Wir sind jetzt auf Hawaii, daher findet ihr nun alle weiteren Einträge in der nächsten Rubrik „Hawaii/Fidschi“

25.11.

Zwischenstopp in Los Angeles
Nach sechs Wochen in Zentralamerika startete heute unsere Reise nach Hawaii. Nach sechs Stunden Flug sind wir in Los Angeles zwischengelandet. Weil unsere Airline den Flug im Vorfeld verschoben hatte, bedeutete es, dass wir unseren Anschlussflug nach Hawaii nicht bekommen hätten. Das wussten wir allerdings schon vorher. Da Alaskaairline uns die Übernachtung im wirklich luxuriösen Hilton Inn bezahlt, haben wir da gar nichts gegen 😉 Allerdings mussten wir das alles erst mal am Flughafenschalter mit einem Mitarbeiter abklären, das dauerte bestimmt eine Stunde, die uns ziemlich lang vorkam, da es bei dem sechsstündigen Flug außer einem Keks (!) keine Verpflegung gab.
Immerhin hat uns dann ein privates Hotelshuttle abgeholt. Als wir aus dem Terminal getreten sind, wunderten wir uns darüber, dass es hier bereits um 17 Uhr dunkel wird und es mit 19 Grad auch recht kühl wurde. Wir haben heute zum ersten Mal seit Wochen noch mal lange Kleidung getragen. Eine willkommene Abwechslung. Überhaupt fühlt sich die USA ein bisschen so wie Nachhausekommen an. Das Leben hier ist uns deutlich vertrauter als in Zentralamerika.

24.11.

Zurück nach Costa Rica
Da wir schon um 9 Uhr den Bus von Managua nach Costa Rica bekommen mussten, sind wir schon um 4 aufgestanden. Für 120 km hatte google maps nämlich 2,5 Stunden veranschlagt. Das klingt erst mal sehr übertrieben. Da wir aber die ersten 60 Kilometer auf völlig zerfurchten und ausgewaschenen Pisten, die mitten durch den Wald führten, fahren mussten, wunderte uns nichts mehr. Wir mussten wieder durch zwei Flüsse durch, die unser 4X4 zum Glück problemlos bewältigte, und anschließend durchquerten wir noch eine Kuhherde, die mitten auf der Straße lief. Endlich in Managua angekommen mussten wir uns nach Rückgabe des Mietwagens um ein Taxi vom Flughafen zum Bus Terminal kümmern. Das war gar nicht so einfach. Obwohl wir von Managua zum Flughafen vor 3 Wochen umgerechnet nur 4 € bezahlen mussten, wollte die Taximafia uns nun für dieselbe Strecke 16€ aus der Tasche ziehen, da die Taxifahrer am Flughafen wissen, dass man keine andere Wahl hat, um in die Stadt zu kommen. Wir hielten ein Taxi an, das aus der Stadt jemanden zum Flughafen gebracht hatte, und nicht zur Taximafia gehörte. Der Fahrer war immerhin nach ein paar Verhandlungen bereit uns für 10€ mitzunehmen. Als wir gerade mit Sack und Pack eingestiegen waren, wurde unser Taxi von einer Person in Uniform angehalten und der Fahrer bekam einige Strafzettel ausgestellt. Warum er diese bekam, haben wir nicht verstanden. Vermutlich darf er keine Passagiere am Flughafen aufnehmen, wenn er nicht zur Mafia gehört. Er war auf jeden Fall sehr zerknirscht und schüttelte die ganze Fahrt den Kopf, als könnte er es selbst nicht glauben, was ihm passiert ist. Wir haben ihm als kleine Wiedergutmachung dann doch ein paar Dollar extra gegeben.
Am Busterminal mussten wir uns von unseren ukrainischen Reisegefährten Daria und Sergey verabschieden, mit denen wir fast zwei Wochen unterwegs waren.
Mit einem sehr komfortablen Doppeldeckerbus ging es dann Richtung Grenze. Alle mussten dort wieder den Bus verlassen und warten, bis jemand vom Grenzpersonal alle Pässe kontrolliert hatte. Es dauerte ewig. Während wir im Schatten des Busses Schutz vor der Sonne suchten, wurden wir von vielen Händlern umschwärmt, die ihre Ware loswerden wollten. Auf dieser Seite des Busses sahen wir, dass vor kurzem erst jemand das Gepäckfach gewaltsam geöffnet haben musste, denn es war nur provisorisch mit Klebeband verschlossen. Sehr beruhigend ;-)Nach 11,5 Stunden Busfahrt und 5 spanischen Spielfilmen als Bordunterhaltungprogramm sind wir dann in San José angekommen. „Uber“ sei Dank wurden wir dieses Mal auch nicht von einem Taxifahrer über den Tisch gezogen, sondern sind sehr freundlich und bequem zu unserer Unterkunft kutschiert worden. Unsere nette Hotelbesitzerin nahm uns freundlich in Empfang und wir hatten lustige Gespräche mit Google Translations, bei denen oftmals sehr seltsame Übersetzungen herauskamen 😉 Von der Dame erfuhren wir auch, dass es heute nur 17 km entfernt ein Erdbeben der Stärke 5 gegeben hat. Zum Glück ist dabei wohl nichts Schlimmeres passiert.

23.11.

Letzter Tag in Nicaragua
Heute sind wir das letzte Mal mit dem Surfbrett losgezogen. In der so genannten Beginners Bay haben wir perfekte Bedingungen zum Wellenreiten vorgefunden: lang auslaufende grüne Wellen. Wir konnten bis zum Sonnenuntergang surfen.
Nach einer Abschlusspizza mussten wir dann die Rucksäcke packen.
So gut es uns in Popoyo gefallen hat, wir freuen uns wieder auf etwas mehr Zivilisation, z.B. einen Supermarkt und darauf mit Süßwasser duschen zu können. Hier ist das Wasser, was aus dem Wasserhahn kommt, eine Mischung aus Salz- und Süßwasser. Etwas gewöhnungsbedürftig 😉

22.11.

Blinder Passagier
Eigentlich hatten wir geplant, heute nach León weiterzureisen. Allerdings gefällt es uns so gut hier in Popoyo, dass wir beschlossen haben, den Rest unserer Zeit hier zu verbringen, bevor es am Sonntag wieder zurück nach Costa Rica geht, von wo wir nach Hawaii fliegen.
So konnten wir auch heute Morgen wieder in aller Frühe aufs Wasser.
Anschließend mussten wir die Unterkunft wechseln, da in unserer vorherigen nichts mehr frei war.
Als Jojo eine neue Rolle Toilettenpapier auspacken wollte, die von außen mit Papier umwickelt war, staunte er nicht schlecht. In der Rolle hatten sich zwei Skorpione versteckt. Der eine war tot, der andere noch sehr lebendig. Zum Glück hat er uns nicht gestochen, denn Skorpionstiche in dieser Region sind nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch giftig. Wir haben ihn dann im Garten ausgesetzt. Dann zogen wir in den „Melting elephant“ um. Das ist ein Hostel, das direkt am Strand liegt, und tatsächlich aussieht wie etwas Großes Graues, das zerfließt. Es hat sehr bizarre Formen. Von unserer Hängematte auf dem Balkon haben wir einen perfekten Ausblick aufs Meer und können den anderen Surfern zuschauen.

Das Bild oben und das darunter sind genau zur gleichen Zeit gemacht worden, nur in zwei verschiedene Richtungen!

21.11.

Heute sind wir vor dem Frühstück erst mal eine Runde Wellenreiten gegangen. Schon um 7 Uhr morgens auf dem Wasser zu sein hat den Vorteil, dass man den ganzen Strand für sich hat und die Sonne noch nicht zu stark scheint. Nach ein paar Stunden Surfspaß sind wir zu den Gezeitenpools gewandert. Auf dem Weg dorthin fielen uns einige nur sehr knapp über den Wellen fliegende Pelikane auf. Sie „surfen“ die Welle auf ihre Weise ab, um darin nach Fischen Ausschau zu halten.
An den Gezeitenpools kann man sich herrlich entspannen und dabei sogar noch einige farbenfrohe Fische beobachten, die die Flut in dem Felsenbecken zurückgelassen hat.
Abends gab es an der Beachbar in der Nähe eine Strandparty mit großem Lagerfeuer. Dass zwischenzeitlich mal wieder der Strom weg war, störte keinen 😉
Auf dem Rückweg zur Unterkunft gingen wir am Strand entlang und entdeckten Schildkrötenspuren im Sand. Leider entdeckten wir allerdings auch in direkter Nähe ein paar dubiose einheimische Gestalten, die mit Rucksack und Taschenlampe bewaffnet suchend am Strand auf-und abgingen. Der Verdacht, dass sie nach den Schildkröteneiern Ausschau halten, um diese als Delikatesse weiterzuverhökern, liegt leider allzu nahe.

20.11.

Auf nach Popoyo
Um von San Juan del Sur nach Popoyo zu gelangen, muss man einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen. Es führt keine ausgebaute Straße an der Küste entlang, sodass man erst komplett in den Osten fahren muss, um von dort an die Westküste Nicaraguas zu kommen. Aber immerhin kamen wir so noch mal an einem vergleichsweise großen Supermarkt vorbei und konnten einige Vorräte auffüllen. Die Sonnencreme ist hier allerdings immer noch unglaublich teuer. Man bezahlt hier 17€ für die kleinste Tube… hoffentlich reicht unsere noch bis Hawaii 😉
Je näher wir Popoyo kamen, desto abenteuerlicher wurde der Weg. Wir teilten die Straße wieder mit einigen Ochsenkarren die Gegenstände transportierten. Wir mussten mehrere kleine Flüsse durchfahren, die googlemaps noch nicht mal angezeigt hatte. Immerhin war es mit unserem Auto kein Problem.
Unsere Unterkunft liegt ca. 100m vom Strand entfernt. Als wir unsere Umgebung erkunden wollten, wurden wir sehr positiv überrascht. Vor uns breitete sich eine riesige Bucht aus mit weichem Sand und völlig menschenleer. Einer der wenigen Strände, wo wir gar keinen Müll vorfanden. Durch die vielen Felsen und Bäume wirkte er sehr naturbelassen. Wir wanderten ca. einen Kilometer am Strand entlang, als wir auf schöne Gezeitenpools stießen. Mit der Ebbe hatte sich das Wasser zurückgezogen und nur in den Felsen blieb das Wasser zurück. Dieses hatte sich über den Tag schon richtig schön aufgewärmt und hatte kristallklares Wasser zu bieten.
Auf dem Rückweg sahen wir einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer bisherigen Reise. Es war wirklich atemberaubend, so als würde das ganze Meer in Flammen stehen.

19.11.

Surftag am Playa Maderas
Nicht umsonst ist San Juan del Sur ein bekannter Surfhotspot zum Wellenreiten. Mit unserem Auto ging es dafür über eine ziemlich unwegsame „Straße“, um an den Strand Maderas zu gelangen.
Dort konnten wir uns für 8€ ganztägig Surfbretter ausleihen und richtig viel Spaß im erfrischenden Wasser haben bei perfekt brechenden Wellen.
Als wir uns nach ein paar Stunden genug ausgetobt hatten, sind wir zur Christus Statue von San Juan del Sur gefahren, die mit ihren 25 Meter als eine der größten der Welt gilt. Auf einer Anhöhe trohnt sie ca. 200 Meter über der San Juan Bucht. Ein perfekter Ort, um den Sonnenuntergang zu sehen. Da der Strand eine hufeisenförmige Form hat, sahen die halbkreisförmig brechenden Wellen richtig spektakulär aus. Ein leckerer Cocktail durfte beim Sonnenuntergang natürlich nicht fehlen 😉

18.11.

San Juan del Sur
Nach drei schönen Tagen auf der Vulkaninsel Ometepe sind wir heute wieder aufs Festland zurückgekehrt. Zum Glück gab es dieses Mal kein Problem mit der Reservierung für das Auto auf der Fähre. Allerdings hatten wir extremen Wellengang und das nicht besonders vertrauenserweckende Schiff wurde von rechts nach links geworfen. Einige der Motorräder auf der Fähre kippten dabei sogar um. Schließlich wurde der zahnlose ältere Kapitän von jemand anderen zur Seite geschoben, der dann das Steuer übernahm und das Schiff etwas ruhiger durch die Wellen navigierte. Wir waren ziemlich froh, als wir endlich das Festland erreichten. Wir fuhren an die Westküste nach San Juan del Sur. Dort kehrten wir erst einmal in einem schönen Restaurant direkt am Strand ein. Danach ging es zu unserer neuen schönen Unterkunft „The Space“, dieses Hostel wurde erst vor 12 Tagen eröffnet und von einem speziellen Designer entworfen. Echt gemütlich dort, vor allem der Pool mit Bar gefällt uns.

17.11.

Ausflug zum Wasserfall San Ramon!
Heute Morgen sind uns zum ersten Mal richtig seltsame Gestalten über den Weg gelaufen. Als wir Robert und Regina an ihrem Hostel abholen wollten, kam ein Jugendlicher, der offensichtlich ziemlich auf Drogen war und sich überall am Körper selbst Schnitte zugefügt hatte, an unser Auto und wollte Geld haben. Als wir die Türen nicht öffneten, wurde er richtig aggressiv und er versuchte nach dem Auto zu treten. Zum Glück waren wir schnell genug weg, sodass er es nicht erwischte.
Dann ging es weiter zu dem Wasserfall San Ramon. Um dorthin zu gelangen, braucht man definitiv ein 4×4 Fahrzeug. Es geht nämlich 3 Kilometer lang über Stock und Stein und wir mussten mehrfach aussteigen, um zu kontrollieren, ob die Steine nicht zu weit hinausragten, um drüber zu fahren ohne aufzusetzen. Anschließend sind wir noch ca. 3 Kilometer bis zum Wasserfall gewandert. Schon von Weitem konnte man die unglaublich lauten Brüllaffen hören, die in den Bäumen herumlärmten. Auch wenn die Wanderung  auf den nassen Steinen ziemlich steil und rutschig war, wird man für die Anstrengung belohnt, wenn man den Wasserfall erblickt. Aus ca. 50 m Höhe ergießt sich das Wasser in ein kleines Becken. Wir konnten es kaum erwarten, uns darin abzukühlen nach dem Aufstieg in der Hitze. Das Wasser stellte sich tatsächlich als angenehm kühl und erfrischend heraus. Am Ende der Wanderung konnten wir uns einen unglaublich spektakulären Sonnenuntergang anschauen.
In unserem schönen Apartment angekommen, verbrachten wir den Abend auf unserem Balkon, von dort konnten wir richtig gut den Sternenhimmel sehen. Besonders dann, als mal wieder ein Stromausfall die komplette Insel in Dunkelheit hüllte.

16.11.

Inseltour
Nach einem entspannten Frühstück auf der Terrasse mit einem Wahnsinnsausblick auf den Vulkan und den See sind wir mit den anderen beiden Pärchen zum Schokoladenparadies El Pital gefahren. Dort im Hippieparadies, (wo man neben Massagen auch am ekstatischen Tanz teilnehmen kann 😉 ), bekamen wir eine Führung und haben erfahren, wie die Schokolade hergestellt wird. Das Besondere an ihr ist der sehr hohe Kakaoanteil von ca. 85% und die hinzugefügten Gewürze. Natürlich durften wir zwischendurch auch einiges probieren 😉 sehr lecker.
Danach haben wir dort den besten Schokoladensmoothie getrunken. Der war geschmacklich unglaublich intensiv. Anschließend sind wir zu einem Strandabschnitt gefahren, von wo aus man einen tollen Ausblick auf den See hat.
Den Sonnenuntergang guckten wir uns am Punta Jesus Maria an, das ist eine Sandbank, die in der Trockenzeit sogar einen Kilometer in den See hineinragt. Da wir uns noch am Ende der Regenzeit befinden, konnten wir nur ein kleines Stück davon sehen. Dafür hatten wir aber einen richtig guten Blick auf den steil aufragenden Vulkan, dessen Spitze in Wolken eingehüllt war.
Dann haben wir zu sechst ein richtig leckeres Barbecue bei uns an der Unterkunft auf die Beine gestellt und den typisch nicaraguanischen Rum Flora de Caña probiert. Der ist wirklich sehr zu empfehlen.

15.11.

Auf dem Weg nach Ometepe
Da die Fähren für Autos nur beschränkten Platz haben und unser aktuelles Auto nicht wirklich klein ist, hatte uns unsere nette Hotelbesitzerin in unserer Anwesenheit am Vortag extra einen Platz telefonisch auf der Fähre gesichert. Daria und Sergej reisten mit uns, da sie dasselbe Ziel hatten.
Als wir nach ca. 1,5 Stunden Fahrt am Fährterminal ankamen, wollte allerdings niemand etwas von unserer Reservierung gestern wissen und man behauptete, es gebe keine. Na prima… Direkt standen 3 „hilfsbereite“ Männer um uns herum, die auf Spanisch und Englisch auf uns einredeten, um uns zu helfen. In dieser wuseligen und stressigen Situation ist es echt nicht so einfach herauszufinden, wer einem wirklich helfen oder wer nur Geld mit einem machen will. Wir waren sehr skeptisch, aber zum Glück konnte uns einer der Mitarbeiter tatsächlich weiterhelfen und hatte noch einen Platz auf seiner Fähre frei. Plötzlich musste alles sehr schnell gehen und wir wurden von A nach B gescheucht, um schnell schnell an einem Ort die Tickets für die Fähre und an einem anderen Platz die Steuer für die Überfahrt zu bezahlen. Wirklich sehr verwirrend und unübersichtlich. Die Fähre sah alles andere als vertrauenserweckend aus und wir mussten unser Auto so extrem nah an der Bordwand parken, dass wir uns Sorgen machten, ob das Auto bei minimalem Seegang nicht an die Bordwand des Schiffes stößt. Die von uns vorsichtshalber angezogenen Rettungswesten mussten wir auch wieder ausziehen, denn diese waren für die Leute auf dem oberen Deck reserviert. Sehr abenteuerlich. Leider schrammten auch sämtliche Personen mit ihren Koffern und Rucksäcken an unserem Auto entlang und einige setzten sich auf die Schiffsreeling und benutzten  das Auto als Rückenlehne. Wirklich gut, dass es nur ein Leihwagen ist.
Auf der Insel angekommen stoppten wir zuerst an einem besonderen Wasserloch. Dieser Pool wird mit kristallklarem Wasser aus einem unterirdischen Fluss gespeist, der vom Vulkan Maderas kommt. Da das Wasser ständig neu dort ankommt und wieder abfließt, hat es eine unglaublich gute Qualität und ist herrlich erfrischend kühl. Eine über den Pool gespannte Slackline und ein Sprungbrett, von wo aus man mit einem Seil ins Wasser springen konnte, gab es dort auch.
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft waren wir ziemlich froh, einen 4×4 Antrieb zu haben, über Stock und Stein ging es einen steilen Berg hoch in die Walachei. Aber es hat sich gelohnt, das Zimmer ist richtig schön und wir können sogar vom Schlafzimmer aus den Vulkan sehen.
Abends verabredeten wir uns mit Sergej, Daria und einem holländischen Pärchen, das wir schon in Granada kennengelernt hatten, zu einer richtig guten Pizza bei einem Italiener.

14.11.

Las Isletas
Der Vulkan hat uns gestern so sehr fasziniert, dass wir heute unbedingt noch mal im Hellen wiederkommen wollten. Bei Tageslicht sah man zwar die glühende Lava nur schwach, dafür konnte man jetzt erst die riesen Ausmaße des Vulkans wahrnehmen. Ca. 500 Meter tief ging es in den Krater hinab und überall sah man noch die erstarrte Lava von vergangenen Ausbrüchen. Eine riesen Rauchwolke stieg unablässig in den Himmel, die einen gelblichen Schimmer hatte.
Bei einer kleinen Wanderung um den Krater herum sah man auch den Nachbarkrater, Nindiri, der inzwischen komplett von der Natur zurückerobert wurde. Nur die Kraterform erinnert noch daran, dass es sich hier um einen Vulkan handelt.
Nachmittags haben wir dann eine private Bootstour zu den sogenannten Isletas de Granada unternommen. Das sind 365 kleine Inselchen im Nicaraguasee, die durch den Ausbruch des Vulkans Mombacho vor ca. 20.000 Jahren entstanden sind. Sie alle sind dicht bewachsen und viele Vögel wohnen dort. Einige von ihnen sind bewohnt, einige kann man noch relativ günstig für 200.000€ kaufen.
Unser Guide hat uns erklärt, welche Prominenten welche Insel bebaut haben. Wir kamen noch an ein paar Inseln vorbei, die ausschließlich von Affen bewohnt sind, wir sahen Kapuzineraffen und ein paar Klammeraffen. Es war zwar schön, dass sie sich so neugierig unserem Boot näherten, aber wir hatten den Eindruck, dass die Affen dort extra ausgesetzt wurden, um den Touristen eine Attraktion mehr bieten zu können. Wir probierten noch einen typisch nicaraguanischen Cocktail namens Coco Loco, der vor allem aus Kokusnuss und Rum besteht, sehr zu empfehlen 😉
Morgen geht es dann weiter zur Vulkaninsel Ometepe.

13.11.

Ausflug zum Apoyosee und zum Masaya Vulkan
Zuerst haben wir uns heute Granada angeschaut. Das war wirklich ein Erlebnis der besonderen Art. In den verstopften Straßen, durch die sich laut hupend Taxis, LKW und Pferdekarren ihren Weg bahnten, wurde man von Geräuschen und Gerüchen nur so überflutet. Sämtliche Leute wollten uns natürlich ihre Ware verkaufen und besonders auf dem Markt, wo das Fleisch ungekühlt zwischen Fliegen und streunenden Hunden auf den Tischen auslag, brauchte man schon eine große Geruchstoleranz. Unsere Lieblingsszene auf einer der Straßen war übrigens, als ein Mann in den völlig überfüllten Bus noch weitere Personen hineinzuquetschen versuchte. Die Türe ging danach jedenfalls nicht mehr zu. Mit einem netten Pärchen aus der Ukraine, das wir in der Unterkunft kennengelernt haben, machten wir uns zuerst auf den Weg nach Catarina zum Aussichtspunkt, von wo aus man einen tollen Blick auf die Apoyo Lagune hat. Man kann sogar bis Granada blicken und sieht den Vulkan Mombacho. Einfach herrlich. Wir sind dann zur Lagune hinunter gefahren zum Hotel Paradiso, wo man für 5 $ den Strandabschnitt mit Liegen und die Kayaks nutzen kann. Der 29 Grad warme Kratersee hat uns mit kristallklarem Wasser empfangen. Nach einer schönen Kajaktour und richtig leckerem Essen ging es dann weiter zum Masaya Vulkan. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen der Erde (seine letzte Eruption war 2017 ) und in kaum einem anderen Land hat man die Möglichkeit, so nah an den Kraterrand heranzutreten, dass man den Lavasee im Inneren sehen kann. 
Wir haben extra den Eintritt der Dunkelheit abgewartet, um die grelle, glühend rote Lava besser sehen zu können. Aus der Ferne sahen wir schon den roten Widerschein der Lava in der Dunkelheit. Auch das unheilvolle Brodeln war schon von Weitem zu hören. Als wir dann über den Rand des Kraters blicken, sahen wir direkt auf die im Schlund des Vulkans brodelnde flüssige Lava. Was für ein unbeschreibliches Naturschauspiel.
Da der Wind günstig stand, bekamen wir von dem Rauch des Masaya Vulkans nichts mit. Ich bin mir sicher, dass jeder, der einmal die Chance hatte, auf die brodelnde Lavamasse im Vulkankrater zu schauen, diesen Anblick nie wieder vergessen wird.
Aus Sicherheitsgründen darf man nur mit dem Auto zum Krater hinauffahren und muss sein Auto auch schon in Fluchtrichtung parken, damit man im Falle eines Ausbruchs schnell flüchten könnte. Von den Besuchermassen, von denen wir im Internet gelesen hatten, war zum Glück weit und breit nichts zu sehen, außer uns waren nur 5 weitere Personen am Krater.

Glühende Lava im Vulkan Masaya
Blick vom Kraterrand in den Vulkan

12.11.

Zurück nach Managua
Da unser Flug nach Managua erst heute Nachmittag ging, haben wir uns die Zeit erst mit ein paar Spielen vertrieben und entschieden uns dann, noch eine Runde schnorcheln zu gehen. Schnorchel und Tauchmaske haben wir sowieso immer dabei und Flossen gab es im Hostel. Direkt vor unserem Hostel gibt es ein großes Riff. Wir konnten es kaum glauben, was wir alles sahen. Da konnte der Tauchgang gestern wirklich nicht mithalten. So viele Fische in allen Größen und Farben tummelten sich direkt unter uns. Unser absolutes Highlight waren aber die drei gefleckten Adlerrochen mit ihrem langen Giftstachelschwanz, die synchron und elegant ca. zwei Meter unter uns vorbeischwammen. Einen weiteren Rochen entdeckten wir nur zufällig. Er hatte sich wieder so gut am Boden im Sand versteckt, dass nur seine Augen herausschauten. Auch die drei kleinen Oktopoden faszinierten uns.
Mit dem Taxi ging es dann zum Flughafen. Vom Taxifahrer erfuhren wir, dass man auf der Insel keinen Führerschein braucht, um Auto zu fahren bzw. als Taxifahrer zu arbeiten. Er selbst arbeitet schon seit seinem 16. Lebensjahr als Fahrer und hat sich erst nach 5 Jahren entschieden, doch einen Führerschein auf dem Festland zu machen. Sehr beruhigend 😉
Am Flughafen der Costeña Airline ging es mal wieder sehr entspannt zu. Mit meinem kompletten Kulturbeutel im Handgepäck, inklusive Deo, Duschzeug und Shampoo durfte ich ins Flugzeug. Es war wieder das Kleinflugzeug vom Hinflug. In Managua angekommen holten wir unseren Mietwagen ab. Eigentlich hatten wir einen Suzuki Vitara gebucht, bekamen aber sogar ein kostenloses Upgrade auf einen Mitsubishi Montero Sport mit 4×4 Antrieb, wirklich nett. So ein hochwertiges Auto hatten wir bisher noch nicht auf der Weltreise, vor allem nicht wie hier für nur 30€ am Tag. Dann holten wir erst einmal unser zwischengeparktes Gepäck in Managua ab, auf das die Hostelbesitzerin netterweise für 2 Wochen aufgepasst hat. Im Anschluss sind wir dann noch bis Granada gefahren und sind schon sehr gespannt darauf, die Stadt im Hellen zu sehen.

11.11.

Schreck am Morgen
Schon um 8 Uhr sollten wir uns an der Tauchstation treffen, um von dort mit dem Boot zum Riff zu fahren, wo die Tauchgänge stattfinden sollten.
Wir suchten unsere Tauchausweise raus und wollten gerade losgehen, als wir feststellten, dass unsere Reisepässe nicht mehr dort in der Mappe waren, wo wir sie vermutet hatten. Nun ging die Suche los, wir stellten alles auf den Kopf, konnten aber nichts finden. Es breitete sich die Sorge aus, dass wir sie auf Little Corn Island im Safe des Bungalows liegen gelassen haben könnten, denn so genau konnten wir uns nicht mehr daran erinnern, wann wir sie das letzte Mal in den Händen hatten. An Tauchen war jetzt erst einmal nicht mehr zu denken, denn ohne Reisepässe würden wir den für morgen gebuchten Rückflug nach Managua nicht antreten können. Wir versuchten die Rezeption des Yemaya Hotels zu erreichen, doch vergeblich, wir kamen nur in den USA bei einer Buchungshotline raus, die uns auch nicht helfen konnten. Inzwischen versuchten uns auch die hilfsbereite Hostelbetreiberin und die Leute von der Tauchbasis gegenüber weiterzuhelfen. Jeder kannte irgendeinen Kontakt, der dort mal gearbeitet hatte bzw. noch arbeitet und versuchte darüber herauszufinden, ob unsere Reisepässe gefunden wurden. Also telefonierten parallel 5 Personen für uns herum. Eine hatte sogar einen Taxifahrer an der Strippe, bei dem wohl immer alle Informationen von beiden Inseln zusammenlaufen. Ein echter Geheimtipp. Aber ohne Erfolg. Die Alternative wäre, selbst noch mal mit der Fähre nach Little Corn Island zu fahren und abends wieder zurückzukehren. Schließlich erreichte jemand die Rezeption und in unserem Bungalow wurde fleißig nach unseren Pässen gesucht, aber sie waren unauffindbar. Als sich bei uns allmählich Panik breit machte, suchten wir noch mal systematisch unsere Rucksäcke durch. Und siehe da: plötzlich waren da auch unsere Reisepässe. An einem Ort, wo wir sie niemals vermutet hätten…Uns fiel ein ganz schöner Stein vom Herzen. Schnell haben wir die Suchaktion auf der anderen Insel abgeblasen und uns für das verursachte Chaos entschuldigt. Echt peinlich.
Nun konnten wir dann endlich tauchen gehen. Mit einem Bootsführer und einem Tauchguide ging es dann zu zwei verschiedenen Stellen am Riff. Unser Highlight war der Stachelrochen, den man zuerst gar nicht sehen konnte, so gut hatte er sich auf dem Grund im Sand vergraben. Nur seine Augen guckte heraus. Erst als wir uns näherten, ergriff er die Flucht und ließ eine riesen Sandwolke zurück. Wir sahen einige Rifffische, denen wir vorher noch nie begegnet sind. Zum Beispiel einem Lionfish, der aussah, als hätte er Federn. Echt beeindruckend. Als wir zur nächsten Tauchstelle fuhren, konnten wir vom Boot aus sogar eine Schildkröte an der Wasseroberfläche sehen.
Nach dem Tauchen sind wir zum Hotel Arenas gewandert, wo man richtig leckere Pizza bekommen soll. Wir wurden nicht enttäuscht. Direkt am Strand in einer schönen Bucht gab es die beste Pizza seit Wochen. Auf dem Rückweg zum Hostel hatte sich dichter Nebel über die Insel gesenkt, denn jedes zweite Haus verbrannte oder grillte etwas. In einer Bäckerei, die man von außen niemals als Bäckerei erkannt hätte, bekamen wir noch warmes Kokusnussbrot direkt aus dem Ofen 🙂

10.11.

Abschied von Little Corn Island!
Das Wetter zeigte sich heute noch mal von seiner allerbesten Seite, um uns den Abschied von der schönen Insel richtig schwer zu machen. Wir  genossen den Sonnenschein entspannt am Strand in der Hängematte, bis es Zeit wurde, die Fähre nach Big Corn Island zu nehmen. Nachdem die Hinfahrt vor ca. einer Woche alles andere als erfreulich war, hatten wir nicht wirklich Lust drauf. Zum Glück war das Meer aber relativ ruhig und auch die Sonne blieb uns treu. Morgen werden wir dann von Big Corn aus zu einem privaten Tauchgang aufbrechen, wir sind schon sehr gespannt und hoffen darauf, eine Schildkröte und einen Stachelrochen zu sehen. Zwei Tauchgänge kosten hier unschlagbare 58€ pro Person mit Tauchguide. Dafür hätten wir in Costa Rica noch nicht einmal schnorcheln gehen können 😉

9.11.

Nach einem leckeren Frühstück auf der Terrasse bei einem wahnsinnig tollen Ausblick aufs türkisfarbene Meer, wollten wir eine Runde kiten. Da dies aber nur an einem bestimmten Kitestrand auf Little Corn  Island funktioniert, der in der Nähe unserer vorigen Unterkunft liegt, mussten wir mit unserer gesamten Kiteausrüstung erst ca. 25 Minuten über Stock und Stein wandern. Aber es hat sich gelohnt, für ca. 3,5 Stunden hatten wir perfekten Wind und Sonnenschein.
Ziemlich hungrig machten wir uns danach auf den Weg in den Ort, wo wir eine Pizza essen gehen wollten. Bis die Essen fertig war, wurde uns von den Kindern der Pizzabäckerin die Zeit vertrieben. Sie spielten mit uns Galgenmännchen und waren sehr gesprächig. Sie erzählten uns z.B., dass die Schule auf Little Corn Island die vielen Schüler in zwei Schichten unterrichten muss, da sie nur sehr begrenzte Räumlichkeiten bietet. Die Jüngsten haben morgens von 6 bis 11 Uhr Unterricht und die Größeren von 12 bis 17 Uhr. Dass eine Familie hier aus sechs bis sieben Kindern besteht, ist übrigens Standard.
Den Abend verbrachten wir mit selbstgemachten Cocktails in unserer Hängematte am Strand, was für ein Traum.

8.11.

Umzug
Heute haben wir unseren Villa Kunterbunt Bungalow verlassen und sind für die letzten beiden Tage in einen richtig luxuriösen Strandbungalow des Yemaya Resorts umgezogen. Ein Bungalow direkt am Strand mit Blick auf Palmen und Meer wäre in fast jedem anderen Land völlig überteuert, hier ist er vergleichsweise günstig, da die Preise aufgrund ausbleibender Touristen ziemlich am Boden sind. So haben wir hier die Unterkunft für 60€ pro Nacht bekommen. Wirklich traumhaft, im Bett zu liegen und dabei diesen Ausblick genießen zu können.
Mittags wurden wir dann zu einer privaten Angel- und Schnorcheltour abgeholt, die wir am Vortag gebucht hatten. Außer uns beiden waren nur der Bootsführer und der Schnorchelguide an Board. Wir konnten unter Wasser richtig viel sehen, obwohl die Sicht für die Verhältnisse hier wohl laut Guide nicht ganz optimal war. Im März und April sieht man die Haie und Stachelrochen sogar vom Boot aus, so klar ist das Wasser. Uns beeindruckten besonders die vielen bunten Korallen, die farbenfrohen Korallenfische und der Hai, den wir gesehen haben. Beim Angeln hatten wir fünf Fische am Haken, die wir dann in einem kleinen Strandrestaurant für uns braten ließen.

7.11.

Nach einem typischen nicaraguanischen Frühstück, bei dem Reis mit Bohnen niemals fehlen darf, ging es für eine Kiterunde aufs Wasser. Danach hatten wir eigentlich mit den Hostelbesitzern eine Angel- und Schnorcheltour vereinbart. Da das Wetter aber zu unbeständig war, wurde sie leider abgesagt. Stattdessen tranken wir leckere Kokusnussmilch. Mittlerweile haben wir auch gelernt, dass sich längst nicht jede Kokusnuss, die hier herumliegt, zum Trinken eignet, da manche nur zur Ölgewinnung genutzt werden und seltsam schmecken. Danach sind wir in den kleinen Ort gegangen, um im Restaurant bei Einheimischen leckeren Fisch und Hummer zu essen. Dort schloss Jojo auch Freundschaft mit einem grünen Papagei. Als wir im Dunkeln zu unserer Unterkunft über den Strand zurückgingen, sahen wir im Licht der Stirnlampe ein größeres Tier, was vor uns über den Weg lief. Bei näherer Betrachtung sahen wir, dass es sich um eine große türkisfarbene Riesenkrabbe handelte. Wirklich beeindruckend wie flink sie unterwegs war.

6.11.

Ein regnerischer Tag
Leider war uns heute nur eine halbe Stunde kiten vergönnt, dann kam die Gewitterfront und der Starkregen. Am Strand begegneten wir noch einem Inselbewohner, der ein professioneller Kitesurfer aus der UK ist. Vor 8 Jahren hat er sich hier auf Little Corn zur Ruhe gesetzt. In diesem Zeitraum ist ihm aufgefallen, wie bedroht das Inselparadies ist, denn dort, wo vor wenigen Jahren noch 15 Meter Strand waren, ist jetzt schon das Meer. Die Häuser stehen mittlerweile also mehr oder weniger direkt am Wasser. Ein paar Reiche können es sich leisten, ihre Häuser mit einer extra Meeresschutzwand gegen das nahende Meer abzusichern, die Einheimischen eher nicht, da diese 10000 US Dollar kostet und alle 10 Jahre erneuert werden muss.
Als es gegen Mittag wieder aufklarte, haben wir eine Inselwanderung gemacht und haben ein paar schöne Strandabschnitte entdeckt. Wir kamen auch an der Inselschule vorbei, die sehr ärmlich und renovierungsbedürftig aussieht. Kaum zu glauben, dass dort Unterricht stattfinden kann. Nach der 5. Klasse endet die Schule und wer es sich erlauben kann, schickt seine Kinder zu Verwandten auf Big Corn, bis sie ihre Schulausbildung abgeschlossen haben. Die tägliche Überfahrt wäre zu teuer.
Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft schüttete es dann wieder. Ziemlich nass suchten wir im Tranquilo Café Zuflucht und gönnten uns erst mal einen Cappuccino. Bei Livemusik gab es richtig leckere Rippchen vom Smoker, das ist zwar kein typisch nicaraguanisches Gericht, aber trotzdem mal eine nette Abwechslung 😉

5.11.
Heute Morgen war der Wind günstig und wir konnten über unglaublich klares türkisblaues Wasser kiten. Was für ein Spaß:-) leider zog schon nach kurzer Zeit ein Gewitter auf und wir mussten schnell einpacken. Es regnete im Anschluss mehrere Stunden. Allerdings wurde es uns in der Unterkunft nicht langweilig, denn wir trafen noch zwei nette Backpackerinnen aus Deutschland, mit denen wir dann den verregneten Tag verbrachten. Die Erfahrung, die viele Backpacker auf Reisen machen, dass man, wenn man mit anderen ins Gespräch kommt, eher auf Smalltalklevel unterwegs ist und immer nur die gleichen Fragen (Wo kommst du her?, Wo willst du hin?) beantwortet, haben wir bislang gar nicht gemacht. Wir haben von unseren Bekanntschaften eigentlich immer viele gute Reisetipps bekommen, interessante Geschichten über Deutschland gehört und spannende Details über ungewöhnliche Berufe erfahren. So auch heute 🙂
Als der Regen gegen Nachmittag endlich aufhörte, sind wir zu einer kleinen Bäckerei gegangen (eigentlich war es eher ein kleiner Verkaufsstand vor einem Wohnhaus), wo wir noch warmes Kokusnussbrot frisch aus dem Ofen bekamen. Zum Glück ist es eins der wenigen Brote der Insel, wo man nicht zu viel von der Kokusnuss herausschmeckt, es ist eher mit unseren Milchbrötchen aus Deutschland vergleichbar. Wahnsinnig lecker. Danach ging es zu einem kleinen Restaurant (gekocht wird hier selbstverständlich im Privatwohnhaus der Besitzer), wo ein Seafoodeintopf für uns vorbereitet wurde, mit allem, was an dem Tag frisch gefangen wurde. Nach einem Besuch in einer kleinen Bar, die ein junger Amerikaner aufgebaut hat, der die Insel vor 8 Jahren besucht hat und seitdem nicht mehr weggegangen ist, kamen wir noch mit unserem Hostelbesitzer ins Gespräch. Er erzählte uns, dass seit dem Beginn der politischen Unruhen im Land kaum noch Touristen kämen und deshalb sogar ehemals teure Luxusunterkünfte von Little Corn nur noch ein Viertel des ursprünglichen Preises kosten, um überhaupt noch Besucher anzuziehen. Auf der Insel gibt es sogar ein faires Abkommen zwischen den Einwohnern, damit alle von den paar Touristen überleben können: die Hostels bieten kein Essen mehr an und nur noch Unterkünfte, damit die Gäste die Restaurants in dem Ort besuchen und diese auch noch etwas daran verdienen können. Wirklich tragisch, wie sehr sich das politische Geschehen auf diese Insel auswirkt, dabei ist kaum ein Ort vorstellbar, wo man der Politik ferner ist als hier im Karibikparadies.

4.11.

Mit dem Boot nach Little Corn Island!
Auf den Inseln geht alles entspannter zu. Das Café gegenüber unserer Unterkunft, das eigentlich um 7 öffnet, hat heute erst um 8 aufgemacht und die Eier fürs Omelette mussten erst noch im Laden besorgt werden. Aber das Warten hat sich gelohnt. Danach ging es zur Fähre, die ca. 30 Minuten bis zur Nachbarinsel Little Corn Island braucht. Es gibt keine Alternative zu dieser Überfahrt, jeder, der dorthin möchte, ist gezwungen, dieses Boot zu nehmen. Dies ist vermutlich auch ein Grund dafür, dass es kaum Touristen auf Little Corn Island gibt. Im Vergleich zu vielen anderen Karibikinseln ist die Natur und das Leben der Einheimischen vom Tourismus also noch ziemlich unberührt geblieben. Wir wussten, dass bei stürmischem Wetter bereits eines dieser Boote auf dem Weg zur Nachbarinsel 2016 gesunken ist und mehrere Menschen ertrunken sind. Entsprechend sind wir mit gemischten Gefühlen in dieses Boot gestiegen und haben direkt eine Rettungsweste ergattert. Mit 400 Ps ging es über die unruhige See und man wurde ordentlich durchgeschaukelt. Das Wasser schwappte hin und wieder sogar in das Boot hinein, wenn die Wellen sehr hoch waren. Es gab zwar an der einen Seite eine löchrige Plane, die man sich zum Schutz über den Kopf halten konnte. Diese flatterte jedoch extrem laut und unkontrolliert im Fahrtwind hin und her. Schließlich musste sich auch noch der panische Fahrgast direkt hinter mir auf den Boden übergeben.
Also waren wir ziemlich erleichtert, als wir endlich auf Little Corn Island ankamen. Hier wurden wir für die strapaziöse Überfahrt entschädigt. Türkisblaues warmes Wasser und Palmen am Strand erwarteten uns. Auf dieser kleinen Insel gibt es keine Autos oder Mofas etc., nur ein paar Trampelpfade. Wirkliche Geschäfte sucht man hier auch vergebens. Es gibt ein paar Regale mit haltbaren Lebensmitteln und dem, was das Frachtschiff einmal die Woche so liefert, sonst nichts. Unser angemieteter Bungalow liegt ca. 2 Meter vom einladenden Meer entfernt. Als ich direkt in alter Gewohnheit mein Handy zum Laden einstecken wollte, wunderte ich mich, dass die Steckdose nicht funktionierte. Nach und nach probierte ich alle Steckdosen vergeblich durch, bis mir einfiel, dass ja von morgens 6 bis 13 Uhr der Strom auf der Insel tagtäglich abgestellt wird. Auch warmes Wasser sucht man hier auf den Inseln vergeblich, aber bei den warmen Temperaturen vermisst es auch keiner.
Ziemlich hungrig sind wir an einem kleinen Strandrestaurant vorbeigekommen. Dort gab es nur einen Koch und wir waren die einzigen Gäste. Wir durften alle Details für unser Essens selbst festlegen. Jo bestellte einen leckeren Hummer. Hier ist wohl der einzige Ort der Welt, wo man dafür nur 7€ bezahlen muss.
Auf unserer Erkundungstour über die Insel kamen wir an zwei kleinen Jungs vorbei, die uns ihr angeleintes Hausschwein „Little Piggy“ vorstellten. Sie führten uns danach zur Bäckerei ihrer Mutter, wo wir Bananenbrot und Zimtschnecken probierten. Weizenmehl wird hier gar nicht verwendet, sondern alles wird mit Kokosnuss gebacken, sogar das normale Brot, mal sehen, ob wir uns daran gewöhnen.
Den Sonnenuntergang konnten wir in einer Beach Bar direkt am Strand mit ein paar Cocktails genießen.

3.11.

Big Corn Island
Dass es zwischen Costa Rica und Nicaragua so einen großen Unterschied geben könnte, hätten wir nicht erwartet. Da wir gestern erst im Dunkeln angekommen sind, haben wir erst heute im Hellen unsere Umgebung richtig in Augenschein nehmen können. Auf der Straße fahren sogar zwischen einigen klapprigen Autos noch Esel-und
Pferdekarren herum. Wir hatten erst geplant, mit dem Bus zum Flughafen zu fahren, da wir vom Taxifahren seit gestern erst mal die Nase voll hatten. Unsere fürsorgliche Vermieterin hatte aber Bedenken und warnte uns mehrfach eindringlich vor Taschendieben, die einen hier schneller bestehlen als man gucken kann. Als wir dennoch mit dem Bus fahren wollten, bestand sie darauf, uns persönlich zur Haltestelle zu bringen und kontrollierte ständig, ob wir weder Handy noch Portemonnaie in den Hosentaschen haben. Wirklich sicher fühlten wir uns aber trotzdem nicht, denn wir wurden schnell von einigen Straßenkindern umringt, die bettelten und uns sogar an den Klamotten zogen. Wir fühlten uns ziemlich bedrängt in dem Gewusel. Deshalb entschieden wir uns doch kurzerhand mit dem Taxi zu fahren. Unsere Vermieterin handelte mit dem Taxifahrer einen fairen Preis aus und es konnte losgehen. Er war richtig nett und man glaubt es kaum, es lief deutsche Musik von Rammstein über seinen Ipod. Selbstverständlich kannte er auch den Ersten FC „Kolen“, da er gerne Bundesliga guckt. Am  Flughafen angekommen gab es außer uns erst einmal keine weiteren Passagiere, so schnell hatten wir noch nie eingecheckt und sind noch nie so fix durch den Sicherheitscheck gekommen. Interessanterweise wurden hier nicht nur die Koffer gewogen, sondern die Passagiere wurden mit dem Handgepäck auf die Kofferwaage gestellt und das Gewicht akribisch notiert. Die Tickets, die wir bekommen haben, haben definitiv Seltenheitswert: einlaminierte wiederverwertbare Tickets, gar keine so schlechte Idee. Allerdings hat die Maschine, mit der wir geflogen sind, auch nur 12 Sitzplätze. Da alle Personen schon vor der Abflugzeit anwesend waren, ist die Maschine auch 15 Minuten vor der offiziellen Zeit losgeflogen. Der Abflugcheck wurde mittels Handkarte, Klemmbrett und Kugelschreiber vorgenommen. Als wir in der Luft waren und der Kopilot eine Landkarte zum Navigieren hervorbrachte, wussten wir spätestens, dass die Zeit hier etwas stehen geblieben ist. Unsere Sitze 1 und 2 waren so weit vorne, dass wir quasi mit im Cockpit saßen und somit alles mitbekommen haben,  was da vorne so abging. Nach einer kurzen Zwischenlandung ging es dann das zweite Mal in die Luft und ca. 25 Minuten später landeten wir auf Corn Island. Da wir die gleiche Sicht hatten, wie die Piloten, haben wir die Insel schon früh aus der Luft erkannt und konnten diese schon von oben bestaunen. Das sah großartig aus, so ein kleines Stückchen Landschaft mitten in der Karibik. Wir freuen uns total auf die Zeit hier. Ein Taxi brachte uns dann zum Hostel. Es war so klein, dass der Kofferraum nicht zu ging und unsere Rucksäcke halb heraus hingen. Da die Insel sehr überschaubar ist, gibt es hier Sammeltaxis. Das heißt jederzeit steigen andere Passagiere hinzu, die in dieselbe Richtung wollen. Von unserer Terrasse vor dem Schlafzimmerfenster haben wir einen perfekten Ausblick auf das türkisblaue Wasser und eine Hängematte 🙂 was will man mehr. Als wir nach einer leckeren Pizza von der Pizzeria wieder mit dem Taxi nach Hause wollten, hielt lustigerweise als erstes Auto der Flughafentaxifahrer von heute Nachmittag an, erkannte uns wieder und fragte sofort, ob wir wieder zu unserem Hostel zurückwollten. Den Abend ließen wir in unserer Hängematte am Meer ausklingen.

2.11.

Auf nach Nicaragua!
Obwohl wir in La Cruz schon sehr nahe am nicaraguischen Grenzübergang „Peñas Blancas“ waren, mussten wir erst vier Stunden mit dem Auto zurück nach San José fahren, da wir es nur dort am Flughafen abgeben konnten, um dann ca. 6 Stunden später mit dem Bus wieder an La Cruz vorbeizufahren. Ziemlich deprimierend, aber da wir erst geplant hatten, nach Panama zu reisen, wäre San José der bessere Ausgangspunkt dafür gewesen. Das ist dann wohl der Preis, den man für Spontanität zahlt.
Da der Bus nach Nicaragua schon um 9 Uhr abfuhr, sind wir  nachts schon um 3 gestartet. In San José angekommen brachte uns dann ein Taxi zum Busterminal. Als der Taxifahrer uns abholte, fragten wir ihn, was die Fahrt koste. Er sagte: „Three Dollar“. Wir waren einverstanden und fuhren ca. 20 Minuten mit ihm. Beim Busterminal angekommen, wollte er davon aber nichts mehr wissen und verlangte plötzlich 30 Dollar, das hätte er die ganze Zeit auch so gesagt, behauptete er. Wirklich ärgerlich. Wir taten so, als hätten wir nur 20$ dabei und mit ein paar Colones dazu gab er sich dann schließlich zufrieden.
Am Busterminal selbst spricht natürlich kein Mensch Englisch, ohne Spanisch ist man völlig verloren. Wir waren auch die einzigen Touristen im Bus, die anderen scheinen diese Strecke eher zu fliegen. Immerhin war es ein ziemlich moderner Bus, sogar mit Klimaanlage. Auch die Infos, was am Grenzübergang zu tun ist, kamen im Bus per Durchsage nur auf Spanisch. Naja, wir haben einfach das gemacht, was die anderen Passagiere auch taten.
An der Grenze mussten wir erst an der costa-rikanischen Seite aus dem Bus aussteigen und offiziell das Land verlassen. Dann steigt man wieder in den Bus ein, um einige Meter weiter bis zur nicaragischen Grenze gefahren zu werden. Dort steigt man mit all seinem Gepäck wieder aus dem Bus aus und muss seine Taschen durch einen Scanner fahren lassen. Dann hatten wir es endlich nach Nicaragua geschafft. Empfangen wurden wir am Grenzzaun von vielen Leute, die einem Sim Karten anbieten und Geld in alle möglichen Währungen wechseln wollen. Da sie nicht auf das Grenzgelände drauf dürfen, stehen sie hinter dem Zaun und stecken ihre Waren durch den Zaun.
Nach über 14 Stunden Fahrt mit dem Auto und dem Bus sind wir endlich in Managua angekommen. Morgen gehts mit dem Flugzeug weiter nach Big Corn Island, wir sind schon sehr gespannt.

1.11.

Letzter Tag in Costa Rica
Nach einem leckeren Pfannkuchenfrühstück ging es heute schon ziemlich früh zum Kitespot, denn erstens sollte der Wind am Morgen am stärksten sein und zweitens mussten wir unsere Sachen auch noch trocken bekommen vor der Abreise morgen, weshalb wir nicht allzu lange auf dem Wasser sein konnten. Um halb 9 waren wir die Ersten auf dem Wasser, ein paar andere Kiter sind dann gegen 10 Uhr noch dazu gekommen. Der Wind war stark und stetig genug, sodass wir uns trauten, bis zur Insel Bolaños, die mitten in der Bucht-ein paar Kilometer vom Strand „Playa Copal“ entfernt-liegt, hinüberzusurfen, die uns schon seit dem ersten Tag lockte. Allerdings war es uns bisher immer zu riskant, denn wenn plötzlich der Wind weg wäre, würde man auf der Insel festsitzen und käme erst mal nicht zurück. Heute klappte es aber hervorragend und wir konnten bis zum weißen Sandstrand der kleinen unbewohnten Insel kiten. Über ihr sah man schon von Weitem Vögel kreisen. Sie stellt ein wichtiges Vogelschutzgebiet dar, weshalb Besucher dort nur zu bestimmten Zeiträumen im Jahr zugelassen sind. Auf unserem Weg dorthin begleiteten uns einige springende Fische. Gegen Mittag ging es dann zurück zur Unterkunft, wo wir versuchten, alle Sachen noch vor Sonnenuntergang zu trocknen. Zum Glück waren wir damit erfolgreich. Abends sind wir dann zu einem kleinen Soda in der Nähe gefahren, wo es etwas typisch Costa-Rikanisches als Vorspeise gab: Cevizche, das ist kleingeschnittener roher Fisch verschiedener Sorten.
Wir verabschiedeten uns noch von der netten Familie, bei der wir fast eine Woche gewohnt haben. Eine Sache haben wir allerdings unterschätzt: uns war nicht klar, wie laut es ist, wenn man in diesem kleinen Ort La Cruz schläft. Sämtliche Nachbarn waren stolze Besitzer von Hühnern, die Hähne haben ab 4 Uhr morgens ordentlich Terror gemacht und auch die zahlreichen Hunde in der Nachbarschaft (ca. 5 Hunde pro Nachbar) haben einiges zur Geräuschkulisse mit ihrem nächtlichem Dauergebell beigetragen. Dagegen ist der nächtliche Lärm durch den Kölner Hauptbahnhof gar nichts 😉

31.10.

Launischer Wind
Da wir bald zu den Karibikinseln Little und Big Corn (Nicaragua) fliegen und dafür nur jeweils 16 Kilo Gepäck mitnehmen dürfen, haben wir heute erste Vorbereitungen getroffen. Wir mussten erst eine Unterkunft in Managua, von wo der Flug zu den Inseln geht, finden, wo wir für 9 Tage unser übriges Gepäck zwischenparken können. Dann haben wir überlegt, was wir für diesen Zeitraum aussortieren können. Gar nicht so einfach…Natürlich muss das Kiteequipment mit, da dort ideale Bedingungen zum Kiten herrschen.
Am Kitespot hatten wir es heute mit einem sehr launischen Wind zu tun, der völlig unberechenbar von einer Minute zur anderen entweder komplett abflaute, sodass noch nicht mal mit dem 12er Kite an Kitesurfen zu denken war, oder aber so sehr auffrischte, dass der 12er Kite kaum noch zu kontrollieren war. Deshalb wechselten wir den 9er und 12er sehr oft. In einer der Kitetaschen entdeckten wir noch einen blinden Passagier: ein kleiner Skorpion war in eine der seitlich offenen Taschen gekrabbelt. Wirklich gefährlich sind sie zwar nicht, aber so ein Skorpionstich kann ziemlich starke Schmerzen verursachen, wenn man nichtsahnend in die Tasche greift und der Skorpion sich so sehr in die Enge getrieben fühlt, dass er zuschlägt.
Für den Grenzübergang in Nicaragua soll man wohl die Gebühren in US Dollar an Board haben, gut, dass man überall in Costa Rica an den Geldautomaten zwischen der costa-rikanischen Währung „Colones“ und Dollar wählen kann.

30.10.

Ausflug zum Strand Cuajiniquil!
Heute hatte Jojo eine besondere Frühstücksidee: Pfannkuchen 🙂 nachdem wir alle dafür notwendigen Zutaten gekauft hatten, konnte es losgehen. Unserer netten Vermieterin Mariam und ihrer Mutter haben wir natürlich auch einen Pfannkuchen mit Banane serviert, die sehr begeistert waren. Die Mutter ließ sich von Jojo eigens zeigen, wie man in ihren Pfannen den Pfannkuchen wendet, da ihr das bisher immer misslungen ist.
Dann haben sie uns eingeladen, einen Ausflug mit ihnen zu machen. Zum Glück haben wir uns entschieden, ihnen mit unserem eigenen Auto zu folgen, denn in ihrem Auto sollte zudem noch der Sohn der Vermieterin und eine Bekannte mitfahren. Zu sechst in einem gewöhnlichen Auto wäre es wohl doch etwas eng geworden. Abfahrt sollte um 10.30 sein. Aber in Zentralamerika ticken die Uhren ja bekanntlich anders als in Deutschland, schließlich ist hier das Lebensmotto: pura vida (was so viel bedeutet wie das Leben im Hier und Jetzt zu genießen). Eine Stunde später ging es dann los. So genau wussten wir nicht, wo es hingehen sollte, wir folgten einfach ihrem Auto. Sie wussten lustigerweise aber auch nicht so genau, wie es zu dem Strand ging, den sie uns zeigen wollten, weshalb wir uns erst mal verfahren haben. Aber egal, so haben wir einen weiteren schönen Strandabschnitt entdeckt 😉
Auf der Strecke hielten wir noch zwei Mal an, da eine vergessene Sonnenbrille bei Bekannten eingesammelt werden musste und einem Kunden noch Häuser gezeigt werden sollten, da Mariam als Immobilienmaklerin arbeitet. Hier zahlte es sich aus, dass wir mit unserem Auto unterwegs waren und auf sie in einem kleinen gemütlichen Soda warten konnten. Als der Rest der Reisegruppe uns dann wieder abholte, fuhren wir zu ihrem Ferienhaus an einem privaten Strandabschnitt. Allerdings war die Strecke dorthin auf dem letzten Kilometer so sandig, dass unser gutes Build your Dream Gefährt keine Chance hatte und wir zu den anderen in den 4×4 Geländewagen umgestiegen sind. Der Weg ist übrigens erst seit einem Hurrikan vor ein paar Jahren so zerstört, vorher konnte man ihn noch problemlos mit einem normalen Auto fahren.
Neben dem wirklich schönen Ferienhaus unserer Vermieter befanden sich noch einige bescheidene Behausungen dort direkt am Meer. In nicht mehr als einem Container lebte eine ganze Familie mit zwei Kindern, die zufrieden mit ihren Fahrrädern zwischen den vielen herumlaufenden Hühnern hindurch gefahren sind. Heute haben wir viel über das Leben in Costa Rica erfahren. Insbesondere von Maritxu, der Bekannten von unserer Vermieterin, haben wir viele Infos bekommen, da sie schon in sämtlichen Ländern der Welt gelebt hat, beneidenswerterweise fünf Sprachen perfekt spricht und eine gute Sicht von Außen auf das Land hat.
Zuhause wurden wir dann noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen und die Mutter von Mariam, die ja gar kein Englisch kann, übersetzte für uns ein paar Sätze mit Google auf Englisch: „Mir hat die Tour heute gut gefallen“ und „Wollt ihr noch mal nach Costa Rica kommen?“ Das konnten wir auf jeden Fall bejahen. Die Gastfreundschaft der Menschen hier ist wirklich überwältigend, obwohl sie so viel weniger haben als wir in Deutschland. Mit Marixtu sind wir dann schließlich noch was trinken gegangen und haben viele wertvolle Tipps für Nicaragua bekommen.
Als wir auf dem Rückweg noch an einem Pizzaimbiss stoppten, wunderten wir uns allerdings sehr, dass die Verkäuferin uns statt des vereinbarten Preises, der deutlich in der Speisekarte stand, plötzlich mehr berechnen wollte. Sie hat zuerst so getan, als hätten wir etwas falsch verstanden und übersetzte die Zahl auf Englisch, um uns zu überzeugen. Erst als wir ihr auf Spanisch erklärten, dass sie uns noch einmal die Karte zeigen solle und dass da ein anderer Preis stehe, war sie wieder einverstanden, dass wir den offiziellen Preis, den auch die Einheimischen bekommen, zahlen durften. Es ist tatsächlich etwas ärgerlich, dass man das Gefühl hat, als Tourist häufig übers Ohr gehauen zu werden. Meistens wird das damit erreicht, dass sie einem als Tourist eine Summe in Dollar statt in der landesüblichen Währung „Colones“ nennen, die noch mal einige Euro teurer ist als die Währungsumrechnung, weshalb es immer ratsam ist, in Colones zu zahlen, aber so dreist wie am Pizzaladen hat es bei uns noch keiner versucht. Immerhin hat sie super geschmeckt, wenngleich wir sie teilweise im Dunkeln wegen des Stromausfall gegessen haben 😉

29.10.

Viel Wind am Kitespot
Der Wind meinte es heute wieder sehr gut mit uns und wir konnten zuerst unseren kleinen 9er und danach den 12er Kite fliegen. Erstaunlicherweise waren wir heute ganz alleine auf dem Wasser, ein großer Luxus, denn in der Hauptsaison von Dezember bis April muss man sich das Gebiet mit ca. 100 anderen Kitern teilen.
Auch in dem Ort La Cruz wird der allmählich stärker werdende Wind wahrgenommen. Dies äußert sich vor allem darin, dass die Kinder angezogen werden wie bei uns im Winter: lange Klamotten und eine Wollmütze auf dem Kopf, und das bei endlich einmal angenehmen 26 Grad.

28.10.

Ein windiger Tag am Playa Copal
Da in unserem Zimmer keine Küche enthalten ist, dürfen wir netterweise die von unserer Vermieterin benutzen. Sie wohnt in dem Häuschen mit ihren Eltern, die kein Wort Englisch sprechen. Das machte die Kommunikation ziemlich spannend 😉
Dann ging es an den Strand. Es war ein ganz anderer Eindruck, den die Bucht jetzt im Sonnenschein machte. Die vielen verschiedenen Blautöne konnte man beim letzten Mal mit wolkenverhangem Himmel gar nicht sehen. Der Wind fegte über die Bucht, perfekt, um zu kiten. Außer uns waren nur noch drei weitere Schirme auf dem Wasser. Als der Wind so sehr zugenommen hat, dass wir uns schon freuten, endlich nach einem Monat unseren neuen Duotone Evo 9qm Kite testen zu können, sahen wir, dass die Einheimischen ihre Sachen zusammenpackten und gehen wollten. Ein schlechtes Zeichen. Als wir nach dem Grund fragten, erklärten sie uns, dass die Flut bald ihren Höchststand erreicht habe und dann vom Strand nichts mehr übrig sei zum Starten oder Landen. Also packten wir auch ein, um den Rückgang des Wassers abzuwarten. Die Zeit wurde uns allerdings nicht lang, denn wir trafen ein nettes junges Pärchen mit einem süßen Hund namens Oreo. Sie kommt aus Deutschland und ist jetzt zu ihrem costa-rikanischen Freund nach San José gezogen und hat sich dort eine Arbeitsstelle gesucht. Der Hund, Oreo, wurde von jemanden ausgesetzt und hat sich so lange jeden Tag vor ihre Haustüre gesetzt und ist ihr gefolgt, bis sie ihn „adoptiert“ hat. Auch sie warteten auf Wind zum Surfen.
Nach einer Weile konnten wir dann endlich unseren neuen Kite testen, er fliegt sich hervorragend 🙂
Zum Abschied bekamen wir von den beiden zwei selbst hergestellte Ketten geschenkt.

27.10.

Zurück nach La Cruz
Heute Morgen erwachten wir mit blauem Himmel und Sonnenschein. Nachdem es die letzten Tage doch sehr viel geregnet hatte, war das eine sehr willkommene Abwechslung. Auf dem Weg zu einem schönen Café, wo wir frühstücken wollten, gingen wir am Strand entlang und begegneten einem Wildpferd, dem wir uns sogar bis auf paar Meter nähern konnten. Im Café gab es zu unserer Überraschung Schokocroissants 🙂 Lustigerweise hatte dieses Café scheinbar etwas an sich, was Deutsche besonders anlockte, denn an allen Tischen saßen ausnahmslos deutsche Backpacker. Von dort hatte man eine gute Aussicht auf die Straße, wo die Einheimischen entweder auf Mofas oder Quads entlangfahren. Auf diesen wird alles transportiert: Surfboard, Hund oder Kind. Ein bisschen schade, dass wir ausgerechnet bei bestem Wetter aus Santa Teresa abreisen mussten. Wir sind ca. 5 Stunden zurück nach La Cruz gefahren, wo für die nächsten Tage Wind gemeldet ist. Dort sind nämlich die perfekten Kiteplätze. In La Cruz angekommen, war es gar nicht so einfach die im Internet gebuchte Unterkunft zu fnden, denn es gab keine Angabe zur Hausnummer und die Abbildung auf der Karte war auch nur sehr vage. Also blieb uns nichts anderes übrig, als mit ein paar Brocken Spanisch in der Nachbarschaft herumzufragen. Eine Verkäuferin konnte uns schließlich weiterhelfen und führte uns zum richtigen Haus, wo uns die nette Gastgeberin mit perfektem Englisch willkommen hieß. Von ihr erfuhren wir auch, dass sie die Adresse absichtlich nicht angebe, um nicht dafür Zusatzsteuern an die Regierung zahlen zu müssen.
Das Restaurant, wo wir heute zum Abendessen waren, hatte eine unglaubliche Aussicht. Von außen wirkte es sehr unscheinbar, doch sobald man drinnen war, überwältigte einen der Blick auf die Bucht. Pünktlich zum Sonnenuntergang bekamen wir dann unser sehr leckeres Essen serviert.

Essen 7€ und Shake 3€ – Ausblick unbezahlbar!

26.10.

Santa Teresa
Als der Regen heute nachließ, haben wir uns direkt auf den Weg zum Strand gemacht. Dort konnten wir einigen Wellenreitern zusehen. Auf dem Rückweg sahen wir einen großen Leguan den Baum hochhuschen, er war so gut getarnt, dass er sich optisch kaum von der Rinde abhob.
Einige Bäume bedienen sich hier eines besonderen Verteidigungsmechanismus gegen potentielle Feinde, ihre Rinde ist komplett mit Stacheln ausgestattet. Dass eine normale Flip Flopsohle leider nicht dick genug ist, um diesen Dorn aufzuhalten, habe ich heute getestet :-/
Außerdem konnten wir noch eine Herde Brüllaffen sehen, die sich lautstark gegen ein paar Hunde zur Wehr setzte.
Da wir uns im Hostel zwischen den ganzen Abiturienten aus Europa doch ein bisschen wie auf Klassenfahrt gefühlt haben, haben wir uns richtig gefreut, als wir heute unsere neue, unglaublich schöne Unterkunft bezogen haben.
Abendessen gab es in einem typischen „Soda“. Das sind open air Restaurants, die traditionelles costa-rikanisches Essen anbieten. Es war richtig lecker und da dort auch die Einheimischen essen, wird dort alles zu sehr günstigen Preisen verkauft. Als wir abends noch am Strand entlangschlenderten, sahen wir von Weitem eine Gruppe Wildpferde.

Das ist das „Restaurant“:-)

25.10.

Santa Teresa
Santa Teresa gilt mit seinem 5 km langen naturbelassenen Strand als das Surf-und Backpackermekka der Nicoya-Halbinsel. Wobei in der jetzigen Nebensaison dort nicht allzu viel los ist.
Obwohl der Ort Luftlinie nur 100 km von Playa Carrillo entfernt ist, musste man die Routenplanung von Googlemaps sehr kritisch hinterfragen, da die App uns zwar die kürzeste Route zum Ziel nannte, wir aber bei genauerer Betrachtung feststellten, dass sie uns durch mehrere Flussläufe geschickt hätte. Das wäre gerade in der Regenzeit fatal.Brücken sind hier Fehlanzeige. Deshalb entschieden wir uns für die insgesamt fünfstündige Route außen herum statt für die dreistündige. Auch so war die Strecke abenteuerlich genug und weit entfernt von dem, was man als befestigte Straße bezeichnen würde. Wir mussten zwar keinen Fluss durchqueren, aber dafür lief der Bach manchmal mitten über die Fahrbahn.
Angekommen in unserem schönen Hostel Dos Manos, das uns mit einem sehr relaxten Surferflair zwischen Palmen empfing, entschieden wir uns, eine kleine Wanderung am Strand entlang zum Nachbarort zu unternehmen. Die unbefestigte Schlaglochpiste, die die beiden Orte verbindet, hatte sich nämlich schon längst in eine Schlammwüste verwandelt, da das Wetter heute leider ziemlich trüb und wolkenverhangen war, weshalb man die Schönheit des Strandes nur erahnen konnte.

24.10.

Tag der Entscheidungen
Heute sind wir zum Carrillo Strand gefahren. Ein wirklich schöner von Palmen gesäumter Strand. Der dazugehörige Ort ist ziemlich klein, außer zwei kleinen Geschäften gibt es dort eigentlich nichts. Ein sehr untouristischer Strand ohne jedes Gebäude bzw. Hotel.
Als dann nach einer Weile der Regen einsetzte, sind wir geflüchtet. Aber solche regnerischen Tage, an denen man viel Zeit hat, sich mit der Reiseroute auseinanderzusetzen, haben auch durchaus ihre Vorteile. So haben wir uns nach längerer Recherche entschieden, nicht nach Panama, sondern nach Nicaragua zu reisen. Da unser nächster Flug am 25.11. von San José nach Hawaii geht, sind wir da auch sehr frei in unserer Entscheidung. Vor allem die Tatsache, dass Panama deutlich touristischer ist und unser favorisiertes Ziel, die San Blas Inseln, sich mit 150€ pro Nacht in einer sehr einfachen Hütte als überteuert erwiesen haben, hat uns dazu bewogen, Nicaragua anzusteuern, wo es ähnlich schöne karibische Inseln gibt, die aber noch nicht touristisch ausgeschlachtet wurden.

23.10.

Nationalpark Rincón de la Vieja!


Obwohl wir uns schon den Arenal Vulkan angeguckt hatten, entschieden wir uns, auf unserem  Weg nach Playa Corrillo einen weiteren Vulkan zu besuchen. Der Nationalpark Rincón de la Vieja ist  für seine sichtbare vulkanische Aktivität bekannt. Dieser Park beeindruckte uns besonders. Wir waren im Bereich Las Pailas unterwegs, wo man alles aus nächster Nähe bestaunen konnte. Der Aufstieg zum Krater des Vulkans ist allerdings seit 2011 wegen seiner Aktivität verboten.
Auf wunderschönen naturbelassenen Wanderwegen gelangten wir zu Fumarolen, das sind Stellen, an denen Dampf aus dem Boden austritt, und zu Schlammvulkanen, bei denen durch aufsteigende Gase der Schlamm in die Höhe spritzte. Überall blubberte, dampfte und brodelte es. Zum Teil sah es so aus, als würde das Wasser kochen. Überhaupt wirkte es ziemlich gespenstisch, man sah mitten im Wald an verschiedenen Stellen Dampf aufsteigen, außerdem roch man den Schwefel schon von Weitem. Die Mineralien hatten überall ihre Spuren in den verschiedensten Farben auf dem Boden hinterlassen.
Von einem Guide haben wir erfahren, dass 20% des Energiebedarfs Costa Ricas mittlerweile durch geothermale Energie gedeckt wird.
Auf dem Rückweg haben wir noch einen süßen Nasenbär gesehen.

22.10.

Playa El Jobo
Nachdem es die ganze Nacht geschüttet hatte, erwartete uns heute strahlender Sonnenschein und ein wolkenloser Himmel. Dass wir aktuell in der Regenzeit unterwegs sind, ist aber generell kein großer Nachteil, da man die Uhr nach dem Regen stellen kann. Gegen 16 Uhr fängt es an und regnet die ganze Nacht durch. Da es sowieso ab 17 Uhr dämmert, ist das eigentlich kein Problem, wenn man seine Aktivitäten in die erste Tageshälfte verlagert. Außerdem sind wir dadurch in der Nebensaison unterwegs, es ist deutlich ruhiger überall und oftmals auch günstiger.
Heute sind wir zu unserem bisher paradiesischsten Strand seit Beginn unserer Weltreise gefahren: Playa El Jobo. Er liegt in einer Bucht zwischen der Playa Rajada und der Playa Cocos an der Pazifikküste von Costa Rica. Der helle Sandstrand ist knapp ein Kilometer lang und fällt sanft in das Meer ab. Scheint die Sonne auf das Wasser, lockt es mit verschiedenen Blautönen. Das Besondere an Playa El Jobo ist, dass er komplett von grüner Vegetation umgeben ist. Hier konnten wir entspannt den Tag verbringen. Die eine Hälfte des Strandes hatten wir für uns ganz alleine, auf der anderen lagen ein paar Hotelgäste gut versteckt zwischen den Bäumen auf ihren Liegen. Als wir am Strand entlang wanderten, kamen wir mit einem Einheimischen ins Gespräch, der uns eine Fishing Tour anbot. Diese sollte für 5 Stunden auch „nur“ 320€ kosten. Wir lehnten dankend ab. Auch die Massage auf einer Massageliege am Strand für 55€ pro Stunde konnte uns nicht überzeugen. Das, was touristische Aktivitäten in Costa Rica kosten, ist wirklich jenseits von Gut und Böse und deutlich teurer als z.B. in den USA, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Monatseinkommen in Costa Rica bei ca. 800€ liegt. Uns wurde von einem anderen Einheimischen erklärt, dass vor allem die Touristen aus den USA in ihrem Urlaub in Costa Rica mit Geld nur so um sich werfen und das wissen die pfiffigen Costa Ricaner für sich zu nutzen. Da die Lebensmittel deutlich teurer sind als in Deutschland, ist der Tourismus eine willkommene Zusatzeinnahmequelle. Um so mehr waren wir überrascht, dass wir gar keinen Eintritt für diesen traumhaften Strand zahlen mussten.
Nachmittags fuhren wir in den Ort La Cruz. Wir hatten das Gefühl, 30 Jahre in der Zeit zurückversetzt zu werden. Wir sahen viele alte, klapprige Autos, die schon längst nicht mehr auf deutschen Straßen unterwegs sind und die „Neumotorräder“, die in einigen Geschäften angeboten werden, wurden bei uns vor 15 Jahren verkauft.
Eine Pizza bekamen wir an einem Pizza Hut LKW, die wir mit Blick aufs Meer genießen konnten. Der Mitarbeiter war so nett uns zuzuflüstern, dass wir die Getränke besser im Supermarkt nebenan kaufen, da sie bei ihm zu teuer wären 😉

21.10.

Auf in den Nordwesten!
Nach einer wundervollen Zeit in der paradiesischen Unterkunft sind wir heute Richtung Playa Copal aufgebrochen, ein Ort, der unmittelbar an der Grenze zu Nicaragua liegt. Auch von unseren Reisegefährtinnen Andrea und Anna haben wir uns verabschiedet, da sie weiter in den Süden wollen. Am Morgen haben wir aber zuerst noch eine kleine Wanderung unternommen, denn direkt im Wald, der an unsere Unterkunft grenzt, gab es einen privaten Wanderweg, der erste in Costa Rica, für den wir nichts bezahlen mussten. Wir wanderten wieder durch dichten Regenwald und konnten viele exotische Vögel bestaunen. Der für Monteverde typische Regen konnte uns nicht abschrecken.
Nach drei Stunden Autofahrt kamen wir dann am Playa Copal an. Die Fahrt führte uns durch eine dicke Nebelsuppe und über extrem holprige, ausgewaschene nicht geteerte Straßen. Dass es in Costa Rica viele Baustellen gibt, haben wir ja schon bei unserer Ankunft festgestellt. Aber trotzdem waren wir überrascht, als ein Baustellenarbeiter direkt vor uns die Straße sperrte und ein LKW mit einer Ladung Erde kam, die er mitten auf der Fahrbahn abkippte. Ein Bagger fuhr ein paar Mal über den Erdhaufen, verteilte ihn notdürftig mit der Schaufel und nach 10 Minuten durften wir dann mit unserem ehemals weißen Auto über den plattgedrückten Dreck fahren. Wider Erwarten war auch das Wetter im Norden bewölkt. Immerhin konnten wir uns noch trockenen Fußes den berühmten Strand ansehen. Trotz der schwülen Hitze mussten wir lange Anziehsachen tragen, da man von zahlreichen Moskitos umschwärmt wurde. Der Abend gestaltete sich unterhaltsam, da wir zwei Mal umziehen mussten, da das erste Zimmer nicht so ganz unseren Hygienevorstellungen entsprach und das zweite Zimmer eine Ameiseninvasion bereithielt. Immerhin durften wir dann einen der schönen Bungalows beziehen, von dem aus man eine schöne Aussicht auf den Strand und das Meer hatte.

20.10.

Monteverde!

Von unserem Balkon hatten wir heute morgen einen traumhaften Ausblick auf die umliegenden Baumwipfel. Was gibt es Schöneres als mit Blick in den Regenwald aufzuwachen! Mit dem Fernglas hielten wir nach Vögeln Ausschau und konnten einige Kolibris beobachten. Außer Vogelgezwitscher und Bachrauschen war hier nichts zu hören.
Heute ging es in das berühmte Nebelwaldreservat Monteverde. Schon auf dem Weg dahin konnten wir das erste Tier bestaunen: eine Vogelspinne. In dem dichten feuchten Wald sahen wir faszinierende Farne, riesige bemooste Baumgiganten, die von langen Lianen umgeben waren, Orchideen und viele verschiedene Vögel. Wir fühlten uns wie im Dschungel. Von den „Aussichtsplattformen“ blickte man meistens in sehr dichten Nebel, der sich nur hin und wieder lichtete, und den Blick auf die Baumwipfel freigab.
Besonders beeindruckend war die wackelige Hängebrücke, auf der wir uns mitten zwischen den Baumwipfeln befanden, von wo wir uns einen tollen Überblick verschaffen konnten. Zum Abschluss konnte man noch einen Wasserfall bestaunen. Gegen Ende der Wanderung wurde der Nebelwald seinem Namen sehr gerecht. Schon gegen 13 Uhr wurde es relativ dunkel, da die Wolken sehr tief hängend durch den Wald zogen. Dann fing es auch schon an zu schütten. Das dichte Blätterdach über uns bewahrte uns aber davor, allzu nass zu werden. Den Tag ließen wir dann in einem schönen Café in Santa Elena ausklingen. Als wir wieder in unserem gemütlichen Ferienhaus ankamen, begann auch schon das allabendliche Gewitterspekatel.

19.10.

Arenal-See
Heute sind wir auf dem Weg nach Monteverde lange Zeit entlang des Arenalsees gefahren. Er liegt am Fuße des Vulkans, sodass wir auch von unterwegs eine tolle Aussicht auf ihn hatten. Der See sah richtig klar aus, aber wegen möglicher Krokodile sollte man besser nicht darin schwimmen gehen.
Wir legten einen Stopp am Macadamia Café ein. Dort konnten wir bei einem leckeren Schoko-Bananen Frappé und einer riesigen Kuchenauswahl die spektakuläre Aussicht auf den Arenalsee vom Balkon aus genießen.
Nach weiteren zwei Stunden auf teilweise doch sehr abenteuerlichen Straßen kamen wir an unserer neuen Unterkunft in der Nähe des biologischen Reservats Monteverde an. Ein wunderschönes Haus ganz für uns alleine mitten im Regenwald erwartete uns. Außer den vielen verschiedenen Tierstimmen war nichts zu hören. Die Gastgeber hatten für uns sogar einen selbstgebackenen Kuchen als Willkommensgeschenk bereitgestellt. Von unserem gemütlichen Balkon konnte man direkt in die Baumkronen der benachbarten Bäume schauen. Dort werden wir auf jeden Fall mal nach Tieren Ausschau halten.

18.10.

Arenal!
Von La Fortuna aus hat man einen hervorragenden Blick auf den Vulkan Arenal, der zu einem der aktivsten Vulkane der Welt gehört. 1968 ist er das letzte Mal ausgebrochen. Aber sogar 2010 war er wieder so aktiv, dass einige Lavaströme den Kegel hinabflossen und ganze Orte evakuiert werden mussten. Seither ist er nicht mehr ausgebrochen, aber sogar heute noch sieht man Rauchschwaden aus dem Krater aufsteigen, weshalb ein Besteigen des Vulkans aufgrund der Gefahr verboten ist. Allerdings führen einige Trails unterhalb des Arenals vorbei, die wir heute besichtigen wollten. Wirklich faszinierend bei diesem Naturschauspiel so nah dabei zu sein. Auf dem Wanderweg, der uns durch alte Lavaströme und den exotischen Regenwald führte, hatten wir einen
wunderbaren Ausblick auf den gigantischen Arenal und den Arenalsee. Eine wirklich lohnenswerte Wanderung am Fuße des Vulkans. Dennoch waren wir überrascht, dass man in Costa Rica scheinbar für jeden Wanderweg bezahlen muss (ca. 15€ pro Person). Eigentlich wollten wir im Anschluss daran noch eine Wanderung am Arenalsee machen, haben uns aber dagegen entschieden, als wir feststellten, dass man für diesen Trail abermals 15€ hätten zahlen müssen. Darauf hatten wir dann wirklich keine Lust. Man fühlt sich als Besucher des Landes tatsächlich etwas ausgenutzt, da man überall zur Kasse gebeten wird, zumal die Einheimischen nur ein Drittel der Eintrittsgebühr zahlen müssen.
Stattdessen fuhren wir dann zu einer Kaffeefarm, wo es hervorragenden Cappuccino und selbstgemachte Schokolade zum Probieren gab.

17.10.

Babyschildkröten in Tortuguero!
Als wir heute in aller Frühe von Affen geweckt wurden, die sich mit ohrenbetäubendem Getöse auf unserem Dach jagten, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Da es schon hell und nach 6 Uhr war, beschlossen wir, noch mal an den Strand zu gehen, um dort unser Glück mit den Babyschildkröten zu versuchen. Es hatte in der Nacht geregnet und alle alten Schildkrötenspuren im Sand waren weggewaschen. Man konnte nur noch die ganz frischen Spuren sehen. Es mussten also ganz aktuell wieder einige zur Eiablage an den Strand gekommen sein. Um vielleicht das Glück zu haben, noch ein paar frisch geschlüpfte Schildkrötchen zu sehen, hielten wir nach den kleinen Spuren im Sand Ausschau. Nach einer Weile wurden wir auch fündig. Sie mussten erst vor Kurzem geschlüpft sein, da überall noch die Eierschalen herumlagen, von Fliegen umschwärmt. Verdächtig viele Raubvögel und Straßenhunde lagen schon auf der Lauer. So kamen wir an einigen ehemaligen Nestern vorbei, die nun leer waren. Wir hielten vergebens nach kleinen Schildkröten Ausschau auf ihrem Weg ins Meer. Als wir an einem tiefen Schildkrötennest vorbeiwanderten, sahen wir plötzlich, dass sich ganz unten im Sand noch etwas regte. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Hatten wir also doch noch eine Babyschildkröte entdeckt. Die anderen Schildkröten hatten sich schon längst auf den Weg ins Meer gemacht. Sie kam selbst nicht aus diesem tiefen, trichterförmigen Loch heraus. Die Raubvögel umkreisten sie schon. Eigentlich soll man in diesen Prozess ja nicht eingreifen. Aber es hätte für die süße kleine Schildkröte den sicheren Tod bedeutet, zumal auch einige Straßenhunde am Strand herumliefen, auf der Suche nach Futter plündern sie so manche Nester. Wir hatten also keine Wahl, wir nahmen sie vorsichtig auf die Hand und trugen sie in die Nähe des Wassers, damit sie den letzten Weg ins Meer alleine zurücklegen konnte. Sie fühlte sich so weich auf der Hand an. Zum Glück blieb sie sowohl von den Hunden als auch von den Vögeln unbemerkt. In einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, die wir diesem kleinen Wesen gar nicht zugetraut hätten, krabelte sie zielstrebig wie von einem inneren Kompass geleitet auf das Wasser zu und verschwand schließlich in den Wellen. Unglaublich, dass diese Schildkröte, wenn es denn eine weibliche war, in 20 Jahren exakt an diesen Geburtsstrand zurückkehren wird, um dort das erste Mal ihre Eier abzulegen. Von 1000 Schildkröten erreicht dieses Alter allerdings statistisch gesehen nur eine, weshalb sie auch vom Aussterben bedroht ist. Wir entdeckten insgesamt noch 6 weitere Babyschildkröten, denen wir bis ans Wasser halfen und ihnen damit eine zweite Chance gaben. Wir drücken ihnen die Daumen, dass sie es schaffen.
Von anderen Strandbesuchern haben wir erfahren, dass wir gestern einfach nur zu früh am Strand waren, um die Babyschildkröten beim Schlüpfen zu beobachten. Erst gegen 17:45 haben sie sich auf den Weg ins Wasser gemacht. Also haben wir sie leider gerade so verpasst.
Dann ging es nach La Fortuna, dort haben wir mit Anna und Andrea eine Schokoladentour gemacht. Dabei wurden wir über eine eindrucksvolle Farm geführt, wo wir vielen typischen regionalen Früchten begegnet sind, die wir als selbstverständliche Produkte in deutschen Supermärkten kennen, aber über ihren Ursprung nicht so genau Bescheid wissen. Diese haben wir uns aber nicht nur angeguckt, sondern wir konnten auch alle probieren. Dabei haben wir viel über die Pflanzen erfahren und festgestellt, dass z.B. Bananen und Ananas hier ganz anders schmecken, viel fruchtiger, als bei uns im Supermarkt in Deutschland. Wir konnten selbstgepressten Zuckerrohrsaft trinken, Litschis und natürlich die Kakaobohnen probieren. Außerdem wuchsen dort Pfeffer, Vanille- und Chilischoten.
Der Guide zeigte uns den kompletten Prozess, den die Kakaobohne durchläuft, bis sie zur Schokolade wird. Zuerst werden die Bohnen im Ofen geröstet, aus der Schale gelöst und anschließend durch eine Mühle gedreht. Während die Bohnen direkt nach der Röstung noch sehr bitter schmecken, war die Masse, nachdem sie gemahlen wurde, deutlich süßer. Dann konnten wir die Schokolade als Kakaogetränk und als Schokowürfel probieren. Diese schmecken ganz anders, als man es von der geläufigen Supermarktschokolade kennt, ein purer Genuss ohne unnötigen Zucker.

Kakaobohnen
Vanilleschote
Pfeffer

16.10.

Tortuguero
Auf der Insel beginnt der Tag recht früh, die Sonne geht schon um halb 6 auf, aber dafür wird es auch schon ab 17:30 dunkel. Deshalb muss man hier seinen Rhythmus ein wenig umstellen.
Der Tortuguero Nationalpark bietet wirklich eine spektakuläre Tier- und Pflanzenwelt, um dieser etwas näherzukommen, haben wir eine Kanutour gebucht, die heute schon um 6 startete, da die Tiere zu dieser Zeit am aktivsten sind. Wir hatten richtig Glück, denn obwohl es in Tortuguero eigentlich fast immer regnet, erwartete uns blauer Himmel und Sonnenschein. Vor allem freute uns, dass es trotz ziemlicher Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit hier keine Stechmücken gibt.
Es war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis im Kanu fast geräuschlos mit unserem Guide durch den Dschungel zu gleiten und dabei nach Tieren Ausschau zu halten. Die einzige Geräuschkulisse waren die vielen laut lärmenden Tiere. Eins ist sicher: ohne unseren Guide wären uns viele Tiere entgangen, denn dort wo man selbst nur eine undurchdringliche Regenwaldwand sah, erspähten seine geschulten Augen zahlreiche Tiere. Neben vielen Vögeln sahen wir einige Klammeraffen, die wild durch die Bäume tobten, Papageien, Schildkröten und Leguane, die sich im Sonnenlicht wärmten, Faultiere und einen Babykaiman. Einen großen Kaiman konnte man fast nicht erkennen, so gut hatte er sich getarnt. Er wirkte von Weitem wie eine kleine schlammige Erhebung, auf der etwas Grünes wächst. Erst als wir uns näherten, sahen wir sein geöffnetes Auge, das uns wachsam verfolgte. Durch unseren Guide haben wir auch erfahren, warum der Anhingavogel stundenlang mit gespreiztem Gefieder in der Sonne sitzt: nachdem er Fische im Wasser gejagt hat, ist er gezwungen, sein Gefieder trocknen zu lassen, da es nicht selbst fettend und daher wasserabweisend ist, bevor er wieder fliegen kann. Danach ging es in ein tolles Café, wo wir einen richtig leckeren Cappuccino bekommen haben.
Anschließend haben wir die Ruhe und das Meeresrauschen am Strand in den Hängematten genossen. Unbeschreiblich schön!Praktischerweise lagen direkt zahlreiche Kokosnüsse am Strand, sodass man sich nach Belieben bedienen konnte, sofern man die Geduld hatte, diese zu öffnen 😉
Nachmittags haben wir dann eine Wanderung durch den Regenwald im Tortuguero Nationalpark gemacht. Es war ziemlich spannend, durch diesen dichten Wald mit vielen Lianen zu wandern, begleitet von den exotischen Tierlauten. Als es plötzlich ziemlich laut im Baum über uns raschelte, entdeckten wir einen Affen, der sich von Ast zu Ast hangelte. Außerdem sahen wir viele Vögel, Echsen und riesige Schmetterlinge. Zurück ging es dann am Strand entlang, wo wir die riesigen Spuren der großen Meeresschildkröten im Sand sahen. Optisch sind ihre Spuren am ehesten mit Quadspuren vergleichbar. Nachts kommen sie an Land, buddeln eine Grube, wo sie ihre Eier im Sand ablegen und wieder verscharren. Die Babyschildkröten schlüpfen dann 40-60 Tage später. Ihre Spuren sind sehr klein, aber dennoch gut zu erkennen, sie führen geradewegs ins Meer. Um die Fressfeinde in die Irre zu führen, buddeln die Meeresschildkröten riesige Krater, legen ihre Eier jedoch nicht darin, sondern in der Nähe ab.
Leider sahen wir keine Babyschildkröten, was daran liegen könnte, dass sie vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden schlüpfen. Ohne einen Guide erhält man allerdings zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens keinen Zutritt zum Strand, um die Schildkröten nicht zu stören.
Wir fanden einige verendete Tiere im Sand. Die Vögel lagen schon auf der Lauer und warteten darauf, dass ihnen die frisch geschlüpften Schildkröten auf ihrem strapaziösen Weg ins Meer in die Fänge geraten.
Als wir abends in den Hängematte unseres Hostels am Flussufers entspannten, gab es noch einen Stromausfall auf der Insel. Das ganze Ufer war plötzlich in völlige Dunkelheit getaucht und die Musik war auch überall verstummt. Nach kurzer Zeit war er aber wieder da. Morgen gehts dann weiter nach Fortuna.

15.10.

Stressige Anreise mit schönem Wiedersehen!
So schön Reisen auch ist, die Tage, an denen man irgendwohin unterwegs ist, sind immer besonders anstrengend. Man könnte zwar meinen, dass wir da mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt hätten,  aber obwohl man mit ein und derselben Airline schon mehrfach geflogen ist, ist die Auslegung der Gepäckbestimmungen durchaus unterschiedlich. Während wir beim letzten Flug zu zweit insgesamt nicht über 46 Kilo kommen durften und es egal war, wenn einer leicht über der Kilogrenze war, ließen sie uns heute unsere schon komplett in Packsäcken verstauten Backpacks wieder auspacken und die Sachen so hin- und hertauschen, bis bei jedem 23 kg auf der Waage stand. Wirklich lästig. Außerdem wurde Johannes‘ Northface Tasche heute zwei mal vom Flughafenpersonal kontrolliert, ob sie für ein Handgepäck nicht doch zu groß ist. Wenigstens waren wir nach diesen ganzen Extrakontrollen so in Verzug (obwohl wir 3 Stunden vorher am Flughafen waren), dass man uns an der endlos langen Sicherheitscheckkontrollschlange vorbeiführte. Wir waren ganz schön erleichtert, als wir dann endlich mit Handgepäck im Flugzeug saßen. Als wir dann in Costa Rica am Flughafen gelandet sind, gab es die nächste „Überraschung“: Johannes‘ Rucksack ist geöffnet und völlig durchwühlt worden. Man hatte sich nicht mal die Mühe gemacht, den Rucksack wieder zu schließen. Alles lag kreuz und quer im Packsack verstreut.
Immerhin fehlte nichts.
Dann ging es zur Autovermietungsstation. Dort erklärte man uns, dass wir das Glück hätten, die Ersten zu sein, die mit diesem ganz neuen Auto fahren dürfen. Deshalb müssten wir auch besonders gut auf das Auto achtgeben. Das versprachen wir natürlich gerne. Als wir dann zu unserem neuen Schlitten geführt wurden, mussten wir fast lachen. Das Auto hatte zwar tatsächlich noch keinen Kilometer gelaufen, sah vom Design aber aus, als wäre es vor 20 Jahren entworfen worden. Für das Radio brauchte man sogar noch ein AUX-Kabel, um das Handy damit zu verbinden. Aber immerhin hat es schon eine Klimaanlage 😉 Von der Marke BYD haben wir auch noch nie was gehört. Da das Auto erst heute Morgen angekommen ist, hat es auch noch keine Nummernschilder. Dies ist aber angeblich o.k. Wir werden berichten, ob das tatsächlich kein Problem ist 😉
Als wir uns auf den Weg nach Tortuguero (was übersetzt „Ort an den die Schildkröten kommen“ heißt, denn er ist dafür bekannt, dass die Meeresschildkröten dort zur Eiablage hinkommen) machten, fühlten wir uns wie damals in Thailand. Die Autofahrer fahren wie sie wollen und überholen an den unmöglichsten Stellen. Bei kilometerlanger Bergabfahrt mit zahlreichen Serpentinen wurden wir in halsbrecherischer Geschwindigkeit sogar von LKW und Reisebussen überholt. Verglichen mit den USA wirkt Costa Rica auf den ersten Blick etwas „rückständig“. Neben vielen sehr einfachen kleinen Häuschen sah man auch viele Hütten, wo das Dach notdürftig aus Wellblech hergestellt war. Ganze Bündel von Stromkabeln hingen wirr durcheinander. Straßenhunde sah man hier auch überall.  Auf den ersten Kilometern auf der Straße mussten wir mehrfach offenen Gullis ausweichen, dort hatte wohl jemand den Deckel entwendet und es klafften tiefe, riesige Löcher mitten auf der Fahrbahn. Wir standen auf unserer Fahrt mehrfach im Stau. Sofort waren fliegende Händler zur Stelle, die uns ihre Waren, Chips und Getränke, anboten. Es ist uns ein Rätsel, wie diese so schnell vom Stau Wind bekommen haben. Immerhin hatten wir bei der Gelegenheit ausgiebig Zeit, den Regenwald zu betrachten, denn unser Weg führte mitten durch den Braulio Castillo Nationalpark. Je mehr wir uns La Pavona näherten, von wo unser Boot nach Tortuguero abfährt, desto mehr Bananenplantagen sahen wir.
Mit einem Boot, der einzigen Möglichkeit, den Nationalpark außer mit einem Flugzeug zu erreichen, ging es dann von La Pavona aus bis zum Tortuga Nationalpark. Autos gibt es auf der Insel nicht. Die Fahrt war wirklich sehr spektakulär, denn man musste den Fahrkünsten des Fahrers schon sehr vertrauen, um sich über die teils sehr extreme Schräglage des Bootes im Wasser in den Kurven bei rasanter Geschwindigkeit keine Sorgen zu machen.
Als wir uns gerade in unserer Hostelküche etwas kochten, ging plötzlich die Tür auf und Andrea und Anna, unser Besuch aus der Heimat, standen in der Tür. Ein schönes Wiedersehen nach 3 Monaten.  Wir haben viele gute Tipps von ihnen bekommen, da sie schon vor uns angekommen sind, und haben für morgen in aller Frühe eine Kanutour gebucht. Wir sind schon sehr gespannt, welche Tiere wir wohl sehen werden.