufs Wasser. Maik machte ein paar Fotos von ihm und filmte ihn mit einer Drohne. Er will die Bilder demnächst auf der KitereisenTV Homepage veröffentlichen.
Abends sind wir noch zu einer unglaublich leckeren Steinofenpizzeria gefahren: Fire and Slice
Wirklich sehr zu empfehlen.

19.02.

Erste Besichtigungen in Christchurch
Heute Morgen sind wir 200 Kilometer bis nach Christchurch gefahren. Dort fanden nachmittags die ersten Besichtigungen statt. Wir haben unseren Camper über die Facebook Backpacker Car Sales Gruppe inseriert, worüber wir den Bus auch gefunden haben. Interessant ist die Art und Weise, wie man von Interessenten angeschrieben wird. Eine Französin hat uns sogar komplett auf Französisch angeschrieben 😉 Insgesamt hatten wir 3 Besichtigungen und waren dafür ca. 5 Stunden unterwegs. Immerhin war auch ein sehr interessiertes Paar darunter. Sie haben sogar den Mechanikernachbar von Gegenüber gerufen, damit er unseren Camper inspiziert. Er konnte zum Glück nichts Verdächtiges feststellen. Ziemlich erschöpft kamen wir an einem Stellplatz direkt am Meer an und stellten fest, dass wir durch Zufall genau am Kitespot von Christchurch gelandet sind. Wenn das mal kein Zufall ist 😉

18.02.

Ball Hut Wanderung
Da uns der Mount Cook und seine Umgebung sehr fasziniert hat, beschlossen wir, heute noch mal dort zu wandern, dieses Mal allerdings in einem Nachbartal, von wo man den Tasman Gletscher und den dazugehörigen Gletschersee sehen kann. Da wir keine Lust darauf hatten, nur die 10 Minuten bis zum Aussichtspunkt zu gehen inmitten hunderter Touristen, die von Reisebussen angekarrt werden, entschieden wir uns für die lange Wanderroute, die uns auf einem unbefestigten Pfad nah an den Gletscher heranführen sollte. Auf der ganzen Wanderung trafen wir tatsächlich nur einige wenige Wanderer. Es dauerte ca. 1 Stunde, bis wir an dem Punkt waren, von wo man eine perfekte Aussicht auf den Gletscher hatte. Erst von Nahem erkannten wir den Gletscher überhaupt, denn seine komplette Oberfläche war mit Geröll bedeckt. An der Abbruchkante konnte man das Eis sehen, das teilweise weiß und manchmal sogar tiefblau schimmerte. Während wir dort oben saßen, hörten wir den Gletscher permanent arbeiten. Ein lautes Knarzen und Reißen. Hin und wieder hörten wir das Eis auch ins Wasser plumpsen. Eigentlich wäre der Wanderweg noch doppelt so weit bis zu einer Hütte weitergegangen, doch die starken Regenfälle im Dezember 2019 haben zu extremen Erosionen geführt, sodass der Weg komplett weggebrochen war und im Nichts endete. Ein mulmiges Gefühl. Deshalb versuchten wir uns von der Abbruchkante fernzuhalten und hielten uns nicht allzu lange auf. Vor uns lag nur noch ein tiefer Krater.
Abends fuhren wir schon mal ein Stück Richtung Christchurch, wo wir morgen einigen Interessenten den Camper vorstellen werden.

Wenn man hier genau schaut, sieht man, wie der Wanderweg im Nichts endet. Hier ist vor 1,5 Monaten das Gestein abgerutscht und dieser große Krater ist entstanden.

17.02.

Hooker Valley Wanderung
Das Wetter heute zeigte sich wieder von seiner besten Seite und wir waren froh, dass wir nicht gestern im Regen zum Mount Cook gefahren sind. Auf dem Weg fuhren wir durch eine richtig atemberaubende Landschaft: zu unserer Rechten lag der Pukaki See und vor uns der schneebedeckte Gipfel des Mount Cook und verschiedene Gletscher. Wir konnten uns gar nicht sattsehen.
Die Wanderung führte uns über drei Hängebrücken, über tosende Schmelzwasserflüsse, am Mueller See und am Mueller Gletscher vorbei, bis wir schließlich am Hooker See ankamen. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, dass in dem See ganze Stücke vom Gletschereis herumtrieben. Zum Teil sah das Eis noch richtig blau aus und wir konnten ihm dabei zusehen, wie es in der Sonne schmolz. Von hier aus hatten wir einen perfekten Blick auf den Gipfel des Mount Cook. Allgemein sah der Schnee auf den Gipfeln eher braun als weiß aus, was vor allem auf die Feuer in Australien zurückzuführen ist. Die Asche der 2000 Kilometer entfernten Buschbrände ist bis hierhin geweht worden.
In der Nähe des Parkplatzes konnten wir einige Keas sehen, das sind Bergpapageien, die dafür bekannt sind, dass sie ziemlich schlau sind und gerne auch mal unbeobachtete Rucksäcke von Wanderern plündern.
Abends fuhren wir wieder auf den Stellplatz am Pukaki See, wo wir während des Abendessens einen ganz besonders schönen Sonnenuntergang bewundern konnten. Eine halbe Stunde später fing es dann völlig unerwartet an zu regnen und ein starkes Gewitter zog auf. Wohl dem, der bei diesem Wetter einen Camper hat und nicht im Zelt schlafen muss.

16.02.

Tekapo See
Während wir bei schönster Aussicht auf den bezaubernden Pukaki See frühstückten, kam plötzlich starker Wind auf. Schnell flüchteten wir in den Camper. Der schneebedeckte Gipfel des Mount Cook, den wir gestern aus der Ferne noch bewundern konnten, lag in dichten, dunklen Wolken versteckt und diese Wetterfront kam direkt auf uns zu. Eigentlich hatten wir geplant, am Mount Cook wandern zu gehen, da es dort aber offensichtlich regnete und der Wetterbericht für Morgen deutlich besseres Wetter vorhersagt, haben wir uns entschieden, zum Tekapo See zu fahren. Dieser 25 km lange See fällt genau wie der Pukaki See durch seine unglaublich türkise Farbe auf. Diese erhält der See dadurch, dass er aus Schmelzwasser der umliegenden Gletscher gespeist wird. Wir wanderten auf den Mount John Gipfel hinauf. Von 700 Meter ging es bis auf über 1000 m hoch. Auf dem Gipfel fegte uns ordentlich der Wind um die Ohren. Wir mussten uns richtig gegen den Wind stemmen, um nicht weggeweht zu werden. Wir zogen uns alle Kleidungsstücke an, die wir dabei hatten. Aber der Aufstieg hatte sich gelohnt, vom Gipfel hatten wir eine unglaubliche Aussicht. Vor uns erstreckte sich ein 360 Grad Panorama der umliegenden Berge und Seen. Erst hier oben kam die ganze Größe des Sees zur Geltung. Da die Gegend um Lake Tekapo zu den spektakulärsten Sternbeobachtungsplätzen der Welt gehört, aufgrund der geringen Lichtverschmutzung, steht hier auch eine Sternwarte. Daneben befindet sich das Astro Café, dem wir einen Besuch abstatteten. Eine ziemliche Wohltat, dem starken Sturm zu entfliehen. Es dauerte ca. 10 Minuten, als ein dauerhafter Handyklingelton  erklang. Wir wunderten uns schon, warum die Bedienung nicht endlich ans Telefon ging oder es auf stumm schaltete. Sie erklärte uns dann, dass dies der Windalarm sei und der Wind hier oben schon eine Geschwindigkeit von 80 km/h habe, weshalb wir nun schleunigst das Café verlassen und uns auf den Rückweg machen müssten, da der Wind noch zunehmen werde. Eilig machten wir uns auf den Rückweg. An manchen Stellen knarzten die Bäume bedrohlich laut. Unten angekommen war von den starken Windböen kaum noch etwas zu spüren. Mit einer Engländerin, die wir beim Wandern kennengelernt hatten, bereiteten wir ein paar Pfannkuchen in unserem Camper zu.
Auf dem Parkplatz sprach uns ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung an, ob wir für heute Nacht schon einen Stellplatz hätten, er würde Werbung für einen schönen Freedom Campingplatz direkt am Fluss machen. Er zeigte uns auf einer Karte, wo sich der Campingplatz befand und wir machten uns direkt auf den Weg dorthin. Ein toller Platz, sehr abgelegen und es waren außer uns nicht viele Camper dort. Als wir im Camper lagen, hörten wir das laute Rauschen des Flusses und hatten ab ca. 22 Uhr einen unglaublichen Sternenhimmel über uns. Selten konnten wir die Milchstraße so deutlich sehen. Heute Nacht verzichteten wir drauf, die Vorhänge zuzuziehen, damit wir zum Einschlafen den gigantischen Sternenhimmel über uns betrachten konnten.

15.02.

Pukaki See
Da bald die ersten Besichtigungen unseres Campers stattfinden, den wir bis zum 29.2. verkauft haben müssen, haben wir ihn heute mit etwas Lack von außen verschönert. Zum Glück zeigte sich heute endlich noch mal die Sonne, als wir ca.150 Km bis zum Pukaki See gefahren sind. Dabei sind wir in eine riesige Schafherde geraten, die vom Feld zum Bauernhof umgetrieben wurden. Immer wieder blieben einzelne Schafe stehen, um den verlockend grünen Seitenstreifen abzugrasen, allerdings wurden sie vom Hütehund unerbittlich weitergescheucht, bis sie am Hof ankamen. Er hat seine Herde scheinbar gut im Griff.
Der Weg zu unserem Ziel war unglaublich malerisch. Wir hielten an vielen Stellen an, um die Landschaft zu bestaunen. Wir fuhren durch eine riesige Bergkulisse und kamen an einigen schönen Seen und Flüssen vorbei.
Allerdings konnte keiner von ihnen mit dem Pukaki See mithalten, der wahnsinnig türkis ist durch die Mineralien des Gletscherwassers, das ihn speist. In der Ferne konnten wir sogar den schneebedeckten Gipfel des berühmten Mount Cook sehen.
Das Wasser war so glatt, dass sich alles darin spiegelte. Traumhaft schön. Hier konnten wir direkt mit unserem Camper am Ufer parken und den Abend genießen.

14.02.

Dunedin und Oamaru
Auch heute zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite und bei kühlen 11 Grad entschieden wir uns, dem Schwimmbad einen Besuch abzustatten. Für die 8€ Eintritt, die wir für zwei Personen gezahlt haben, hatten wir gar nicht so viel erwartet, aber das Schwimmbad war riesig. Es hatte 50m Bahnen, die mit einer mobilen Trennwand in 25m Bahnen unterteilt waren. Zwei Sprungbecken, Whirlpool, Wellenbecken, Strömungskanal und Babypool. Obwohl parallel noch mehrere Schulklassen dort Schwimmunterricht erhielten, war es so leer, dass jeder Schwimmer eine 25m Bahn für sich alleine hatte. Was für ein Luxus, in Ruhe seine Bahnen ziehen zu können.
Danach ging es zu Baldwin Straße, sie steht seit 2019 als steilste Straße der Welt im Guiness Buch der Rekorde mit einer Steigung von unglaublichen 35%. Eigentlich dachten wir, dass wir damals in San Francisco bereits die steilste Straße besichtigt hätten, diese übertraf aber alles vorher Gesehene.
Im oberen Bereich ist die Neigung so extrem, dass extra Betonplatten statt Asphalt verwendet wurden, da Asphalt an heißen Tagen flüssig wird und den Berg hinabrutschen könnte.
Danach fuhren wir weiter nach Oamaru. Dort gibt es eine riesige Zwergpinguinkolonie, es handelt sich bei ihnen um die kleinsten Pinguine der Welt. Immer bei Einbruch der Dunkelheit verlassen die Pinguine das Meer und laufen zu ihren Kolonien am Strand. Da wir keine Lust hatten Teil der Touristenattraktion zu werden, wo man viel Geld bezahlt, um auf einer Tribüne die Pinguine aus der Ferne aus dem Meer kommen zu sehen, bezogen wir mit dem Fernglas ca. 100m von dort unseren Beobachtungsposten am Meer. Zunächst harrten wir vergeblich in der Kälte aus, denn außer Möwen war nichts zu sehen. Doch dann sahen wir gegen 21 Uhr ein winziges Köpfchen über der Wasseroberfläche, das sich dem Rand näherte. Der erste Pinguin ließ sich von den Wellen an Land spülen und watschelte langsam nach oben. Damit die Pinguine nicht über die Straße laufen, wurde extra ein Pinguintunnel gebaut, durch den sie auf die andere Straßenseite zu ihren Kolonien gelangen. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Ein Pinguin nach dem anderen kam an Land. Man durfte sich ihnen natürlich nicht nähern, um sie nicht zu stören. Mit dem Fernglas konnten wir sie aber trotz Dunkelheit ganz gut beobachten. Manche blieben einfach stehen, putzten sich und gaben schrille Töne von sich. Andere jagten sich gegenseitig über die Wiese. Wir hatten heute besonders Glück, denn ein Pinguin wollte nicht durch den Tunnel laufen und entschied sich für die Straße, was bedeutete, dass er ca. einen Meter von uns entfernt über die Straße huschte. Wir konnten es kaum fassen, diesen aüßen kleinen Kerl aus nächster Nähe sehen zu können. Unglaublich süß!

13.02.

Dunedin
Heute fuhren wir in die Stadt Dunedin, die aufgrund ihrer schottischen Wurzeln auch den Namenszusatz Edinburgh trägt. Nicht nur die Architektur der Gebäude und der sehr britisch klingende halbstündliche Gong der Kirche erinnerte uns an Schottland, sondern leider auch der Nieselregen. Trotzdem sahen wir uns etwas vom Stadtzentrum an. Vor allem der prachtvolle Bahnhof war beeindruckend. Nachdem wir einige Stunden durch den Regen gelaufen waren, hatten wir genug und gingen wieder zurück zum Camper, wo wir es uns gemütlich machten und eine leckere Rindfleischsuppe kochten, genau das Richtige bei dem Wetter.
Abends zogen wir dann noch mal los und sind in ein einladendes Irish Pub gegangen, wo es gute Livemusik gab. Kurz nach uns betrat ein ca. 50-jähriges elegant gekleidetes Trio (1 Mann, 2 Frauen) den Pub. Sie waren offensichtlich schon sehr angetrunken. Die eine Frau stöckelte aufreizend durch die Kneipe, bemerkte aber nicht, dass Klopapier an ihrem Stöckelschuh hing. Was für ein Anblick. Von der anderen aufgedonnerten Frau bekamen wir eine „interessante“ Tanzeinlage geboten, die darin gipfelte, dass sie sich voller Inbrunst auf den Tisch legte und versuchte verführerisch mit ihren Stiefeln in der Luft herumzuwedeln. Aufgrund ihrer doch schon sehr beeinträchtigten Balance endete der Tanz leider auf dem Boden. Ihrer männlichen Begleitung war es dann wohl doch zu viel und er verließ eilig mit seinen Damen die Kneipe. Zu schade, wir hätten noch Stunden zuschauen können 😉

12.02.

Brighton
Heute zeigte sich das Wetter wieder von seiner besten Seite, sodass wir zum Glück alle nassen Sachen trocknen konnten. Da wegen der starken Regenfälle und Überschwemmungen Teile der Südinsel wie zum Beispiel Milford Sound mindestens weitere 10 Tage gesperrt bleiben, haben wir uns entschieden, nicht weiter in den Süden, sondern an die Ostküste zu fahren.
Wir fuhren bei ca. 27 Grad in Queenstown los und kamen 4 Stunden später bei kühlen 18 Grad in Brighton an der nebligen Küste an. Immerhin regnete es nicht und wir konnten einen kleinen Strandspaziergang machen. Außer uns standen noch nicht viele Camper auf dem freien Stellplatz direkt am Strand. Kurze Zeit später erreichte ein größeres Wohnmobil den Campingplatz und parkte in unserer Nähe. Ein holländisches älteres Paar stieg aus und wollte sich auf den Weg zum Strand machen. Dann gingen sie aber noch mal zu ihrem Camper zurück, packten Campingtisch und -Stühle aus und stellten diese in die Parklücke zwischen unserem und ihrem Fahrzeug. Nicht etwa, weil sie sich bei 18 Grad und Nebel nach draußen setzen wollten, sondern um sich den Platz zu sichern, damit dort keiner mehr parkt. Ziemlich egoistisch. Als sich nach ein paar Stunden der Platz füllte, verfolgten wir die Szene gespannt aus unserem Camper und warteten drauf, wer sich traut, dort zu parken. Es dauerte nicht lange und ein junges Paar fuhr mit seinem kleinen Campervan auf den Platz, wollte dort parken und klopfte bei den Holländern ans Auto, um zu fragen, ob sie dort parken können. Äußerst widerwillig gab der Mann schließlich den Parkplatz frei. Er hatte sein komplettes Mobiliar also völlig umsonst rausgeräumt. Ein wenig schadenfroh begrüßten wir die Beiden, sie kamen auch aus Deutschland und waren uns direkt sympathisch. Wir luden sie abends in unseren Camper auf ein Bier ein und haben eine Menge über Bamberg und seine Brauereikultur gelernt. Dieser Stadt und den Zwei werden wir bestimmt nach dem Sabbatjahr mal einen Besuch abstatten.

11.02.

Queenstown
Als wir heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein am See frühstückten, bekamen wir Besuch von einer neugierigen Ente, die nach Krümeln Ausschau hielt. Sie war keineswegs scheu und traute sich bis unter unsere Campingstühle und den Tisch. Dabei stellte sie sich etwas tollpatschig an und stolperte mehrmals über unser Tischbein und legte eine Bauchlandung hin, was sie jedoch nicht davon abhielt, eilig weiterzulaufen. Als bei uns nichts mehr zu holen war, stattete sie anderen Campern einen Besuch ab, was häufig an einem erschreckten Schrei erkennbar war, denn sie schlich sich leise von unter dem Auto oder dem Campingstuhl an und schnappte plötzlich und unerwartet nach Krümeln.
Vom Lake Dunstan aus fuhren wir noch ca. eine Stunde weiter bis wir nach Queenstown kamen. Wie beliebt dieses Städtchen ist, war leicht am Verkehr zu erkennen. Es dauerte ewig, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten. Queenstown liegt nicht nur am schönen See Wakatipu, sondern auch am Fuße der Südlichen Alpen und ist im Winter ein beliebter Skiort. Wir wanderten den Hill Time Walk. Nach einem Anstieg um 500 Höhenmeter wurden wir mit einem wahnsinnig schönen Ausblick auf den tiefblauen See, der vor uns lag, belohnt. Auf der anderen Seite des Gipfels erstreckten sich viele grüne Berge, manche sogar mit Schnee auf der Spitze. Wir fühlten uns wie in einer Postkartenlandschaft.
Nach dem Abstieg gingen wir zum bekanntesten Burgerladen Neuseelands, zum Fergburger, wo wir den besten Burger unserer Weltreise bekamen. Danach wunderte uns auch nicht, warum die Warteschlange bis aus dem Laden reichte.
Anschließend schlenderten wir noch am Hafen vorbei.
Durch die Camper App hatten wir von einem ganz besonderen Stellplatz erfahren, der auf einem hohen Berg liegt, und von dem aus man eine tolle Aussicht auf das Tal und den See hat.
Als wir nach der sehr steilen und kurvigen Strecke endlich oben ankamen, erwartete uns aber eine böse Überraschung: 25 Liter aus unserem Frischwasserkanister liefen uns aus dem Innenraum entgegen. Unsere Vorbesitzer hatten vergessen die Klemme am Schlauch festzuziehen, sodass sich dieser während der Fahrt gelöst hatte. Statt den Sonnenuntergang zu genießen waren wir also für eine ganze Weile damit beschäftigt, alle Sachen aus dem Camper auszuräumen und diese zu trocknen.

10.02.

Entspannter Tag am Wanaka See
Da wir heute wieder mit wolkenfreiem Himmel aufwachten, entschieden wir uns, noch einen Tag am Wanaka See zu verbringen, um die Sonne zu genießen. Heute besichtigten wir auch den berühmtesten Baum Wanakas: ein Baum, der schon seit 70 Jahren mitten im See wächst. Vor der Bergkulisse ein ganz besonderer Anblick. Eigentlich wollten wir den Rob Roy Wanderweg gehen, der einen so nah wie nirgendwo sonst zu Fuß an den Gletscher herankommen lässt. Leider gab es auch hier Ende Januar einen Erdrutsch, sodass Teile des Wanderwegs gefährdet sind und er komplett gesperrt wurde. Wirklich schade. Dafür haben wir heute endlich noch mal die Hängematte am Seeufer aufgespannt. Danach ging es dann zum Schwimmen in den 17 Grad kalten Wanaka See. Dort gibt es eine sehr lebendige Schwimm- und Triathlonszene, weshalb extra verschiedene Schwimmdistanzen zur besseren Orientierung mit Bojen und Leinen abgesteckt sind. Heute fand sogar der Kindertriathlon statt, den wir aus der Hängematte verfolgen konnten. Echt toll, welche Leistungen hier schon 10-Jährige vollbringen. Abends fuhren wir dann weiter Richtung Queenstown, wo wir am Dunstan See einen tollen Freedom Campingplatz direkt am See fanden, sogar mit WLAN.

09.02.

Wanaka
Nach einer ziemlich frostigen Nacht im Camper bei nur 12 Grad verließen wir unseren schönen Stellplatz nah am See und fuhren in den Ort Wanaka. Seit Greymouth (460 km entfernt) ist dies der erste größere Ort auf der Route. Hier konnten wir endlich noch mal unsere Vorräte in einem großen Supermarkt auffüllen.  Anschließend frühstückten wir in der Sonne direkt am Wanakasee mit einem unglaublich tollen Bergpanorama.
Nach einem Ausflug in den gemütlichen Ortskern machten wir am Diamond Lake eine Wanderung. Als wir auf dem Berg ankamen, hatten wir von dort eine richtig beeindruckende Aussicht auf den Wanaka See, der friedlich in der Sonne glitzerte. Wahnsinn, wie groß er ist.
Nachdem wir die letzten Sonnenstrahlen wieder am Seeufer in Wanaka beim Abendessen genossen hatten, wollten wir zu unserem Stellplatz fahren. Als wir gerade auf die Straße abbogen, sahen wir, dass ein Auto mit einem schönen Boot auf dem Anhänger dieses gerade verloren hatte. Es rutschte mehrere Meter über die Straße und blieb schließlich mitten auf der Fahrbahn liegen. Völlig überfordert und überrascht stieg der Fahrer des Autos aus und betrachtete die Misere. Er hatte das Boot nicht ausreichend gesichert. Zum Glück hatte es keine anderen Verkehrsteilnehmer verletzt. Schnell hatten sich viele Schaulustige am Ort des Geschehens versammelt, die aber alle helfen wollten. Mit vereinten Kräften wurde das Boot in die richtige Position und schließlich wieder auf den Trailer verladen. Über die vielen Helfer war der Bootsbesitzer sehr dankbar, er hatte schon einen Kran rufen wollen, um das Boot von der Straße zu räumen.

08.02.

Blue Pools und Wanaka See
Nach einer ziemlich regnerischen Nacht, kam am Vormittag endlich die Sonne raus. Wir sind echt froh, dass unser Camper keine Heckküche, sondern eine Indoorküche hat, denn wir sehen immer wieder Leute, die im Regen und Wind unter der Heckklappe ihres Fahrzeugs stehen und sich dort ihr Essen zubereiten müssen. Das macht wirklich keinen Spaß. Unglaublich, dass die Nordinsel aktuell Hitzerekorde von über 40 Grad feiert…
Da es uns an der Westküste wegen der Sandmückenplage und des regnerisch kühlen Wetters nicht so gut gefallen hat, sind wir heute weiter Richtung Inland gefahren und haben in der Nähe vom Mount Aspiring die Blue pools besucht. Durch die Sonnenlichtreflexionen sah das Wasser tatsächlich türkisblau aus. Auf unserem Weg kamen wir wieder durch wunderschöne Landschaften: schneebedeckte Gipfel und grüne Bergketten. Am Wanaka See, der unglaublich klares Wasser hat, fanden wir einen schönen Übernachtungsplatz und konnten einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge genießen.

07.02.

Franz Josef Gletscher und Hot Pools
Heute haben wir eine Wanderung zum benachbarten Franz Josef Gletscher gemacht. Dabei ging es über Stock und Stein, durch einige Bäche sowie über viele sehr lange und wacklige Hängebrücken, die über einen breiten Schmelzwasserstrom führten. Im Vergleich zu der Größe der Helikopter, die Touristen zum Gletscher flogen, fiel uns auf, wie groß der Gletscher eigentlich ist. Als sich die Sonne zeigte und die Wolken verschwanden, sah man, wie weit sich der Gletscher noch nach oben auftürmte. Unterhalb vom Gletscher konnten wir mit dem Fernglas einen richtigen Schmelzwassersturzbach sehen. Auf einer Infotafel konnte man anhand verschiedener Abbildungen und Fotos nachvollziehen, über welche Fläche sich der Gletscher im Zeitraum von 1860 bis 2010 erstreckte. Während der Gletscher seine Fläche in den ersten 100 Jahren kaum verändert hat, sah man, wie viel seiner Fläche bis 2010 verloren gegangen ist. Neben dem letzten Foto von 2010 gab es auch eine Prognose für 2100. Leider ist der Gletscher schon jetzt so weit zurückgegangen wie die Prognose es für 2100 vermutet hat. Wirklich traurig. Kaum vorstellbar, dass der Gletscher einst bis zum 19 km entfernten Meer reichte.
Nach der Wanderung besuchten wir die paradiesischen Hot pools, wo man in drei verschiedenen Becken mitten im Regenwald bei 36 bis 40 Grad entspannen konnte. Bei 15 Grad Außentemperatur eine angenehme Abwechslung.

06.02.

Fox Gletscher und Matheson See!
Nach dem Frühstück mussten wir uns zuerst um den Kühlerschlauch kümmern, der gegen den neuen getauscht werden musste. Zum Glück funktionierte die Reparatur problemlos. Anschließend fuhren wir zum berühmten Fox Gletscher.
Er ist beeindruckende 35 km2 groß. Das Besondere an ihm ist, dass er und der Franz Josef Gletscher die einzigen sind, die sich in unmittelbarer Nähe zum Regenwald befinden. Man kann sich ihnen sogar bis auf einige hundert Meter nähern.
Aufgrund von immer neuen Erdrutschen und Schmelzwasser, das sich neue Wege bahnt, ändert sich der Wanderweg ständig, da er an die neuen Umstände angepasst werden muss. Auch hier sahen wir, dass es erst kürzlich große Erdrutsche gegeben hatte. Absperrungen markierten den neuen Weg, der um das Geröll herumführte. Nach circa einer Stunde Wanderung durch einen verwunschenen dichten Regenwald kamen wir an dem Punkt an, von dem aus wir den Fox Gletscher sehen konnten. Wirklich beeindruckend, die weiß-bläulich schimmernde Eismasse in der Ferne zu sehen. Auch hier versperrte eine riesige Gerölllawine den Weg, die aus Sicherheitsgründen nicht passiert werden durften, da jederzeit neue Erdrutsche drohen.
Nachmittags statteten wir dem Matheson See einen Besuch ab. Wenn die Wasseroberfläche komplett ruhig ist, spiegeln sich dort wohl einige Berggipfel im See. Leider war das Wasser so unruhig, dass keine Spiegelungen zu erkennen waren.
Auf der Suche nach einem Stellplatz kamen wir wieder an dem Platz vorbei, der gestern noch von einem Mitarbeiter gesperrt worden war. Er hatte sogar ein Schloss am Tor angebracht, um die Camper, die sich standhaft weigerten, den Platz zu verlassen, einzusperren, bzw. zum Abreisen zu zwingen. Heute war das Tor offen und einige Camper standen dort. Als wir fragten, ob der Platz nicht länger gesperrt sei, erzählten uns die anderen Camper, dass er offiziell gar nicht gesperrt war. Derjenige, der sich als Mitarbeiter der Gemeinde ausgegeben hatte, ist der Besitzer eines Campingplatzes einige Kilometer weiter und sieht es natürlich nicht gerne, dass seine potenziellen Kunden auf einem kostenlosen Platz direkt um die Ecke stehen dürfen. Ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung bestätigte den Campern, dass der Platz offiziell zum Campen freigegeben ist. Ganz schön dreist und erfinderisch der Herr, zu schade, dass wir ihm gestern auf den Leim gegangen sind. Aber immerhin können wir heute diesen Platz nutzen. Übrigens hat ein anderer Neuseeländer die Szene beobachtet, ist nach Hause gefahren und hat einen Bolzenschneider geholt, um das von dem Campingplatzbesitzer eigenmächtig angebrachte Schloss zu entfernen und die Camper zu befreien.

05.02.

Auf zum Fox Gletscher
Eigentlich wollten wir auf dem Stellplatz noch frühstücken, bevor wir die 350 Kilometer bis zum Fox Gletscher fahren, allerdings schlugen uns die Sandmücken in die Flucht. Eigentlich sehen diese Biester harmlos und unscheinbar aus, ungefähr so wie Obstfliegen, allerdings sind ihre Bisse nicht zu unterschätzen. Mit ihrem sägeähnlichem Mundwerkzeug ritzen sie die Haut auf, um sich Zugang zum Blut zu verschaffen. Danach jucken die Bisse noch für eine längere Zeit und schwellen manchmal an, wirklich lästig. Wir hielten eine Stunde später auf einem anderen Parkplatz an und wogen uns in Sicherheit. Von hier hatten wir eine tolle Aussicht in eine Schlucht und auf dem Parkplatz liefen süße kleine Hühner herum. Die wollten wir uns nach dem Frühstück aus nächster Nähe anschauen. Wir hatten allerdings kaum die Autotür geöffnet, als ein großer Schwarm Sandfliegen über uns herfiel und wir erneut flüchten mussten.
Auf unserem Weg Richtung Süden kamen wir an riesigen grünen Bergen vorbei, die zum Teil komplett in den tiefhängenden Wolken verschwanden.
Plötzlich leuchtete eine Warnlampe am Armaturenbrett auf. Es dauerte eine Weile, bis wir irgendwo Internet hatten und herausfinden konnten was das Symbol bedeutet, nämlich dass etwas mit der Motorkühlung nicht stimmt. Zum Glück hatten wir von unseren Vorgängern noch eine Flasche Motorkühlungsflüssigkeit an Bord, die wir nachfüllen konnten. Die Warnlampe erlosch und es konnte weitergehen. Nach einer Stunde Fahrtzeit leuchtete die Lampe wieder auf. Es half nichts, wir mussten den Motor genauer unter die Lupe nehmen. Es dauerte nicht lange und wir hatten das Leck gefunden. Ein Schlauch vom Ausgleichsbehälter der Motorkühlflüssigkeit war falsch verlegt worden, sodass scharfe Metallteile des Gaszugs über eine längere Zeit ein Loch hineingeritzt hatten. Da wir mitten im Nirgendwo standen, reparierten wir das Leck notdürftig mit Tape und fuhren bis zur nächsten Werkstatt, wo wir ein neues Stück Kühlerschlauch bekamen.
Anschließend kamen wir durch den Ort Franz Josef, wo im Dezember noch Hunderte Reisende für Tage festsaßen, da schwere Regenfälle und Erdrutsche die Straßen unpassierbar gemacht hatten. Selbst jetzt konnten wir noch sehen, wo sich vor zwei Monaten die Gerölmassen ihren Weg hinab gebahnt hatten. Wir fuhren noch bis zum nächsten freien Stellplatz, den die App anzeigte, doch als wir dort ankamen, sahen wir, dass der Platz gerade von einem seriös wirkenden Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung in Warnweste gesperrt wurde. Da es auch weit und breit keinen weiteren Freedom Campingplatz gab, bezahlten wir dafür, dass wir bei einem Hostel auf dem Parkplatz übernachten durften. Immerhin gab es dort richtig heiße Duschen.

04.02.

Kitetag in Nelson
Wie gut, dass es für Kitesurfer kein schlechtes Wetter gibt. Denn obwohl die Wolken vom Wind über den Himmel gejagt wurden und es nach Regen aussah, freuten wir uns über den Wind. Von einer Anhöhe aus konnten wir perfekt in die Kitebucht blicken. Was für eine schöne Aussicht: das vom Wind aufgepeitschte Meer mit Schaumkronen, eine riesige Sandbank und einige bunte Kiteschirme auf dem Wasser.
Ebbe und Flut sorgten für eine große Spielwiese, denn die bei Ebbe entstehende Sandbank bietet einen großen Flachwasserbereich völlig ohne Wellen. Oder aber man konnte sich jenseits der Sandbank in den Wellen austoben. Was für ein Spaß. Heute mussten wir allerdings in die Neos schlüpfen. Zum Glück waren kaum Kites auf dem Wasser, die Badegäste von gestern Zuhause und von Zeit zu Zeit hatten wir sogar die ganze Flachwasserlagune für uns alleine. Obwohl der Ort Nelson komplett von Wolken verhüllt war, zeigte sich direkt am Meer oft die Sonne.
Nach circa vier Stunden auf dem Wasser wurde der Wind so stark, dass wir mit unserem kleinsten Schirm völlig überpowert waren. Es war der perfekte Moment, um aufzuhören, denn wir schafften es gerade noch alles im Camper zu verstauen, als der Regen einsetzte.
Abends fuhren wir dann schon mal zwei Stunden in südliche Richtung, denn unser nächstes Ziel ist der Fox Gletscher.

03.02.

Warten auf Wind
Bei perfektem Wetter fuhren wir zum Kitespot. Da die Windvorhersage an diesem Ort extrem unzuverlässig ist und man nur Wahrscheinlichkeiten erhält, legten wir uns mit Kitematerial am Strand auf die Lauer, schließlich hatten drei verschiedene Windvorhersageapps unabhängig voneinander für den frühen Nachmittag Wind verkündet. Unsere Geduld wurde allerdings zuerst auf die Probe gestellt, weil in den ersten beiden Stunden nichts passierte. Nach der actionreichen Wanderung gestern war es aber gar nicht schlimm, einfach mal eine Weile am Strand zu entspannen.
Nach zwei Stunden war es dann endlich soweit und der lang ersehnte Wind traf ein. Es war so warm in der Sonne, dass wir sogar ohne Neoprenanzug ins Wasser konnten.
Leider war der Wind nicht ganz so stark und das Wasser war extrem kabbelig und voll mit Badegästen und Kiteschülern, was den Kitespaß doch etwas einschränkte. Aber immerhin kamen wir aufs Wasser.

02.02.

Abel Tasman Nationalpark
Heute Morgen fuhren wir schon um 7 Uhr von Nelson nach Marahau, von wo uns das Wassertaxi bis nach Bark Bay fahren sollte. Bereits die Bootsfahrt war ein Erlebnis, denn nachdem wir alle am Treffpunkt ins Boot gestiegen waren, wurde es zuerst von einem Traktor auf dem Anhänger durch den Ort, durch das Watt und die Priele bis ins hüfthohe Wasser gezogen. Dann konnte es losgehen. Auf der einstündigen Bootstour bis nach Bark Bay besichtigten wir noch einen sehr bekannten Felsen, der deshalb so berühmt ist, weil er wie ein zerteilter Apfel aussieht. Danach ging es zur Robbenkolonie, wo sich einige Robben weiter draußen auf den Felsen ausruhten.
Auf der 25 Kilometer langen Wanderung begleitete uns den ganzen Tag die Sonne. Trotz 29 Grad wurde es nicht zu warm, da wir oft im Schatten dichter Farnwälder unterwegs waren und uns im Meer jederzeit abkühlen konnten. Vor allem die goldgelben Sandstrände und das türkisblaue klare Meer begeisterten uns. Das Wasser war sogar so klar, dass wir auf einem ca. 200m hohen Berg standen und von dort einen Stachelrochen im Wasser erkennen konnten. Mithilfe der Drohne, die wie natürlich an Bord hatten, gelangen uns ein paar Fotos des Rochens, indem wir die Drohne zu ihm hinunter steuerten und ihm für ein Stück folgten. Eine Bucht war wirklich schöner als die andere und das Tolle ist, dass es hier wirklich sehr leer war im Vergleich zur letzten Wanderung im Tongariro Nationalpark. Wir sind nicht vielen Leuten begegnet.
Wirklich ruhig war es hier dennoch nicht, denn die Grillen sorgten für eine unglaubliche Geräuschkulisse. Als wir nach 25 Kilometern ziemlich geschafft wieder an unserem Ausgangspunkt Maharau ankamen, war es eine Wohltat, sich in einem schönen Restaurant mit Meerblick bei kühlen Getränken und leckerem Essen auszuruhen.

01.02.

Nelson
Heute sind wir von Picton über die malerische Küstenstraße nach Nelson gefahren. Immer wieder kommt man auf dieser Strecke an  Aussichtspunkten vorbei, von wo man einen tollen Blick auf die Bucht hat.
In Nelson angekommen kundschafteten wir erst einmal den Kitespot aus. Es war zwar für heute kein Wind vorhergesagt, aber zu Beginn der Woche könnten wir noch Glück haben.
Am Strand trafen wir auf drei weitere deutsche Kitesurfer, die uns gute Tipps für diesen Ort gaben.
Anschließend gingen wir zum Touristeninformationsbüro, um für Morgen ein Wassertaxi zu buchen, da wir eine Etappe in Neuseelands kleinstem Nationalpark Abel Tasman wandern wollen, der als absolutes Küstenparadies gilt.
Weil es im Nationalpark keine Straßen gibt, kommt man nur mit dem Boot hinein.
Insgesamt ist der Wanderweg durch den Park 51 km lang, die man auf 5 Tage verteilen könnte. Wir wollen uns allerdings die schönste Strecke rauspicken und zwei Tageswanderungen an einem Tag machen. Man könnte zwar auch im Nationalpark zelten, aber dann hätten wir auch die komplette Zeltausrüstung und Proviant für mehrere Tage auf dem Rücken schleppen müssen, worauf wir nicht so viel Lust hatten.
Weil der Abschnitt von Bark Bay bis Anchorage die schönste Wanderstrecke sein soll, entschieden wir uns für diese Etappe.
Wir sind schon sehr gespannt, wie es wird.

31.01.

Fähre von Wellington nach Picton
Als wir nach einer entspannten Nacht die Campertüre öffneten, flog uns eine ganze Ladung Sand in den Bus. Es hatte also doch ziemlich gestürmt über Nacht und den Sand vom Strand zu uns herübergetrieben.
Wir fuhren zum Nationalmuseum von Wellington und waren wirklich begeistert. Ein sehr modernes Museum, was alle Altersklassen anspricht. Wir haben viel über die vulkanisch aktiven Zonen in Neuseeland erfahren (die sich vor allem auf der Nordinsel befinden), über die Erdbebenzonen (vor allem auf der Südinsel) und über die vom Tsunami gefährdeten Gebiete. Es gab sogar ein Erdbebensimulationshaus, wo man hautnah spüren konnte, wie sich ein Erdbeben anfühlt und was in einem Haus so alles kaputtgehen kann.
Was uns im Museum besonders faszinierte uns der Riesentintenfisch, der weltweit der größte jemals gefangene Tintenfisch darstellt. Er ist unglaubliche 500 Kilo schwer, über 4 Meter groß und stammt aus 2000 Metern Tiefe. Wirklich beeindruckend, diesem Monstrum so nah gegenüberstehen zu können. Anschließend ging es auf die Fähre, die uns nach 3,5 Stunden auf die Südinsel brachte. Es war unglaublich stürmisch. Auf der windzugewandten Seite musste man sich draußen an der Reling festhalten, um nicht weggeblasen zu werden. Vor allem das letzte Stück, bevor wir in Picton ankamen, war wunderschön. Links und rechts von uns ragten grün bewachsene Hügel auf und manchmal sah man in einsamen Buchten ein vereinzeltes Haus.

30.01.

Waikanae Beach und Wellington
Nach einer stürmischen Nacht fuhren wir heute ca. 1,5 Stunden weiter südlich an die Küste. Überraschenderweise hatte sich der Wind aber urplötzlich gelegt und wir kamen an einer völlig windstillen Küste an, weshalb sich das mit dem Kiten dann leider erledigt hatte. Aber wir haben stattdessen einen langen schönen Strandspaziergang gemacht und uns die dem Strand gegenüberliegende Insel Kapiti Island aus der Ferne angesehen. Außerdem gab es in der Nähe einen Fluss, der ins Meer mündete. Je nach Gezeit war eine starke Strömung Richtung Meer bzw. Richtung Fluss zu beobachten.
Nachmittags fuhren wir weiter nach Wellington, wo wir noch mal die Annehmlichkeiten einer Stadt nutzten und in einer richtig leckeren Holzofen Pizzeria essen gingen. Unglaublich lecker! Da unser Übernachtungsplatz in der Nähe des Flughafens lag, sind wir abends noch im Flughafen warm duschen gegangen. Die Duschen waren direkt vor den Abfluggates und man durfte dort einfach so reinspazieren, ohne durch irgendeine Sicherheitskontrolle gehen zu müssen. Kaum zu glauben. In Wellington fegte der Wind übrigens wieder über die kleine Stadt. Zum Glück haben wir einen relativ windgeschützten Parkplatz gefunden mit Blick aufs Meer. Hier darf man praktischerweise überall campen, wenn die offiziellen freien Campingplätze schon voll sind.

29.01.

Auf nach Süden
Nachdem wir gestern sehr weit Richtung Norden gefahren sind, um die Drohne zu kaufen, mussten wir heute wieder möglichst weit nach Süden fahren, weil wir am 31.1. die Fähre von Wellington zur Südinsel nehmen. Da sich das Wetter heute sowieso nicht von seiner besten Seite zeigte, war es auch nicht weiter schlimm, den Tag mehr oder weniger im Auto zu verbringen. Außerdem fesselte uns ein richtig spannendes Hörbuch, ein Thriller von Andreas Gruber, wir konnten gar nicht mehr aufhören, so verging die Fahrt wie im Flug. Abends kamen wir an einem schönen Stellplatz an, wo uns eine riesige Fläche zur Verfügung stand und kaum andere Camper waren. Nach wie vor begeistert uns in Neuseeland die tolle Infrastruktur für kostenloses Campen. An allen Stellplätzen gibt es mindestens Toiletten (die sogar täglich von einem Reinigungsdienst geputzt werden), manchmal sogar Spülmöglichkeiten und kalte Duschen.
Übrigens scheint Neuseeland das Elternzeit-Eldorado für Deutsche zu sein. Wahnsinnig viele Paare mit ca. sechsmonatigen bis zwölfmonatigen Babys entfliehen dem deutschen Winter und reisen hier für 2 Monate mit Baby und Mietcamper herum.

28.01.

Waitomo Glühwürmchen Höhle
Heute sind wir zu einem Erlebnis der besonderen Art aufgebrochen, wir haben in Waitomo eine Glühwürmchen Höhle besichtigt. Dafür sind wir in die ca. 35 Meter unter der Erde liegende Footwhistler Höhle hinabgestiegen. Ganz schön gespenstisch. Schon auf halbem Weg spürten wir die kühle Luft. In der Höhle selbst war es mit 13 Grad im Vergleich zu den oberirdischen 25 Grad relativ kalt. Die Höhle war nur spärlich beleuchtet. An den Felswänden konnte man immer noch erkennen, wie sie vor vielen Jahrtausenden von einem Fluss geformt wurde. Außerdem konnten wir die Spuren des Erdbebens sehen, denn der Ausbruch des Vulkans Taupo löste auch hier, ca. zwei Stunden Autofahrt entfernt, noch eine ordentliche Erschütterung des Erdbodens aus, sodass Teile des Felsens von oben herunterfielen. Da sich bei diesem starken Erdbeben laut Experten alles, was nicht absolut sicher ist, schon gelöst hat, gilt sie für kommende Erdbeben als sehr sicher 😉 die Höhlenwelt an sich mit ihren vielen Stalagmiten faszinierte uns schon sehr. Als dann aber schließlich alle Lampen ausgemacht wurden, erstreckte sich vor uns ein Naturschauspiel der besonderen Art. Tausende Glühwürmchen leuchteten bläulich weiß von der Höhlendecke und den Wänden. Es sah aus, als würde man in den Sternenhimmel gucken. Je weiter wir in das Höhlensystem hineingingen, umso mehr Glühwürmchen sahen wir. Wir waren völlig beeindruckt. Diese kleinen glitzernden Tierchen sehen im Licht übrigens sehr unspektakulär aus, wie durchsichtige Würmer, aber man konnte ihre langen klebrigen Fäden sehen, die als „Angelleinen“ bezeichnet werden. Mit diesen fangen sie Insekten, die sich in den Fäden verheddern. Deshalb leuchten die Glühwürmchen übrigens auch, sie wollen damit weitere Insekten anlocken. Als das Licht für eine längere Zeit aus war, gewöhnten sich unsere Augen allmählich an die Dunkelheit und wir waren erstaunt, wie viel Licht die Glühwürmchen in die absolut finstere Höhle brachten. Übrigens haben die Glühwürmchen nichts mit den europäischen gemeinsam, die auch eher gelblich bzw. grün leuchten, denn bei diesen hier handelt es sich um die Larven der Pilzmücke.
Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Auckland, um uns eine kleine Drohne zu kaufen. Für tolle Landschaftsaufnahmen aus der Luft können wir sie bestimmt noch oft auf der Südinsel Neuseelands und in Australien gebrauchen.

27.01.

Tandemtour
Uns gefällt es so gut am Lake Taupo, dass wir uns gar nicht trennen können. Vor allem das perfekte Wetter trägt dazu bei, dass wir uns hier so wohlfühlen, bisher hatten wir jeden Tag 14 Stunden Sonnenschein und ca. 26 Grad. Deshalb entschieden wir uns,  einen weiteren Tag hier zu verbringen und eine Fahrradtour am See zu machen. Da wir noch nie ein Tandem geliehen hatten, wählten wir dieses Fahrrad aus, um damit die nächsten Stunden herumzufahren. Wer noch nie Tandem gefahren ist, dem sei gesagt, es ist gar nicht so leicht wie es aussieht. Vor allem Paaren und solchen, die es bleiben wollen, ist davon abzuraten, sich ein Tandem auszuleihen, denn es ist ganz schön anstrengend, sich ständig über jeden Schritt absprechen zu müssen 😉 nur einer kann lenken, bremsen, schalten und bestimmen, wo es hingeht. Der Hintermann hingegen sieht nur den Rücken des vorderen Fahrers, darf sich nicht zu weit nach links oder rechts lehnen, da man sonst umkippt. Außerdem kommt noch die Herausforderung hinzu, dass man nur im Takt treten kann, also muss der andere auch genau dann aufhören zu treten, wenn man selbst damit pausieren will. Insgesamt eine sehr wacklige Angelegenheit, zumal einem die schöneren Wege vorenthalten bleiben und man nur die breiten geteerten Radwege befahren kann.
Aber es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung 😉
Danach entspannten wir bei einem kühlen Bad im See und hatten wieder einen tollen Sonnenuntergang.

26.01.

Lake Taupo und Huka Falls
Nach der Wanderung gestern, wollten wir es heute etwas entspannter angehen lassen und hatten uns für ein paar Stunden ein Motorboot geliehen, um damit auf dem See herumzufahren. Zuerst fuhren wir zu den berühmten Maori Felsschnitzereien, die sich ca. 14 Meter über dem Wasser an einer Felswand befinden. Die einzige Möglichkeit, diese zu sehen, ist per Boot. Unsere Vermutung, dass diese erst 40 Jahre alte Maorikunst kein wirklich spektakuläres Highlight darstellt, sondern vor allem dazu genutzt wird, um möglichst vielen Touristen Bootstickets zu verkaufen, wurde leider bestätigt. Deshalb fuhren wir schnell weiter und suchten uns eine ruhige Stelle mitten auf dem See fernab der anderen Boote, um dort ins kühle, kristallklare Wasser zu springen. Überhaupt haben wir selten so einen sauberen See mit solch einer guten Wasserqualität gesehen. Dieser Kratersee ist der größte Frischwassersee Neuseelands und ist vor ca. einem Vierteljahrhundert durch den Ausbruch des Taupo Vulkans entstanden. Forscher haben noch zahlreiche aktive Schlote auf dem Grund des Sees entdeckt, aus denen sogar 45 Grad heißes Wasser strömt.
Außerdem fand parallel zu unserem Bootsausflug das diesjährige Speed Boot Race vom Lake Taupo statt. Mit laut röhrenden Motoren, die auch noch einige Kilometer weiter zu hören waren, lieferten sich die Rennboote ein rasantes Wettrennen.
Danach machten wir noch einen Abstecher zu den Huka Falls. Hier wird der Waikato Fluss von seiner ursprünglichen Breite von 100 durch eine Schlucht auf 15 Meter verengt, sodass das Wasser mit 220.000 Liter pro Sekunde dort hindurch schießt. Unglaublich, welche Kraft hinter diesen Wassermassen steckt. Es ist uns ein Rätsel, wie es laut Infotafel zwei Kajakfahrer geschafft haben sollen, die Stromschnellen und die Wasserfälle zu passieren.
Nachdem wir uns an diesem unglaublich heißen Tag im Lake Taupo abgekühlt hatten, konnten wir einen tollen Sonnenuntergang beobachten. Bei uns gab es übrigens das erste Mal, seit wir Deutschland verlassen haben, Schnitzel. Das hat uns doch ein bisschen gefehlt :-).
Nachts hatten wir einen so klaren Sternenhimmel über uns, dass wir ohne die Gardinen zuzuziehen in unserem Camper geschlafen haben, um vor dem Einschlafen den tollen Ausblick genießen zu können.

25.01.

Tongariro Alpine Crossing
Heute haben wir die spektakulärste Wanderung auf unserer ganzen bisherigen Weltreise unternommen. Ziemlich früh weckte uns der Wecker, denn um 8 Uhr fuhr uns der Shuttle Bus nach Mangatepopo, von wo wir die ca. 20 Kilometer bis nach Ketetahi durch den Tongariro Nationalpark wanderten. Auch wenn die Neuseeländer sich den Shuttle Bus für die 20 Kilometer mit 18€ pro Person gut bezahlen lassen, gibt es keine Alternative, da die Wanderung kein Rundweg ist. Es sei denn, man möchte den Weg hin und zurück wandern mit einer Übernachtung.
Im Nationalpark haben vulkanische Aktivitäten jahrtausendelange eine bizarre, karge Mondlandschaft geschaffen, die uns mit ihrer Vielfältigkeit überraschte. Der teilweise doch sehr steile Aufstieg hat sich sehr gelohnt, denn uns erwarteten atemberaubende Ausblicke auf riesige, rote Vulkankrater, türkisblaue Emerald Bergseen und schwarze Lavafelder. Ab den Bergseen konnte man nicht nur sehen, dass man in aktivem vulkanischen Gelände unterwegs ist, sondern man roch es auch. Der schwefelige Geruch stieg aus vielen Felsspalten hervor und färbte das umliegende Gestein gelb. Manchmal trat sogar siedendes, sprudelndes Wasser hervor. Wirklich beeindruckend. Warnschilder erinnerten uns außerdem ständig daran, dass wir uns in einem aktiven vulkanischen Gebiet befinden und Eruptionen jederzeit auftreten können. Zum Glück liegt der letzte Ausbruch im Jahr 2012 schon etwas in der Vergangenheit.
Obwohl wir perfektes Wanderwetter mit 14 Stunden Sonnenschein hatten, pfiff uns auf den Gipfeln bei 1868m doch ordentlich der Wind um die Ohren. Wie gut, dass wir noch eine Jacke eingepackt hatten.
Der Tongariro Nationalpark bietet mit seinen drei Kratern eine unglaublich schöne Wanderkulisse. In der surrealen alpinen Vulkanlandschaft wurden übrigens auch die Herr der Ringe Szenen rund um Mordor gedreht.
Nach circa sechs Stunden kamen wir dann doch etwas müde an unserem Camper an und freuten uns über ein paar eiskalte Getränke aus dem Kühlschrank. Wir fuhren wieder zu unserem tollen Stellplatz am Lake Taupo zurück, wo wir uns zuerst in die kalten Fluten stürzten. Diese Abkühlung war nach der langen Wanderung wirklich eine Wohltat.

24.01.

Wai-O-Tapu
Nach einem gemeinsamen Frühstück mit Sören und Nadja trennten sich unsere Wege leider auch schon wieder. Wir wollten nämlich nach Wai-O-Tapu, das auch als geothermales Wunderland bezeichnet wird. Dafür mussten wir uns ein wenig beeilen, denn morgens um 10.15 bricht dort der Lady Knox Geysir aus. Dass er zu so einer exakten Uhrzeit ausbricht, hat einen Grund: er ist nicht selbst aktiv, sondern sein Ausbruch wird durch Seife, mit der er chemisch reagiert, künstlich herbeigeführt. Als wir um 10 am Geysir ankamen, war dort schon jede Menge los, ca. 300 Menschen hatten sich dort versammelt. Es gab sogar Streitigkeiten, wenn neu Hinzukommenende anderen die Sicht versperrten. Jeder hatte Angst zu kurz zu kommen und etwas zu verpassen, sodass die allgemeine Stimmung leicht gereizt war.
Angeblich kann der Geysir Fontänen von 10- 20 m Höhe hervorrufen, die auch bis zu mehrere Stunden anhalten können. Entsprechend gespannt warteten alle auf den Ausbruch. Nachdem die Seife von einer Mitarbeiterin eingefüllt wurde, stiegen zuerst Blubberblasen auf, dann bildete sich dichter Schaum und schließlich kam eine kleine Fontäne, von einer Dampfwolke umhüllt, von ca. 4 Metern zum Vorschein, die aber direkt nach wenigen Sekunden wieder in sich zusammenfiel. Ungläubig schauten wir uns an: das sollte es schon gewesen sein? Wir konnten uns kaum halten vor Lachen, für diese „Vorstellung“ hatten wir uns so beeilt? Es war wirklich lustig, dass um diesen unscheinbaren Geysir solch ein Spektakel veranstaltet wird. Da war jedes Blowhole auf Hawaii beeindruckender.
Zum Glück war der eigentliche geothermale Park deutlich lohnenswerter. Wir beeilten uns nach dem Ausbruch des Lady Knox Geysirs, vor dem riesen Ansturm den Park zu erreichen. Wir hatten Glück und konnten uns die geothermalen Sehenswürdigkeiten in Ruhe anschauen. Dieser Park wird völlig zu Recht als Wunderland bezeichnet. Wir wanderten durch eine absolut surreale Landschaft. Es brodelte und dampfte überall. Das Gestein war durch Vulkandämpfe in allen Regenbogenfarben gefärbt. Am meisten beeindruckte uns der sogenannte Champagne Pool. Dabei handelt es sich um die größte Thermalquelle Neuseelands mit einem Durchmesser von 65m und einer Temperatur von 74 Grad. Während die Ränder der Quelle orange leuchten, ist das Wasser richtig blau. An der Oberfläche sprudelt es und die gesamte Quelle ist in eine dichte, warme Dampfwolke gehüllt.
Dem starken schwefelhaltigen Geruch konnte man sich nirgendwo im Park entziehen.
Wir konnten thermale Quellen bestaunen, die noch lange Zeit von den Einheimischen zum Kochen benutzt wurden.
Außerdem kamen wir an einem Krater vorbei, dessen Boden aus heißem Schlamm besteht. Er brodelte sehr laut vor sich hin. Diese Geräuschkulisse wurde extra für die Herr der Ringe Filme aufgezeichnet und für die Szenen von Mordor verwendet.
Zum Schluss fuhren wir zur Kerosene Creek, dort vermischt sich mitten im Wald das Wasser einer unterirdischen thermalen Quelle mit kühlem Flusswasser. Ein idyllischer Platz, an dem zum Glück relativ wenig los war. Das Wasser war so heiß, man konnte es nicht lange darin aushalten. Wir haben noch nie unter so einem heißen Wasserfall gestanden, kaum zu glauben. Abends fuhren wir dann weiter zum Lake Taupo, wo wir einen richtig tollen Sonnenuntergang sehen konnten.

23.01.

Rotorua
Zuerst sind wir heute Morgen wieder nach Whangamata gefahren. Von einem Einheimischen hatten wir nämlich den Insidertipp bekommen, dass man mit einem Kanu zu einer benachbarten Insel paddeln kann und dort in eine versteckte Höhle, die nach oben offen ist, mit Sandstrand gelangt.
Als wir in dem Geschäft standen und das Kanu ausleihen wollten, erfuhren wir, dass ausgerechnet heute und in den nächsten beiden Tagen so starker Wellengang von über 2 Metern ist, dass wir keine Chance hätten, in die Höhle zu gelangen. Sie meinte, wir würden uns dabei sicher umbringen. Deshalb hörten wir auf ihren Rat und überlegten es uns anders. Da wir auch keine Lust hatten, noch mehr Zeit in Whangamata zu verbringen, fuhren wir weiter nach Rotorua. Dieser Ort ist für seine geothermale Aktivität bekannt. Überall dampft, brodelt und blubbert es. Wir haben einen Stellplatz direkt am Lake Rotorua gefunden. Dieser See roch sehr stark nach Schwefel und auch er brodelte an einigen Stellen laut vor sich hin. Wir wussten, dass dort gerade Sören und Nadja, unsere Freunde, die wir auf Fidschi kennengelernt hatten, mit ihrem Camper stehen würden. Wir freuten uns sehr auf ein Wiedersehen und hatten uns richtig viel zu erzählen. Wir tauschten wertvolle Reisetipps über die Nord- und Südinsel aus und kochten zusammen Abendessen. Abends saßen wir noch lange in unserem Camper gemütlich zusammen.

22.01.

Hot Water Beach und Cathedral Cove
Eigentlich wollten wir heute noch mal länger schlafen, nachdem wir gestern so früh aufgestanden sind. Allerdings wurden wir um halb 7 durch ziemlich unsanftes Klopfen an die Scheibe unseres Campers geweckt. Wir waren im ersten Moment noch ziemlich verschlafen und fragten uns, wer schon so früh was von uns wollte. In verschiedenen Blogs hatten wir sogar davon gelesen, dass manchmal Einheimische, die einen ziemlichen Hass auf Camper haben, morgens zu deren Fahrzeugen gehen und diese durch Klopfen unsanft aufwecken und erschrecken wollen. Überrascht öffneten wir die Türe, es war aber zum Glück nur eine Dame von der Gemeindeverwaltung, die kontrollieren wollte, ob unser Fahrzeug auch wirklich „self-contained“ ist. Diese Plakette bekommen nur Autos, die über einen 25 Liter Frisch- und Abwassertank verfügen sowie eine Toilette an Board haben. Nur diese Autos dürfen nämlich auf den freien Stellplätzen übernachten. Ansonsten droht eine Strafe von 120 €. Da unsere self-contained Lizenz in der Windschutzscheibe verdeckt war, konnte sie nicht erkennen, ob wir dort zu Recht stehen. Zum Glück war dann aber alles in Ordnung. An Weiterschlafen war allerdings nicht mehr zu denken, inzwischen waren wir hellwach und die Sonne schien.
Deshalb fuhren wir direkt zum Hot Water Beach. Immer wenn die Ebbe kommt, tritt in einem bestimmten Abschnitt des Strandes über 60 Grad heißes Thermalwasser aus. Bei Flut ist dieser Bereich komplett vom Meer überflutet. Da also nur ein relativ kleines Zeitfenster von 3 Stunden bleibt, tummelten sich vormittags bereits hunderte Menschen am Strand, die fleißig Löcher in den Sand gruben, um dann dort im heißen Wasser zu entspannen. Wir sahen sogar einige Backpacker, die ihre Bratpfanne opferten, um sich ein Loch in den Sand zu graben. Mit einem geliehenen Spaten bewaffnet machten wir uns an die Arbeit und gruben mal hier und mal dort, allerdings ohne zunächst auf heißes Wasser zu stoßen. Nach einer Weile fanden wir aber eine gute Stelle. Das Thermalwasser sickerte so heiß aus dem Sand, dass man sich in direkter Nähe die Füße verbrannte. Kaum zu glauben. Mit etwas Meerwasser vermischt konnte man sich aber einen Pool mit perfekter Wassertemperatur bauen. Allerdings war es ratsam einen guten Sandschutzwall gegen die Wellen zu bauen, damit einen das Wasser nicht eiskalt erwischte 😉
Anschließend fuhren wir zur bekannten Cathedral Cove. Von Hahei aus wanderten wir eine gute Stunde an der Küste entlang, bis wir schließlich an der berühmten Cathedral Cove ankamen. Dies ist eine kathedralenartige Höhle, die zwei kleine Buchten miteinander verbindet.  Entstanden ist sie vor Tausenden Jahren durch allmähliche Errosion des Gesteins. So beeindruckend der Anblick der Cathedral Cove auch war, man konnte ihn kaum genießen, da es unglaublich voll war.

21.01.

Coromandel Halbinsel
Nach einer sehr schönen Woche im Norden war es nun an der Zeit, weiter nach Süden zu reisen. Deshalb fuhren wir heute die relativ weite Strecke von von Kaitaia nach Whangamata, 450 Kilometer,  an einem Stück. Da die Straßen häufig ziemlich gewunden sind sowie oft bergauf und bergab führen, brauchten wir deutlich länger als von Googlemaps angegeben. Wir starteten extra ziemlich früh um 7 und kamen erst um 16:30 in dem gemütlichen kleinen Küstenort Whangamata an. Immerhin waren wir noch früh genug, um einen der begehrten Freedom Campingplätze zu ergattern.
Nach der langen Fahrt sind wir zuerst an den Strand gegangen, von wo man eine tolle Aussicht auf die beiden benachbarten grünen Inseln hatte.
Danach schauten wir uns die Fußgängerzone Whangamatas näher an und stoppten in einer Pizzeria, wo wir uns eine leckere Pizza gönnten. Danach packten wir noch unser Lieblingsreisespiel Skipbo aus und spielten, bis es dunkel wurde.

20.01.

Cape Reinga
Nach einem richtig tollen Frühstück mussten die Kites noch getrocknet, vom Sand befreit und verstaut werden. Dann ging es zum nördlichsten Zipfel Neuseelands: Cape Reinga
Dort erwartete uns der bisher spektakulärste Ort der Nordinsel, da hier der pazifische Ozean und die tasmanische See aufeinandertreffen. Die Begegnung der zwei Meere ist sehr deutlich durch die verschiedenen Farben (Türkisblau und Dunkelblau) des Wassers und durch die quer zum Strand verlaufenden Wellen und Strömungen mitten auf dem Meer zu erkennen. Wirklich beeindruckend. Und dazu noch die tolle Aussicht auf den Leuchtturm, die steil abfallenden Felsen und die grünen Hügel. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. In der Ferne konnten wir schon die großen Sanddünen erkennen. Wir wanderten vom Cape Reinga bis zur nächsten großen Sandbucht. Diese riesige Bucht hatten wir sogar ganz für uns alleine. Auf dem Weg dorthin hatte man eine wahnsinnig tolle Aussicht auf die beeindruckende raue Steilküste, auf das Farbenspiel und die Strömungen der beiden Meere.
Für die Maori hat dieser Ort eine besondere mythologische Bedeutung: für sie brechen von hier die Seelen der Verstorbenen auf, um zum Ort der Ahnen zu gelangen.
Nach unserem Besuch im hohen Norden ging es dann wieder in südliche Richtung zurück.
Im Raetea Forest konnte man auf einer schönen Wiese mitten im Wald campen. Obwohl hier gerade Hauptsaison ist und die Neuseeländer selbst Sommerferien haben, ist es überhaupt nicht überfüllt und es ist gar kein Problem, abends spontan einen freien Freedom Campingplatz anzusteuern. Es ist das perfekte Land, um es mit dem Camper zu entdecken.

19.01.

Kitetag am 90 Miles Beach
Heute war der Wind perfekt und wir konnten den ganzen Tag Spaß auf dem Wasser haben. Zwischendurch war der Wind sogar so stark, dass wir ein paar richtig hohe Sprünge hinbekommen haben. Wirklich ein traumhaftes Kiterevier, so weit das Auge reicht sind nur Strand, Meer und Dünen zu sehen.
Seit einigen Tagen haben wir schon das Glück, dass es ab morgens schon angenehm warm ist und wir ca. 14 Stunden puren Sonnenschein genießen können. Da immer genug Wind ist, fühlt es sich auch nicht zu heiß an. Die perfekten Bedingungen für einen Sommerurlaub 🙂
Nach fünf Stunden auf dem Wasser waren wir ganz schön hungrig. In der Küche kochten wir uns ein leckeres Abendessen, das wir dann draußen mit Blick auf die über dem Meer untergehende Sonne genießen konnten.
Da nachts der Campingplatz in völliger Dunkelheit liegt und es auch in der Umgebung keine Lampen gibt, hatten wir einen richtig spektakulären Sternenhimmel über uns, an den eigentlich nur die ein oder andere Nacht in Namibia herankommt.

18.01.

90 Miles Beach
Für uns geht es nun weiter Richtung Norden. Da genau zwei Tage lang am 90 Miles guter Wind sein soll, wollen wir dort einen offiziellen Campingplatz ansteuern, denn erstens gibt es im nördlichsten Teil der Insel keine freien Stellplätze und zweitens ist es doch ganz nett nach dem Kiten im kühlen Meer eine warme Dusche zu haben. Um zum 90 Miles Beach zu kommen (der entgegen seines Namens nicht 90 Meilen, sondern nur 88 km lang ist), mussten wir ca. 10 km über eine ziemlich nervige Schotterpiste fahren, die uns und den Camper ziemlich durchrüttelte. Wir waren echt froh, als wir endlich den Campingplatz erreichten. Er befindet sich mitten in den Dünen. Da wir vorerst die einzigen Camper waren, hatten wir freie Stellplatzwahl. Wir haben einen schönen Platz gefunden, der etwas windgeschützt ist und eine tolle Aussicht auf die Dünen und das Meer bietet.
Der Strand erinnert uns ein bisschen an die Skeleton Coast von Namibia, so weit und rau ist sie.
Übrigens ist der Strand offiziell eine Fernstraße, zwischendurch kommen also hin und wieder Autos vorbei. Da sie mit 100 km/h dort entlang fahren, muss man sich tatsächlich daran erinnern, auf dem Weg vom Strand ins Wasser nach links und rechts zu gucken.
Nach über drei Wochen ohne Kitesurfen, konnten wir es kaum erwarten, noch mal aufs Wasser zu kommen. Hier mussten wir das erste Mal seit Oktober noch mal unsere Neoprenanzüge anziehen. Wirklich ein toller Wellenspot und da wir weit und breit die Einzigen waren, hatten wir ohne Ende Platz und konnten für ein paar Stunden den Wellen hinterherjagen. Mit dem Neoprenanzug waren die nordseeähnlichen Wassertemperaturen ganz erträglich.
Beim Abendessen hatten wir eine perfekte Aussicht auf einen schönen Sonnenuntergang.

17.01.

Doubtless Bay
Vor genau einem halben Jahr sind wir von Deutschland aus gestartet und haben unsere Weltreise in Namibia begonnen. Einerseits ist so viel passiert in den 6 Monaten, dass es uns rückblickend so vorkommt, als wäre Namibia schon mindestens 2 Jahre her. Andererseits vergeht für uns die Zeit sehr schnell, wenn man fast jeden Tag an einem anderen Ort ist und viel Neues erlebt, sodass wir kaum glauben können, dass die Hälfte unseres Sabbatjahres schon vorbei ist.
Zuerst starteten wir heute mit den Rainbowfalls. Ein wirklich richtig schöner Wasserfall, der über eine Klippe nach unten braust. Hinter dem Wasserfall entstand dadurch eine große Höhle, sodass man hinter den Wasservorhang klettern konnte.
Danach ging es erst einmal zum Friseur, das war wirklich nochmal nötig 😉
Anschließend sind wir in die Doubtless Bay gefahren, wo uns ein toller Stellplatz direkt am Tokerau Strand erwartete. Was für eine Aussicht. Allerdings musste man seinen Stellplatz sehr sorgfältig auswählen, wenn man sich nicht auf dem sandigen Untergrund festfahren wollte. Als dann abends sogar ein ganzer Linienbus, der zu einem Camper umgebaut wurde, angekommen ist, waren wir doch ziemlich beeindruckt, dass er, ohne im Sand zu versinken, den Weg bewältigen konnte.

16.01.

Bay of Islands- Paihia
Ein entspannter Strandspaziergang am Ruakaka Beach war das Erste, was wir heute Morgen nach dem Aufwachen machten. Im Sonnenschein wirkte die endlos lange Bucht noch viel eindrucksvoller als gestern Abend in der Dämmerung. Außer uns war kaum jemand am Strand.
Frühstück gabs in einem schönen Park mit Palmen.
Dann ging es weiter zur Bay of Islands. Unser Weg führte durch eine sehr hügelige und grüne Landschaft. Von oben hatte man einen tollen Blick auf die Bucht mit ihren vielen kleinen Inseln. Unterwegs stellten wir mal wieder fest, dass in Neuseeland interessanterweise viele der geteerten Straßen plötzlich ohne Vorwarnung in Schotterstraßen übergehen, die dann nach einigen Kilometern wieder geteert sind. Ein bisschen seltsam.
In Paihia, einem kleinen Küstenort, konnte man wunderbar angeln. Dafür fuhren wir zu den Waitangi Felsen, wo wir mit Tintenfisch als Köder zwei Red Snapper fingen. Die haben wir uns dann abends in der Pfanne gebraten, richtig lecker so ein frischer Fisch.

15.01.

Goat Island Marine Park
Nach einer sehr entspannten Nacht auf einem wirklich tollen und ruhigen Campingplatz ging es heute weiter Richtung Norden. Leider nieselte es noch ein bisschen. Wir stoppten am Leigh Harbour. Dort konnte man wandern gehen und angeln, also genau das Richtige für uns. Der Küstenwanderweg, der an vielen schönen einsamen Buchten vorbei führte, war sehr abwechslungsreich und ging mal direkt am Meer entlang, dann wieder durch dichten Wald und durch blühende Landschaften. Inzwischen klarte der Himmel auf und die Sonne zeigte sich. Das Wasser war so klar, dass ich einen Stachelrochen beobachten konnte, der elegant unter der Wasseroberfläche dahin glitt. Überhaupt sah das Wasser sehr schön türkisfarben aus, das hätten wir in Neuseeland gar nicht so erwartet.
Genauso beeindruckend sah der Goat Island Marine Park aus, der ein bekannter Schnorchelspot in Neuseeland ist. Seit vielen Jahren steht dieser Bereich unter Naturschutz, sodass sich hier viele Fische aller Arten tummeln. Bei kalten 19 Grad ging es ins Wasser. Und obwohl wir einige ziemlich große Fische sahen, riss uns dieser Schnorchelspot, nachdem wir auf Fidschi und in Nicaragua schnorcheln waren, nicht so richtig vom Hocker. Erstens war es sehr kalt, zweitens ziemlich voll und drittens war die Sicht nicht richtig klar durch viele kleine Algen.
Wie gut, wenn man seinen Camper dabei hat und sich danach direkt bei einem heißen Getränk und Bananenkuchen aufwärmen kann 😉
Auf der Suche nach einem Freedom Campingplatz kamen wir an den Ruakaka Beach. Dort trafen wir auch das erste Mal jemanden von der Gemeindeverwaltung an, der kontrollierte, ob nur die fürs Freedom Camping zugelassenen Fahrzeuge dort parken. Einige Wohnmobile wurden wieder weggeschickt, weil sie zu groß waren. Es hat tatsächlich manchmal Vorteile, mit einem relativ kompakten Camper unterwegs zu sein.
Als wir uns nach dem Abendessen überlegten, noch mal an den Strand zu gehen, staunten wir nicht schlecht, als wir sahen, was sich unmittelbar hinter der Düne verbarg. Vor uns lag eine unglaublich weite Bucht mit einem riesigen Sandstrand.

14.01.

Abreise mit Hindernissen
Nach dem Frühstück mussten wir dann leider Abschied nehmen. Jetzt, wo der Camper endlich fertig ist, wollen wir natürlich mit ihm auf Entdeckungstour gehen und uns möglichst viel von der Nordinsel ansehen. Da wir mit Sheryl, Scott und dem Hund Rio in ihrem schönen Seehaus eine wirklich tolle Zeit hatten, fiel uns der Abschied gar nicht so leicht. Heute hat es zum ersten Mal seit längerer Zeit richtig stark geregnet. Nicht die besten Campingstartvoraussetzungen. Nach 20 Kilometern mussten wir dann leider auch noch feststellen, dass sich die Dachdurchführungsbox der Solaranlagenverkabelung gelöst hatte. Deshalb mussten wir dann doch noch mal zum Seehaus zurück, um dies zu reparieren. Eigentlich braucht der Kleber trockene Umgebungsbedingungen und einen Tag zum Aushärten. Damit wir nicht so lange warten mussten, überlegte sich Jojo etwas. Zum Schutz vor Regen und Wind baute er aus einem leeren Wasserkanister eine Regen- und Windschutzhaube. Das sah ganz schön lustig aus, ein bisschen wir ein Blaulicht. Wir wurden auch von mehreren Leuten gefragt, was es damit auf sich habe.
Auf unserem Weg nach Norden stoppten wir noch an der deutschen Bäckerei, die wir auf dem Bauernmarkt gesehen hatten. Dort bekamen wir ein unglaublich leckeres Walliser Roggenbrot. Das beste Brot, das wir seit ca. einem halben Jahr gegessen haben. Dann ging es weiter bis zum Port Albert, wo wir einen schönen Übernachtungsplatz fanden. Während der Regen von draußen an die Scheibe prasselte, kochten wir uns einen leckeren Erbsenentopf, genau das richtige bei dem Wetter.

13.01.

Holzstapeln und Sitzbezug
Der aktuelle Sitzbezug vom Fahrersitz hat schon einige Jahre auf dem Buckel, weshalb er schon sehr verschlissen aussieht. Deshalb haben wir uns entschieden, ihn neu zu beziehen, damit er nicht weiter kaputt geht und auch schöner aussieht. Zum Glück hatten Sheryl und Scott noch etwas Stoff übrig, den wir dafür sehr gut brauchen konnten. Da wir nach der aufwändigen Näharbeit gestern keine Lust hatten, den Stoff aufzunähen, klebten wir ihn mit starkem Spraykleber fest. Das hat super funktioniert. Anschließend haben wir noch ein paar Stellen am Camper neu gestrichen, die schon ziemlich mitgenommen aussahen. Den Tag über waren wir wieder mit dem Feuerholz beschäftigt. Ein paar kranke Bäume mussten auf dem Farmgelände gefällt und zersägt werden. Langsam sollte das Holz im Schuppen reichen, um durch den kalten neuseeländischen Winter zu kommen 😉
Abends wurden wir zum Abschluss unserer Wwoofingzeit von Sheryl und Scott zum Essen in ein Dumpling Restaurant eingeladen. Dort gab es selbstgemachte Nudeln mit den verschiedensten Füllungen. Ein schönes Abschiedsessen.
Als wir wieder am Seehaus waren, schauten wir uns mit den Taschenlampen die vielen Aale an, die sich im See direkt am Ufer aufhielten. Sogar der Hund war ganz fasziniert von ihnen und versuchte einen zu erbeuten. Allerdings ohne Erfolg, im Wasser sind die Aale deutlich schneller als er.

12.01.

Matratzenbezüge nähen und Bäume fällen
Da sonntags immer der Farmers Markt stattfindet, sind wir heute Morgen bei strahlendem Sonnenschein dorthin hingefahren. Ein wirklich toller Markt mit Livemusik, wo es viel zu probieren gab. Von Austern über Honig bis zur Steinofenpizza war dort alles vertreten. Wir haben hier auch das erste Mal deutsches Brot gesehen. Selten haben wir uns so über einen Marktstand gefreut, denn auch in Neuseeland gibt es nur Toastbrot oder weiche Weißbrote. Den Neuseeländern schien der Stand auch sehr zuzusagen, denn ruck zuck waren die Brote ausverkauft.
Als wir an einem Crêpe Stand vorbeikamen, konnten wir nicht widerstehen. Leider ließ die Verkäuferin die Crêpes viel zu lange auf der Platte liegen, weshalb sie ziemlich dunkel und bröselig aussahen. Als Johannes fragte, ob er mir einen Crêpe selbst zubereiten könne, guckte sie erst sehr überrascht, überließ ihm aber freundlicherweise den Stand. Der Crêpe mit Nutella ist richtig lecker geworden.
Nach unserer Rückkehr wurden ein paar Bäume gefällt, dafür wurden die Bäume mit der Motorsäge angesägt und mit einem Seil vom Polaris in die richtige Richtung gezogen, bis sie umfielen. Die kleineren Äste wurden durch den Häcksler gejagt und zu kleinen Holzchips zerschreddert, die auf die Beete verteilt wurden. Die größeren Holzstücke wurden im Schuppen aufgestapelt.
Nachmittags haben wir uns dann noch um eine der letzten Arbeiten an unserem Bus gekümmert. Da wir mit der Einteilung der Matratzenteile in drei Stücke nicht ganz zufrieden waren, weil eines der Teile immer viel zu lang und unbequem als Rückenlehne war, haben wir es nochmal teilen lassen. Das bedeutete aber auch, dass wir nun für die neu entstandenen Teile neue passende Bezüge nähen mussten. Zum Glück konnten wir dafür Sheryls Nähmaschine nutzen. Diese Arbeit war wirklich sehr langwierig und anstrengend, da das für uns beide ziemliches Neuland war. Allerdings können sich die Bezüge für unser erstes Nähprojekt sehen lassen, wir haben sogar Reißverschlüsse eingenäht.
Abends wurden wir dann zum Essen von Scott ins Irish Pub eingeladen. Dort gab es außer exzellentem Cider Rumpsteak und Burger.

11.01.

Dachverkleidung und Holzspalterei
Damit wir möglichst bald mit dem Camper auf große Tour gehen können, sind wir heute schon extra früh aufgestanden, um vor dem Frühstück und unserem Arbeitsbeginn noch ein bisschen weiterzukommen.
Wir sind allerdings mit der Dachverkleidung nur bis zur Hälfte fertig geworden. Da heute vier Paare das Seehaus als potenzielle Hochzeitslocation besichtigen kommen, musste wieder im ganzen Haus gestaubsaugt und geputzt werden. Nachdem der Besuch sich verabschiedet hatte, mussten noch ein paar Bäume gefällt, mit der Motorsäge zerteilt und im Holzspalter zu ofengerechten Stücken zerkleinert werden, die wir dann im Schuppen aufschichteten. Vor allem das Zerteilen der Äste mit dem Holzspalter hat echt Spaß gemacht. Aber trotzdem eine ganz schön schweißtreibende Arbeit an einem so heißen Tag. Abends konnten wir dann am Camper weiter arbeiten. Als wir dann zum Schluss unser Werk begutachteten konnten wir es selbst nicht glauben, was für einen optischen Unterschied die Holzlatten an der Decke machten. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt. Zum Schluss brachten wir noch die selbstgebauten beleuchteten Weinglaskästen an. Wir freuen uns schon darauf, bald damit anzustoßen.
Abends gab es dann gebratene Flunder, die erst am Abend zuvor frisch gefangen wurde.

10.01.

Dämmung und Deckenausbau
Heute Vormittag war wieder einiges rund ums Haus zu tun, denn morgen kommen einige potenziell interessierte Paare, die das Seehaus für ihre Hochzeit buchen wollen. Deshalb wurde heute die Hecke geschnitten, die Beete vom Unkraut befreit und Feuerholz gespalten. Bei so einem großen Anwesen ist immer was zu tun. Kaum ist man an einem Ende fertig, muss man am anderen Ende wieder anfangen.
Als die Arbeit erledigt war, konnte es am Camper weitergehen. Heute war die Dämmung dran. Die Matten, die wir im Baumarkt gekauft hatten, erwiesen sich als sehr nützlich. Man konnte sie an die Decke „puzzeln“ und es reichte, sie festzuschrauben. Schon während wir im Camper arbeiteten, konnten wir die isolierende Wirkung spüren, denn obwohl die Sonne aufs Dach strahlte, erhitzte sich der Camper kaum im Inneren. Anschließend schafften wir es noch, einige Latten an die Decke zu schrauben und die indirekte LED Beleuchtungsleiste anzubringen. Wir sind echt gespannt, wie es aussehen wird, wenn wir damit fertig sind.
Abends haben wir dann noch ein leckeres Bananen-Pfirsich Curry gekocht, das auch bei den Nachbarn, die spontan zum Abendessen vorbeikamen, großen Anklang fand.

09.01.

Viele Erledigungen
Nach einer erholsamen Nacht im Camper haben wir morgens direkt am Meer in der Sonne frühstücken können.
Anschließend haben wir noch viele Erledigungen gemacht. Unter anderem waren wir auf einem Schrottplatz, wo wir ein Ersatzteil für unseren Camper besorgt haben. Uns fehlte nämlich eine Seitenverkleidung. Der Verkäufer dort wollte sie uns für 45 Neuseeland Dollar (also ca. 27€) verkaufen. Als wir ihm signalisierten, dass dieser Preis ziemlich überteuert ist für ein gebrauchtes Ersatzteil, ließ er sich schließlich auf 9€ runterhandeln. Danach ging es noch zum Baumarkt, wo man uns aufgrund unserer häufigen Besuche schon persönlich kennt. Mittlerweile werden wir dort schon mit Winken begrüßt und die Mitarbeiter wollen Fotos vom Baufortschritt des Campers sehen. Offensichtlich waren wir in letzter Zeit zu oft dort 😉
Danach ging es zurück zur Farm von Sheryl und Scott. Die Hochzeitsgesellschaft hat alles picobello hinterlassen. Es gab also kaum was zu tun, sodass wir direkt mit dem Camperausbau weitermachen konnten. Auch hier haben wir heute viele Kleinigkeiten erledigt. Zum Beispiel hat die Heckklappe immer ein sehr nerviges Piepgeräusch gemacht, wenn man vergessen hat, sie vor Fahrtantritt aufzuschließen. Nachdem wir die entsprechende Kabelverbindung getrennt haben, macht sie das jetzt zum Glück nicht mehr. Außerdem haben wir noch einige kleine Beulen in der Seite mithilfe eines Klostampfers herausgezogen.
Zum Schluss haben wir noch kleine beleuchtete Weinboxen gebaut. Heute haben wir dann wieder das schöne Airbnb-Zimmer bezogen.

08.01.

Hunua Ranges Regionalpark und Miranda Hot Springs
Da die Hochzeitsgesellschaft heute ab 9 Uhr das Haus in Beschlag nehmen wird, sind wir heute früh aufgestanden, haben die letzten Zimmer aufgeräumt, die Sachen gepackt und sind zum Hunua Regionalpark gefahren. Dort besichtigten wir erst den 30m hohen Wasserfall und sind anschließend den Hängebrückenwanderweg gegangen. Wir sind durch dichten Wald gewandert, wo wir riesige Baumfarne bestaunen konnten. Wenn man gerade nicht im tiefsten Wald war, konnte man blühende Landschaften und viele Tierkinder bestaunen. Eines mussten wir sogar von der Straße retten: ein kleines Igelkind hatte sich verlaufen und hatte sich mitten auf der Straße aus Angst vor den Autos eingeigelt. Wir setzen es in einer sicheren Wiese ab und hoffen, dass es nicht wieder zurück auf die Straße läuft.
Nachdem wir drei Tage am Stück Stunde um Stunde am Camper gearbeitet hatten, waren die Miranda Hot Springs eine willkommene Erholung. Bis zu 41 Grad heiß sprudelt dort das Wasser aus unterirdischen thermalen Quellen.
Mithilfe unserer Campermateapp haben wir auch einen schönen sogenannten Freedom Campingplatz direkt am Meer gefunden. Das bedeutet, dass man auf dem Platz völlig umsonst stehen darf. Sogar Waschräume gibt es hier. So macht Campen richtig Spaß.

07.01.

Solaranlageninstallation
Da wir erst ab abends Sheryl und Scott ums haus herum unterstützen sollten, konnten wir tagsüber viel am Camper schaffen. Wir haben die Solarplatte auf dem Dach verschraubt, die Kabel verlegt und den Kühlschrank eingebaut. Alles funktioniert nun tadellos. Was für ein Luxus, endlich wieder eine funktionierende Kühlung an Bord zu haben. In der Kühlbox vorher sind uns öfter Lebensmittel schlecht geworden. Anschließend haben wir alle Schranktüren ausgebaut, abgeschliffen und wieder eingebaut. Jetzt sieht der Innenausbau deutlich frischer aus. Auch die defekte Schiebetür läuft nun wieder einwandfrei in der Spur.
Dann gab es unser leckeres Gulasch zum Abendessen mit Kartoffeln aus dem hauseigenem Garten. Frischer können sie nicht sein.
Da Sheryl und Scott ihr komplettes Haus ab morgen für einen Tag an eine Hochzeitsgesellschaft vermietet haben, musste abends noch alles aufgeräumt, die Airbnb Zimmer hergerichtet und geputzt werden. Vor allem die Polaris-Quadtour, um das aufgesammelte Laub wegzufahren, hat richtig Spaß gemacht.
Das Haus hat wirklich eine traumhafte Lage am See und weit und breit ist kein Nachbar zu sehen.
Wir sind schon gespannt, wie morgen das Haus nach der Hochzeitsparty aussehen wird 😉

06.01.

Rasenmähen und Solaranlage
Eine Aufgabe, die wir heute im Rahmen des Wwoofings erledigen sollten, machte uns besonders Spaß: mit dem Rasenmähertraktor die Wiese mähen. Vor allem bei bestem Wetter und der schönen Seekulisse eine nette Abwechslung. Nachdem wir dann auch noch die Blumenbeete von Unkraut befreit hatten, war unser Hilfseinsatz für heute beendet und wir konnten uns wieder unserem Camperprojekt widmen. Vorher gab es aber noch leckere Pizza, Sheryl hatte schon alles vorbereitet und jeder konnte sich seine Pizza selbst belegen, die anschließend auf einem extra Pizzastein auf dem Gasgrill gebacken wurde. Wirklich richtig lecker!
Danach fuhren wir zu Sunny Tech einer im Vergleich unschlagbar günstigen Solarfirma. Wir wurden richtig gut beraten und kauften neben einer 150 Watt Solarplatte auch einen 50l Kühlschrank und eine entsprechende Solarbatterie. Damit können wir völlig autark stehen und auch Lebensmittel wie Milch und Butter wieder an Board haben, ohne dass sie uns schlecht werden. Das, was wir für den ganzen Einkauf dort ausgegeben haben, hätte uns woanders alleine der Kühlschrank gekostet.
Zuhause mussten wir dann am Camper noch einige Anpassungsarbeiten vornehmen, denn dort, wo der Kühlschrank stehen soll, mussten wir erst Ventilationsöffnungen einbauen sowie die Schranktüren ausbauen, damit er überhaupt hineinpasste. Zum Schluss installierten wir noch den Controller der Solaranlage und verlegten die Kabel.
Abends haben wir dann schon das Abendessen für den nächsten Tag vorbereitet: ein leckeres Gulasch.

05.01.

Hausarbeit und Camperausbau
Heute haben wir mit dem Wwoofing gestartet. Nach ca. 3 Stunden Fenster putzen und Rasenmähen, war die Arbeit erledigt. Der süße einjährige Hund von Sheryl und Scott war in der vorigen Nacht mit auf Opossumjagd und war heute noch völlig erledigt. Er lag fast den ganzen Tag unter seiner Kuscheldecke im Körbchen. Außer ihm gibt es auch noch eine sehr flauschige Katze, die hier wohnt. Meistens beobachtet sie uns allerdings nur skeptisch aus der Ferne. Uns gefällt es hier richtig gut und wir fühlen uns schon wie Zuhause.
Wir waren heute richtig fleißig und haben viel am Camper geschafft. Wir haben den neuen Boden verlegt und den ganzen Innenausbau wieder eingebaut. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen, weil alles millimetergenau wieder an die Stelle musste, wo es vorher war.
Die Auswirkungen der Waldbrände in Australien waren heute leider auch erstmals hier zu spüren. Viele Wolken waren gelb verfärbt und die komplette Umgebung war dadurch in ein surreales Gelb getaucht. Echt gruselig.

04.01.

Campergrundsanierung
Nach fast einem halben Jahr auf Reisen, hatten wir noch mal richtig Lust auf ein Projekt. Deshalb haben wir uns überlegt, unseren Camper komplett zu entkernen, einen schönen Boden und eine mit Holz vertäfelte Decke einzubauen. Da man dafür unbedingt das richtige Werkzeug braucht und einen trockenen Platz zum Arbeiten, haben wir uns bei der Wwoofing Plattform angemeldet. Dabei geht es darum, dass man auf einer Farm 4-5 Stunden am Tag hilft und dafür kostenlos dort wohnen und essen kann. Uns ging es in erster Linie darum, dass wir irgendwo sind, wo wir genug Werkzeug finden. Wir haben wahnsinnig Glück gehabt und sind bei einem jungen Paar namens Scott und Sheryl gelandet. Ihnen gehört ein schönes Haus direkt an einem See und wir wohnen in einer ihrer Airbnb Wohnungen. Sie haben eine große Garage, die wir nutzen können mit allem Werkzeug, was wir brauchen. Da es mit unserer Hilfe erst morgen losgeht, konnten wir heute richtig viel am Camper arbeiten. Wir haben aus dem Innenraum alles ausgeräumt und abmontiert. Zum Schluss wurde der Teppich rausgerissen und sogar die Holzbodenplatte rausgenommen und darunter alles gesäubert. Ganz schön viel Arbeit. Abends ging es dann noch mal zum Baumarkt, wo wir uns einen neuen schönen Boden für den Camper ausgesucht haben.

03.01

Shakespear Regional Park
Heute Morgen sind wir auf der Suche nach einer warmen Dusche im Schwimmbad gelandet. Als wir erfuhren, dass man für nur 4,50€ das Schwimmbad, Whirlpool und Saunabereich den ganzen Tag nutzen kann, haben wir uns entschieden, diesem Ort einen längeren Besuch abzustatten. ( Da soll noch mal jemand sagen, Neuseeland sei teuer ;-)) Erstaunlicherweise war sogar richtig viel Platz im Schwimmbad und man hatte eine komplette Bahn für sich alleine. Was für ein Luxus!
Anschließend sind wir zum Strand des Shakespear Regional Park gefahren. Dort gibt es neben vielen idyllischen Wanderwegen auch eine tolle Bucht mit einer riesigen Picknickwiese davor. Wir konnten es kaum glauben, aber auf dieser Wiese waren in regelmäßigen Abständen Gasgrills installiert, die man als Strandbesucher einfach so nutzen kann. Wirklich eine tolle Idee. Wir picknickten im Camper am Strand und stellten fest, dass wir scheinbar, ohne es zu wissen, an einem Kitesurf Hotspot gelandet waren. Es lagen schon viele Kites aufgepumpt auf der Wiese und als der Wind zunahm, kamen im Minutentakt weitere Kitesurfer dort an. Uns verlockte es zum ersten Mal nicht, ins Wasser zu gehen. Erstens hatten wir gerade erst geduscht und zweitens war es uns doch etwas zu voll. Nach Fidschi sind wir diesbezüglich echt verwöhnt…
Dafür packten wir aber die Angel aus, in der Hoffnung, einen Fisch zu fangen. Abends gab es zwar keinen Fisch, dafür kochten wir im Camper von den gestern gesammelten Erdbeeren leckere Erdbeermarmelade. Der Bus hat noch Stunden danach richtig geduftet.

02.01.

Phil Creig’s Erdbeergarten
Als wir heute relativ früh aufwachten, haben wir vor dem Frühstück eine kleine Wanderung gemacht, die direkt am Parkplatz des Besucherzentrums startete, das noch ziemlich ausgestorben wirkte. Wir sind durch einen dichten Wald gegangen, der uns mit seinen Palmen und Farnen ein bisschen an einen tropischen Regenwald erinnert hat. Allerdings war es hier zum Glück überhaupt nicht schwül. Dort wachsen auch die berühmten Kauri Bäume, die es nur in Neuseeland gibt. Durch einen eingeschleppten Pilz sterben diese beeindruckenden Bäume leider langsam aus, da der Mikroorganismus sie von innen auffrisst. Um dies zu verhindern, sind alle Wanderwege mit einer Schleuse versehen, wo alle Wanderer ihre Schuhe säubern und desinfizieren müssen, um den Erreger nicht weiter zu verbreiten.
Als wir wieder zum Camper zurückkamen, staunten wir nicht schlecht: der vorher noch völlig verwaiste Parkplatz war komplett überfüllt und unglaublich viele Besucher strömten Richtung Besucherzentrum und Wanderwege. Es hatte sich also gelohnt, so früh unsere Wanderung zu starten.
Nachdem wir noch eine Angel gekauft hatten, da es in Neuseeland völlig legal ist, ohne jegliche Lizenz im Salzwasser zu angeln, stoppten wir an einem Erdbeerhof, wo man selbst pflücken durfte. Wir waren im 7. Erdbeerhimmel. So saftige und süße Erdbeeren haben wir schon lange nicht mehr gegessen. Der Sammeleimer blieb allerdings die ersten 10 Minuten leer, da wir zu sehr damit beschäftigt Wagen waren, die Erdbeeren zu probieren 😉
Abends fanden wir einen schönen freien Stellplatz in Gulf Harbour direkt am Meer mit toller Aussicht auf die Bucht.

01.01.

Waitakere Ranges Regionalpark
Das neue Jahr haben wir mit einem schönen Neujahrsfrühstück beginnen lassen. Vor allem die frohe Botschaft,   dass der komplette Geldbetrag, der auf Fidschi nicht aus dem Geldautomaten gekommen ist, als meine Kreditkarte eingezogen wurde, wieder auf mein Konto zurückgebucht wurde, freute uns sehr.
Anschließend sind wir zum Baumarkt gefahren und haben uns Bretter ausgesucht, um das Dach unseres Campers von innen zu verschönern, trotz Neujahr hatten fast alle Geschäfte auf.
Auf der Suche nach einem schönen und kostengünstigen Übernachtungsplatz für unseren Camper kamen wir nachmittags zum Besucherzentrum des Waitakere Ranges Regionalpark. Dort führte ein Weg zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man das komplette Tal überblicken konnte. Wirklich schön. Da außer uns nur ein einziger weiterer Camper auf dem Parkplatz stand, hatten wir einen besonders ruhigen Abend mitten in der Natur.

31.12.

Nach der ersten Nacht in unserem Camper haben wir festgestellt, dass er dringend eine neue Matratze benötigt. Die alten Polster waren doch schon ziemlich durchgelegen. Wir fuhren zu einem Laden namens Para Rubber, wo man ganz genau nach unserem Wunsch die Matratzenteile zuschneiden konnte, denn das, was abends als Matratze fungiert, soll ja tagsüber eine Sitzecke bilden. Zum Glück passten die neuen Matratzenzuschnitte bis auf einen in die Polsterhüllen. Für den dritten Teil kauften wir Stoff in genau derselben Farbe wie die übrigen, um daraus eine dritte Hülle zu basteln. Ohne Nähmaschine eine echte Herausforderung… aber mit etwas Improvisation hat es dann doch funktioniert.
Im Anschluss stoppten wir am Mount Wellington. Er ist einer der vielen Vulkane rund um Auckland herum und ist das letzte Mal vor 9000 Jahren ausgebrochen. Man geht davon aus, dass er dauerhaft erloschen ist und nicht wieder ausbrechen wird. Der ehemalige Vulkan ist komplett mit Gras überwuchert, der Trichter aber noch gut erkennbar. Wir sind auf den 135m hohen Gipfel gegangen und hatten von dort eine fantastische Aussicht auf ganz Auckland.
Auf unserem Stellplatz am Hafen konnten wir einen sehr sommerlichen Silvesterabend genießen, wo wir uns erst einmal ein leckeres Abendessen zauberten.
Da wir der deutschen Zeit 12 Stunden voraus sind, konnten wir das neue Jahr schon sehr früh begrüßen. Im Hafenviertel hatten wir eine ideale Sicht auf den Skytower und die Bucht, wo jeweils ein tolles Feuerwerk abgefeuert wurde. Private Feuerwerke sind hier absolut unüblich, was aber als Zuschauer sehr entspannt war, da man keine Angst haben musste, einen Böller oder eine Rakete abzubekommen. Wir haben auch kein einziges Geschäft gesehen, das Feuerwehr verkauft.
Das Feuerwerk dauerte zwar nicht so lange, war aber sehr professionell und beeindruckend.
Insgesamt hatte die Silvesternacht eher das Flair eines Sommerhafenfests. Es gab Livemusik und verschiedene Marktstände. Die Leute saßen im Park und warteten auf den Countdown für das Feuerwerk.
Um Mitternacht haben wir uns dann gebührend von einem besonders ereignisreichen Jahr verabschiedet und auf 2020 angestoßen. Wir sind schon sehr gespannt, was die zweite Hälfte unserer Weltreise an Entdeckungen und Erlebnissen für uns bereithält. Wir wünschen euch ein tolles neues Jahr!

30.12.

Erste Nacht im „neuen Camper“
Heute Vormittag war es endlich soweit, wir konnten unseren Camper in Empfang nehmen. Nachdem Julie und Max 10 Monate mit dem Bus unterwegs waren, geht er nun mit uns auf große Reise 😉 Es fiel ihnen nicht leicht, sich nach der langen Zeit von ihrem Gefährt zu trennen, aber bei uns ist er ja in guten Händen 🙂 Wir haben uns schon einige Verbesserungen überlegt, die wir vornehmen wollen. Ein tolles Gefühl, wieder mit einem mobilen Zuhause unterwegs zu sein. Nachdem unser ganzes Gepäck verstaut war, führte unser erster Weg in eine Werkstatt, wo wir unserem Camper erst einmal vier neue Reifen spendierten. Echt super, dass man so eine Entscheidung nun selbst treffen kann und nicht von einer Mietwagenfirma wie beim letzten Mal abhängig ist, die 11 Jahre alte Reifen noch für sicher hält.
Wir haben einen schönen Stellplatz am Hafen mit Blick auf die Harbourbridge gefunden.

29.12.

Auckland Fishmarkt
Der Sonntag in Auckland unterscheidet sich kaum von den anderen Werktagen. Die Geschäfte haben ganz normal geöffnet und sogar an den Baustellen wird gearbeitet. Wir statteten dem Kathmandu, einem super ausgerüsteten Outdoorladen einen Besuch ab und kauften noch eine Hängematte und Solar Dusche für den Camper. Wegen des Boxing Day Sales haben wir sogar noch 50% Rabatt auf alles bekommen. Anschließend sind wir zum Fischmarkt von Auckland gegangen, wo man sämtliche Fische bestaunen und probieren kann. In einem gemütlichen Innenhof bei Livemusik wurde der Fisch zubereitet.
Auf dem Rückweg durch die Stadt kamen wir an Aucklands bekanntem Sky Tower vorbei, der fast 328m hoch ist. Dort kann man einen sogenannten Sky Jump aus 200m Höhe machen und nur an einem Drahtseil hängend in 11 Sekunden mit 85 km/h Richtung Boden schießen. Lustigerweise waren es ausschließlich Asiaten, die den Sprung in die Tiefe wagten, während wir von unten zugucken.

28.12.

Waiheke Island
Das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Bei 25 Grad und Sonnenschein nahmen wir die Fähre und fuhren ca. 40 Minuten zur Waiheke Island. Diese Insel ist bekannt für Weinberge, feine Sandstrände und türkisblaues Wasser. Am Fährterminal angekommen sahen wir ein paar Fischern zu, die einige Fische geangelt haben. Diese waren gerade dabei, ihren Fang auszunehmen und warfen die Reste zurück ins Meer. Das lockte einige Stachelrochen an, die sich bis ins Flachwasser wagten. Ihre Stachel ragten zum Teil sogar aus dem Wasser.
Wir wanderten von der Bucht Matiatia an der Küste entlang, bis wir nach ca. 1,5 Stunden am Oneroa Strand ankamen. Wir trafen auf diesem Wanderweg kaum andere Wanderer und konnten unglaublich tolle Ausblicke auf friedliche Buchten mit Segelbooten, türkisblauem Wasser und einzigartige Felsformationen genießen. Es fühlte sich ein bisschen so an, als würden wir in Deutschland im Sommer wandern gehen. Das Klima ist sehr ähnlich und auch die Bäume und die anderen Pflanzen sind uns sehr vertraut.
In Oneroa, ein gemütlicher kleiner Ort, angekommen haben wir ein tolles kleines Café gefunden, wo wir hervorragenden Kuchen und leckeren Cappuccino bekommen haben. Übrigens muss an der Stelle mal erwähnt werden, dass wir das Gerücht, dass Neuseeland so viel teurer ist als Deutschland, absolut nicht bestätigen können. Einiges ist hier sogar deutlich günstiger wie zum Beispiel der Diesel. Das Einzige, was etwas teurer ist, sind Fleischprodukte (und Tabak soll hier wohl so teuer sein, dass sich einige deutsche Backpacker sogar von Deutschland Zigaretten schicken lassen 😉 ).

27.12.

Ummeldung
Neuseeland ist überraschend unbürokratisch. Während man in Deutschland nach einem Autokauf einige Behördengänge erledigen muss, gestaltet sich dies in Neuseeland sehr einfach und günstig. Man geht einfach mit seinem Personalausweis in das nächste Postbüro mit den vorigen Besitzern, füllt ein Formular aus, bezahlt 5 € und schon ist man als neuer Besitzer eingetragen. Wirklich unkompliziert. Daran könnte sich Deutschland wirklich ein Beispiel nehmen. Dann haben wir uns direkt um eine Versicherung gekümmert. Eine Autoversicherung ist in Neuseeland zwar nicht verpflichtend, aber da sie nur 10€ pro Monat kostet und auch dann greift, wenn man selbst einen Unfall verschuldet, ist sie auf jeden Fall sinnvoll. Mit unserer deutschen ADAC Mitgliedschaft bekommt man hier sogar für ein halbes Jahr umsonst Pannenhilfe und hat viele weitere Vorteile. Wirklich praktisch.
Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir bei bestem Wetter im Hafenviertel herumspaziert und haben uns schon erste Gedanken gemacht, wie wir unseren Camper verschönern können.

26.12.

Autokauf
Der Zweite Weihnachtstag ist in Neuseeland kein offizieller Feiertag mehr. Er wird hier auch als Boxingday (Geschenkeschachteltag) bezeichnet. Alle Geschäfte haben auf und werben mit besonderen Angeboten (Boxingday deals) bis Silvester. Zum Teil bekommt man zwischen 30 und 50% Rabatt. Deshalb war es überall ziemlich voll. Aber immerhin konnten wir schon mal einige wichtige Sachen günstig für die nächsten Wochen im Camper einkaufen.
Da der Van gestern doch etwas zu alt und klapprig für unseren Geschmack war, haben wir für heute eine weitere Besichtigung organisiert. Anhand dieses Campers wollen wir dann entscheiden, ob wir selbst ein leeres Fahrzeug ausbauen oder aber einen fertigen kaufen. Da wir schon einmal einen VW T5 selbst ausgebaut haben, hätten wir auf jeden Fall Spaß daran, einen relativ neuen Camper zu kaufen und ihn nach unserem Geschmack einzurichten. Dagegen spricht allerdings, dass es uns ca. 2-3 Wochen Zeit kosten würde.
Ein Mietcamper käme überhaupt nicht in Frage, da er uns für 2,5 Monate 9000€ gekostet hätte.
Nachdem wir ausgerechnet haben, dass wir mit einem Diesel auf 10.000 Kilometer im Vergleich zu einem Benziner 400€ sparen (da ein Liter Diesel ca. 50 cent weniger kostet als ein Liter Benzin) und er sich auch besser verkaufen lässt, sollte der Camper auf jeden Fall einen Dieselmotor haben. Zwar muss man hier alle 1000km mit einem Dieselfahrzeug 45€ Steuer zahlen, aber das fällt trotzdem nicht ins Gewicht.
Den Van, den wir heute besichtigten, ein Toyota Hiace mit Hochdach und langem Radstand, Baujahr 1998, gehört einem netten französischen Backpackerpaar, das mit ihm 10 Monate on tour war. Er hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, macht aber einen sehr soliden Eindruck und hat alle wichtigen Inspektionen erfolgreich absolviert. Nach einer Probefahrt entschieden wir uns für dieses Fahrzeug. Kleinere Schönheitsoperationen und Optimierungen werden wir dann während der Reise durchführen, damit er sich Ende Februar wieder möglichst gut weiterverkaufen lässt.

25.12.

Erste Bus Besichtigung
Nach einer sehr erholsamen Nacht haben wir heute den ersten Camper besichtigt. Die freundlichen französischen Backpacker nahmen sich viel Zeit und führten uns ihren Camper 1,5 Stunden lang vor. Letztlich konnte der Van uns jedoch leider nicht überzeugen. Er war schon etwas mitgenommen und der Ausbau zu improvisiert.
Im Anschluss daran schauten wir uns noch den Hafen Aucklands an sowie  das alte Fährhaus.
Auf dem Rückweg kamen wir an einem sehr verwaisten Einkaufszentrum vorbei. Es war etwas gespenstisch, durch diese völlig verlassene Einkaufspassage zu laufen. Wegen des Ersten Weihnachtstages hatten alle Geschäfte geschlossen, aber trotzdem dudelte laute Musik aus den Lautsprechern und die Rolltreppen liefen auf- und abwärts ohne Pause.

24.12.

Flug nach Auckland
Die letzte Nacht auf Fidschi gestaltete sich leider nicht so entspannt. Wir hatten zwar wieder in derselben Unterkunft wie beim letzten Mal in Nadi die Übernachtung gebucht, aber das Zimmer selbst war irgendwie in einer anderen Unterkunft. Dort feierten ein paar Inder bis vier Uhr morgens direkt vor unserem Fenster eine Christmasparty im Hotelpool mit viel Lärm. Ziemlich unpassend, wenn man am nächsten Morgen einen Flug bekommen muss und der Wecker schon um 5 klingelt… Obwohl die Rezeption eigentlich 24 Stunden besetzt war, fühlte der Rezeptionist sich nicht verantwortlich, mal für Ruhe zu sorgen. Das musste ich dann übernehmen. Mit mäßigem Erfolg… Als wir dann nach einer ziemlich kurzen Nacht auschecken wollten, war die Rezeption nicht besetzt und die Tür verschlossen. Nachdem wir minutenlang geklopft hatten, schreckte plötzlich der Rezeptionist hoch, der es sich in der Lounge in einem Sessel bequem gemacht hatte und offensichtlich eingepennt war. Außer ihm hatten noch drei seiner Kumpels dort auf dem Fußboden übernachtet. Scheinbar waren sie am Lärm der vergangenen Nacht auch nicht ganz unbeteiligt 😉
Nach drei Stunden entspanntem Flug landeten wir in Auckland bei 24 Grad und Sonnenschein. Richtig angenehm. Wir fühlten uns auf Anhieb richtig wohl hier. Für die nächste Woche bis Silvester haben wir uns eine schöne Ferienwohnung direkt im Zentrum gemietet. Um uns abends ein leckeres Weihnachtsmenü kochen zu können, mussten wir aber erst noch einkaufen gehen. Zum Glück hatten die Supermärkte noch bis abends geöffnet. Dort war natürlich so kurz vor dem Feiertag (in Neuseeland gibt es den 2. Weihnachtsfeiertag nicht) die Hölle los. In Auckland scheinen viele Deutsche unterwegs zu sein, denn wir haben gehört, dass viele der Einkäufer Deutsch miteinander sprachen, außerdem gab es eine gute Auswahl an deutschen Bieren 😉
Es war ganz schön ungewohnt, an Weihnachten in kurzen Hosen draußen herumzulaufen und dass es abends noch bis 21 Uhr hell war passte auch nicht ganz zum Heiligabend. Nach einem leckeren Weihnachtsessen haben wir den Abend entspannt mit „Kevin allein in New York“ ausklingen lassen, dieses Mal erkannten wir viele Filmschauplätze aus unserem New York Besuch wieder.
Wir wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest!