25.04.

Tag 5 in Quarantäne
Heute Morgen um 6 erwartete uns eine Lieferung der besonderen Art. Unsere Freunde Peter und Anniko haben uns ihren tollen T5 VW Bus auf den Hof gestellt. Sie haben mitbekommen, dass wir unsere Weltreise abbrechen mussten und nach der Quarantäne erst einmal ohne Auto ziemlich eingeschränkt wären. Da haben sie uns das unfassbar tolle Angebot gemacht, uns ihren Bus zur Verfügung zu stellen, bis wir wieder einen mobilen Untersatz haben. Wir haben uns riesig gefreut und sind immer noch total überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Wirklich eine tolle Perspektive für die Zeit nach der Quarantäne.
Außerdem freuten wir uns heute noch über eine weitere Lieferung. Nachdem wir 9 Monate mit unseren Turnschuhen auf Weltreise waren, mussten nämlich dringend neue her, die heute -schneller als gedacht- von der DHL geliefert wurde.
Was für ein Tag 🙂

24.04.

Tag 4
Heute haben wir mit unserem Reisebüro STA telefoniert, da wir wussten, dass unsere Ansprechpartnerin heute erreichbar sein würde. Wegen Kurzarbeit sind die Mitarbeiter nämlich nur an 2 Tagen in der Woche erreichbar.
Natürlich haben zu diesem Zeitpunkt aber mehrere versucht dort anzurufen, sodass es gar nicht so einfach war dort durchzukommen. Beim ersten Mal wurde unser Anruf deshalb auch nach Dresden weitergeleitet, wo man uns natürlich nicht weiterhelfen konnte, obwohl ich die Nummer der Kölner Filiale gewählt hatte.
Von der Mitarbeiterin erfuhren wir, dass unsere Reiseabbruchversicherung bei der Allianz wohl erst einmal nur die Stornierungsgebühren der nicht mehr stattfindenden Flüge übernimmt. Für den Restbetrag würden wir entweder Reisegutscheine von STA oder von den jeweiligen Airlines erhalten, wo die Flüge eigentlich stattgefunden hätten. Das wäre für uns ziemlich ungünstig, denn die Mitarbeiterin erklärte uns, dass die Gutscheine innerhalb eines Jahres verfallen. Das wäre definitiv eine Herausforderung, die ganzen Gutscheine bei Fernreiseverbot und mit voller Stelle innerhalb eines Jahres einzulösen 😉

23.04.

Tag 3 in Quarantäne
Unser Schlafrhythmus passt sich so langsam wieder der deutschen Zeit an. Nach dem langen Campen schlafen wir in dem sehr bequemen Boxspringbett besonders gut 😉
Heute haben wir die Quarantäne dafür genutzt, einen leckeren Rhabarberstreuselkuchen zu backen. Was für ein Spaß, endlich noch mal einen Kuchen zu backen. Das haben wir wirklich vermisst. Er schmeckte wirklich köstlich. Wie schön, dass wir ihn draußen im Garten in der Sonne essen konnten. Ansonsten haben wir uns die Zeit mit Puzzeln und Lesen vertrieben.

22.04.

Tag 2 in Quarantäne
Jetlag sei Dank waren wir heute um 4 Uhr morgens schon hellwach. Aber so konnten wir immerhin vom Balkon mit einem leckeren Latte Macchiato in der Hand einen schönen Sonnenaufgang sehen. Um 7 Uhr morgens waren wir so hungrig, dass wir uns erst mal ein leckeres Frühstück natürlich mit dem tollen Brot zubereiteten 🙂
Ab 10 Uhr war auch das Gesundheitsamt erreichbar, wo wir uns als Reiserückkehrer aus dem Ausland melden mussten. Dort erklärte uns ein gelangweilter Mitarbeiter wir sollten eine Email schicken mit unseren Daten und dem Aufenthaltsort. Als Antwort darauf erhielten wir in einem Emailanhang Hygienehinweise und Tipps, woran man Corona erkennt. Wirklich sehr hilfreich 😉
Um der Langeweile vorzubeugen, wollten wir uns ein Puzzle bestellen. Diese Idee hatten aber scheinbar mehrere, weshalb alle Puzzle im Internet ausverkauft waren bzw. erst in einigen Wochen lieferbar gewesen wären.
Zum Glück entdeckten wir aber ein 1000 Teile Ravensburger Puzzle durch Zufall in unserer Ferienwohnung. Damit waren wir erst einmal eine Weile beschäftigt.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Workouts und im schönen Garten, der zu der Wohnung gehört, wo wir die Sonne genießen konnten.
So ist die Quarantäne gut zu ertragen

21.04.

Zurück in Deutschland
Nachdem wir 12 Stunden gebraucht haben, bis wir von Perth nach Doha gelangt sind, wo wir vier Stunden Aufenthalt hatten, kamen wir nach weiteren 6,5 Stunden endlich in Frankfurt am Flughafen an. Ein sehr durchmischtes Gefühl, denn eigentlich waren wir für eine Rückkehr noch gar nicht bereit und fühlten uns ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen.
Als wir dann aber in Frankfurt aus dem Flughafen traten und uns schönstes Frühlingswetter empfing, fühlte sich die Rückkehr nicht mehr ganz so schlimm an. Es duftete nach blühenden Bäumen und Sträuchern und überall konnten wir die Vögel zwitschern hören. Erst jetzt fiel uns auf, wie sehr wir die Jahreszeit Frühling vermisst haben.
Vor allem die wahnsinnige Hilfsbereitschaft von Freunden und Familie hat dazu beigetragen, dass uns die Wiedereingewöhnung in Deutschland nicht ganz so schwer fiel.
Johannes‘ Schwester holte uns am Flughafen ab und hatte für uns eine tolle Ferienwohnung organisiert und eingerichtet, damit wir uns wie angeordnet unverzüglich in zweiwöchige Quarantäne begeben können.
Als erstes ließen wir uns ein richtig leckeres knuspriges Brot beim Bäcker besorgen. Wie hatten wir das vermisst in den 9 Monaten im Ausland. Endlich konnten wir uns alles einkaufen lassen, worauf wir uns während unserer Reise schon die ganze Zeit gefreut hatten.
Todmüde fielen wir abends um 20 Uhr ins Bett, denn nach australischer Zeit wäre es ja schon 2 Uhr nachts.

20.04.

Abschied von Perth
Nach einem letzten entspannten Frühstück mussten dann zum letzten Mal auf unserer Weltreise die Backpacks gepackt werden. Als wir unsere gesamten Klamotten sahen, hatten wir erst den Eindruck, dass wir ganz schön viele Sachen dabei hätten. Nachdem dann alles in den Backpacks verstaut war, stellten wir jedoch fest, dass diese erstaunlich leicht waren ohne unsere Neoprenanzüge und nach unserer Aussortieraktion.
Da der Flug heute erst gegen 23 Uhr startet, hatten wir noch viel Zeit. Diese nutzten wir für einen ausgedehnten Spaziergang am Swan River und seinem idyllischen Ufer entlang. Die Temperaturen sind seit wir in Perth sind deutlich kühler geworden und die fallenden Blätter kündigen den anstehenden Herbst an.
Danach fuhren wir zu Charlotte, der Käuferin unseres Autos. Wir erklärten ihr noch einige Details beim Auto und zeigten ihr noch ganz ausführlich, wie man das Dachzelt aufbaut.
Sie fuhr uns mit dem Auto mit unserem Gepäck bis zum Flughafen, wo wir uns dann leider von unserem treuen Gefährt trennen mussten. Wirklich ein Jammer. Aber uns tröstet, dass Charlotte wenigstens mit ihm auf die große Fahrt gehen kann, die uns verwehrt geblieben ist. Wir sind wirklich beeindruckt, wie mutig sie ist, dass sie als gerade einmal 19-Jährige trotz der Pandemie noch nach Australien gereist ist und allein mit dem Auto hier auf Tour gehen wird.
Eins ist definitiv klar: Westaustralien werden wir auf jeden Fall noch mal bereisen, allerdings dann hoffentlich ohne Reisebeschränkungen…
Am Flughafen war es sehr entspannt. Auf der Abflugtafel standen so wenige Flüge angeschlagen wie noch nie. Lediglich zwei Flieger verlassen Perth heute. Generell glich auch die Duty Free Zone eher einer Baustelle, denn alle Läden waren mit Bauzaun komplett abgeriegelt und ohne ihre Beleuchtung war es ziemlich dunkel.
Mit dem Boarding fing die Airline sogar früher an als geplant.
Im Flugzeug war es sehr entspannt, noch nie hatten wir so viel Platz. Es waren so wenige Passagiere an Board, dass man sich über ganze Sitzreihen ausstrecken konnte. Wieder einmal können wir über Qatar Airways nur Positives berichten.

19.04.

Letzter Strandbesuch
Da wir gestern bereits unsere Neoprenanzüge und eines der Boards verkauft hatten, machten wir uns heute einfach so auf den Weg zum Strand, um den anderen Kitern zuzuschauen, denn auch heute war es wieder sehr windig. Am Cottesloe Beach trafen wir uns mit Jeff, den wir schon in Lancellin kennengelernt hatten. Er ist Deutscher, wohnt aber schon seit einigen Jahren in Australien. Den australischen Winter verbringt er meistens in Deutschland. Daraus wird dieses Jahr allerdings nichts, da er einen Australian Permanent Resident Status hat und die Australier wegen der Coronakrise ihr Land für lange Zeit nicht mehr verlassen dürfen.
An dem Spot war es für australische Verhältnisse sehr voll, zu voll für unseren Geschmack. Danach fuhren wir noch zu Woodman Point, ein wirklich sehr toller und empfehlenswerter Kitespot. Je nach dem, in welchem Bereich man dort kitet, hat man dort wahlweise Flachwasser oder etwas welligeres Wasser zur Auswahl. Vor allem die türkise Farbe des Meers hat uns hier sehr beeindruckt.
Anschließend fuhren wir noch zum Cape Peron. Von dort hatten wir einen tollen Ausblick auf die Kalksteinfelsen mit schönen Sandstrandabschnitten. Während wir dort entlang spazierten, konnten wir einige Pelikane aus nächster Nähe sehen. Wirklich ein schöner letzter Tag in Australien.

18.04.

Umzug in die Ferienwohnung!
Die nicht ganz so guten Wetteraussichten vertrieben uns vom Campingplatz. Wir hielten nach einer schönen Ferienwohnung Ausschau und wurden fündig. Somit war das unsere letzte Nacht auf dem Campingplatz in unserem gemütlichen Zelt 🙁
Schon während des Frühstücks fing es an zu nieseln und wir waren froh, dass wir unter der Markise sitzen konnten.
Bevor wir Richtung Ferienwohnung aufbrachen, besichtigte noch ein australisches Pärchen unsere inserierten Neoprenanzüge und das ältere Kiteboard, was wir erst in Australien gekauft hatten. Da wir Zuhause eine komplette und deutlich bessere Ausrüstung besitzen, wäre dies nur unnötiger Ballast. Praktischerweise kauften sie den gesamten von uns angebotenen Kram. Als wir zu einem Supermarkt fuhren, der sich in einem Einkaufszentrum befand, wunderten wir uns doch sehr. Hier hätte man fast vergessen können, dass auch hier das Coronavirus präsent ist, denn es war allgemein sehr voll und fast alle Geschäfte waren geöffnet.
Die Ferienwohnung war zum Glück tatsächlich so schön, wie auf den Bildern dargestellt, sogar mit Waschmaschine und Trockner 🙂
Man glaubt ja gar nicht, wie viele Sachen sich über die paar Wochen in so einem Auto ansammeln können. Alles, was wir wieder mit nach Deutschland nehmen wollen, mussten wir auspacken und in die Ferienwohnung räumen, wo wir es bald in unseren Backpacks verstauen werden.
Danach nutzten wir das schlechte Wetter für ein besonders leckeres Gericht. Nach 6 Wochen auf Campingplätzen ist so eine richtige Küche ein fast schon ungewohnter Komfort für uns 😉

17.04.

Autoverkauf in Perth
Nach einem letzten schönen morgendlichen Strandspaziergang mussten wir nach 3,5 Wochen unser Auto abreisebereit machen.
Dann fuhren wir 450 Kilometer bis nach Perth, wo wir unseren Landcruiser der Interessentin aus Deutschland, namens Charlotte, vorstellen wollten. Es gab nur eine einzige Polizeikontrolle kurz vor Perth. Als wir dort unsere Flugtickets vorzeigten, ließen sie uns ohne Probleme passieren. Es lief unkomplizierter als wir dachten.
Je näher wir Perth kamen, desto voller waren die Straßen. Kaum zu glauben, dass es hier Reisebeschränkungen gibt, danach sah es gar nicht aus.
Über den Tag verteilt erreichten uns noch einige Nachrichten von Interessenten, die gerne unser Auto besichtigen wollten. Mit so viel Interesse an unserem Auto in Zeiten der Coronakrise hätten wir gar nicht gerechnet. Deshalb hatten wir unser Auto im Internet zuerst deutlich zu günstig angeboten, bis wir uns vor Anrufen kaum retten konnten. So erhöhten wir den Preis Schritt für Schritt, da die Anbieter, sogar ohne unser Auto vorher gesehen zu haben, sich im Preis überboten. So konnten wir den Landcruiser doch noch zu einem für uns fairen Preis verkaufen, ohne allzu viel Verlust zu machen. Sogar in der Coronakrise und obwohl wir das Auto letztlich nur 6 Wochen nutzen komnten war es viel günstiger ein Auto zu kaufen als zu mieten. Allerdings reagierten einige Australier doch sehr patzig und konnten nicht verstehen, dass wir das Auto nicht für den Preis verkaufen wollten, den wir ursprünglich angesetzt hatten, sondern natürlich für das beste Angebot.
Charlotte war zum Glück sehr unkompliziert. Ihr gefiel unser Auto auf Anhieb sehr gut. Wir dürfen unseren Landcruiser sogar bis zu unserer Abreise behalten und sie fährt uns noch zum Flughafen. Es hat also zum Glück mit dem Autoverkauf wieder super geklappt.

16.04.

Organisation und erste Besichtigungen
Da wir morgen Richtung Perth aufbrechen, hatten wir heute noch einiges zu erledigen. Unser erster Weg führte zur Waschanlage, um unser Auto für die erste Besichtigung heute herauszuputzen. Danach fuhren wir zur gefühlt ältesten Zapfsäule der Welt. Sie lag etwas außerhalb von Geraldton lockte aber dadurch, dass sie 0,20$ pro Liter günstiger ist, was sich bei unseren beiden Riesentanks doch sehr bemerkbar macht.
Anschließend besichtigte Tim aus Deutschland unser Auto. Er ist extra 100 Kilometer gefahren, um sich unseren Landcruiser anzusehen. Er gefiel ihm sehr gut, war auch bereit, uns einen fairen Preis zu zahlen, allerdings war das Problem, dass wir mit dem Auto bis Perth fahren müssen, da unser Flug von dort geht und er nicht nach Perth reinkommt, um es abzuholen, wegen der Reiseeinschränkungen. Viele Australier haben bei unserer Anzeige natürlich ein besonderes Schnäppchen gewittert und darauf gesetzt, dass wir total verzweifelte Backpacker sind, die sich auf jeden Preis einlassen, um das Auto loszuwerden, was wirklich zu absurden „Cash Angeboten“ ihrerseits führte, damit sie selbst nach der Coronakrise das Auto mit einem dicken Plus an die nächsten Backpacker verkaufen können. Zum Glück haben wir aber eine weitere seriöse Interessentin aus Deutschland, die in Perth wohnt, der wir morgen unser Auto vorstellen.
Glücklicherweise kam heute auch der erlösende Anruf von der Bank, dass unsere Bankkarte endlich angekommen ist. Wir hatten schon gebangt, dass sie erst dann in Geraldton landet, wenn wir auf dem Weg nach Perth sind.
Nachmittags holten wir bei unseren Bekannten Steffi und Kim unseren Mundschutz ab. Sie hatten es tatsächlich geschafft noch Masken für den Rückflug in einer Apotheke aufzutreiben und hatten uns netterweise welche mitgebracht.

15.04.

Sechster, schönster und letzter Kitetag am Coronation Beach!
Dass der tolle Kitetag von gestern noch zu toppen ist, hätten wir ja nicht erwartet. Schon von Weitem konnten wir die türkisfarbenen Wellensets sehen, die weiter draußen in die Bucht hineinrollten, während das Meer in Strandnähe immer noch schönes Flachwasser bereithielt. Heute war sogar so unglaublich viel Wind, dass wir unseren ganz neuen 7er Kite endlich testen konnten, worauf wir schon seit dem Kauf warten. Heute waren wir sehr froh, dass wir ihn hatten, denn sonst hätte ich gar nicht kiten können, denn mit dem 9er wäre ich definitiv überpowert gewesen. Wir waren wieder die ersten am Kitespot, erst nach und nach kamen noch weitere Windsurfer und Kiter dazu. So einen starken Windtag hatten wir bisher nur einmal auf unserer Weltreise in Nelson, Neuseeland erlebt. Der neue Kite fliegt sich hervorragend und hat ordentlich Power, wir sind mit unserem Kauf sehr zufrieden. Was für ein grandioser letzter Kitetag. Nach drei Stunden mit dem 7er und 9er auf dem Wasser kamen wir ziemlich ko und müde aus dem Meer, aber mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. Ein krönender Abschluss unseres unfreiwillig langen Kitesurf-Trainingslagers in Geraldton. Dieser Tag wird uns in besonders guter Erinnerung bleiben, wer weiß, wann wir in Deutschland wieder aufs Wasser kommen werden… unter so unglaublich tollen Bedingungen wahrscheinlich gar nicht.

14.04.

Fünfter Kitetag am Coronation Beach
Heute war sogar so viel Wind, dass wir mit unserem 9er und 12er wieder zeitgleich kitesurfen konnten. So perfekte Bedingungen wie heute hatten wir schon lange nicht mehr und das bei perfektem Sonnenschein. Was für ein Spaß. Wir waren die ersten, die mittags aufs Wasser gingen. Gegen Nachmittag kamen dann noch ein paar weitere Wassersportler hinzu. Es waren außer uns noch ca. 7 Windsurfer und 8 Kites auf dem Wasser, in dieser riesigen Bucht hatten wir ohne Ende Platz. Was für ein Luxus. Wir werden ziemlich verwöhnt sein, wenn wir wieder in Europa kitesurfen gehen, wo sich an manchen Tagen 300 Kites auf dem Wasser tummeln 😉
Mittlerweile haben wir schon viele der Kitesurfer kennengelernt, die genau wie wir jeden Tag am Spot sind. So zum Beispiel auch Gabrielle aus Kanada, die eigentlich auch herumreisen wollte, nun aber genau wie wir hier festsitzt. Allerdings sind die Flüge nach Kanada aktuell so teuer, dass sie nicht zurück kann. Praktischerweise ist sie Kitelehrerin und hat uns schon viele gute Tipps gegeben.

13.04.

Dritter Kitetag am Coronation Beach
Endlich war seit einigen Tagen Flaute noch mal Wind gemeldet. Wir konnten es kaum erwarten, endlich wieder aufs Wasser zu kommen. Als wir langsam die kurvige Strecke zum Strand hinunterfuhren und die Bäume den Blick auf die Bucht freigaben, sahen wir die weißen Schaumkronen auf dem Meer: ein sicheres Zeichen dafür, dass der Wind heute mindestens für unseren 12er reichen würde. Außer uns war nur ein ca. 75-jähriger Herr mit Kite und seinem Waveboard auf dem Wasser. Wirklich beeindruckend, wie fit er ist. Der Wind war zwar nicht wahnsinnig stark, aber er reichte für viele Sprünge und fast vier schöne Stunden auf dem Wasser. Es war sogar so warm, dass wir heute ganz ohne Neoprenanzug kiten konnten. Dieser Tag hat uns sehr dafür entschädigt, dass wir gestern nur auf Wind warten konnten.

12.04.

Warten auf Wind
Dieses Jahr feierten wir bei 33 Grad unser wärmstes Osterfest. Nach einem gemütlichen Osterfrühstück fuhren wir zum Coronation Beach. Das erste Mal seit einer lange Zeit haben wir Geraldton noch mal verlassen. Es fühlte sich schon fast ein bisschen wie Freiheit an 😉
Am Coronation Beach erinnerte uns jedoch ein riesiges neues Schild an die Coronasituation. Es hatte sich nämlich sogar schon bis zu uns rumgesprochen, dass es dort an manchen Tagen so voll war mit Wassersportlern, dass überlegt wurde, den Strand zu schließen. Deshalb wurde noch mal ans social Distancing erinnert, um den Kitespot vor der Schließung zu bewahren.
Der Wind ließ sich entgegen der Vorhersage jedoch leider nicht blicken. Es reichte nur für ein bisschen Downwind Fahren.

11.04.

Angriff der Tiere
Heute war wieder ein extrem heißer Tag. Nachdem wir 3,5 km zum Supermarkt gelaufen und wieder dieselbe Strecke zurückgegangen waren, da wir keine Lust hatten für den Einkauf mit dem Auto extra das Dachzelt abzubauen, zogen wir uns erst einmal in den Schatten auf den Campingplatz zurück. Wie gut, dass wir eine Hängematte haben.
Nachmittags ging es dann an den Strand, um uns abzukühlen. Eine Wohltat. Als Johannes mit der Angel ein Stück ins Wasser hineinging, um dort näher bei den Fischen zu sein, hörte ich auf einmal einen lauten Aufschrei und sah ihn hektisch aus dem Meer rennen. Ein Fisch hatte ihn doch tatsächlich in den Fuß gebissen. Zum Glück war der Schreck größer als die Wunde 😉 der Fisch hatte uns erfolgreich in die Flucht geschlagen, das Angeln war für heute erst einmal beendet.
Zurück auf dem Campingplatz wollten wir nach dem Strandbesuch erst einmal duschen. Als wir zu den Duschen gingen, hörten wir schon von weitem lautes Wehklagen und fragten uns, woher das jämmerliche Gepiepse kam. Ein kleines Babyvögelchen, das scheinbar noch nicht richtig fliegen konnte, hatte sich in dem ummauerten Eingangsbereich der Herrendusche verirrt und rief nun laut um Hilfe. Die Eltern ließen auch nicht lange auf sich warten und starteten direkt Sturzflüge auf unsere Köpfe, die wir gerade noch mit unseren Handtüchern abwehren konnten. Wir schmiedeten schon verschiedene Pläne, wie wir das Vogeljunge aus seiner misslichen Lage befreien könnten, doch jedes Mal kamen die Vogeleltern mit lautem Geschrei angestürzt und attackierten uns. Wirklich zum Verzweifeln, dabei wollten wir nur duschen. Schließlich kam einer der älteren Dauercamper vorbei, griff sich beherzt das kleine Vögelchen und setzte es einige Meter weiter in einen Baum, allerdings nicht ohne von den Eltern des Kleinen gnadenlos verfolgt zu werden. Mehrfach griffen sie ihn an und stürzten sich auf seinen Kopf. Die Vögel verfolgten ihn noch bis zu seinem Wohnwagen. Ein ganz schön ereignisreicher Tag trotz Reisebeschränkung 😉

10.04.

Als wir heute an den Strand gingen, staunten wir nicht schlecht. Er war völlig überfüllt mit Menschen, die dort zusammen Ostern feierten. Sie hatten in typisch australischer Manier alle mit ihren Autos direkt am Meer geparkt (manche unfreiwilligerweise auch im Meer), hatten große Pavillons aufgebaut und bereiteten gerade ihr Barbecue vor. Von der Social Distancing Anweisung war hier wenig zu sehen. Das macht uns ein bisschen Sorgen, denn andere Städte haben schon ihre Strände geschlossen, weil die Menschen dort zu wenig Abstand gehalten haben. Wir hoffen doch sehr, dass wir den Strand noch bis zum Ende unseres Aufenthalts in Geraldton nutzen können.
Auf unserem Weg am Strand entlang kamen wir an einem Speerfischer vorbei, der einen richtig eklig aussehenden Fisch gefangen hatte. Der Fischer zeigte uns die gefährlichen Stacheln des Fisches, die er gerne in die Füße der Menschen bohrt, wenn man versehentlich auf ihn tritt. Da er sich gerne im dichten Seegras versteckt, passiert dies auch häufiger und löst unglaublich starke Schmerzen aus. Hoffentlich begegnen wir diesem Ungeheuer nicht mehr.
Wir statteten noch unseren Bekannten, Steffi und Kim aus München, einen Besuch ab. Sie schlachten einen ziemlich rostigen Toyota Hiace aus, um mit dem ein oder anderen Ersatzteil ihren Bus aufzubessern. Netterweise bekam ich von Steffi ihr kleines, relativ neues Kiteboard für die nächsten Windtage geliehen. Ich bin sehr gespannt, wie es sich fährt.

09.04.

Strandspaziergang und Kitetag
Bei bestem Wetter sind wir heute an den Strand gegangen und haben einen langen Spaziergang gemacht. Bei Flut sieht es hier wieder ganz anders aus. An vielen Stellen hatten sich kleine Lagunen gebildet, die von der Sonne schon ordentlich aufgeheizt waren. Obwohl wir nun schon über zwei Wochen hier sind, haben wir heute eine neue schöne Bucht entdeckt. Gerade vor dem Hintergrund, dass unsere Zeit hier bald vorbei ist, genießen wir die Sonne, den Strand und das Meer besonders. Wer weiß, wann wir es in Deutschland wiedersehen.
Gegen Mittag kam dann sogar so viel Wind auf, dass es reichte, um für ca. eine Stunde aufs Wasser zu kommen. Danach war es dann leider schon wieder vorbei. Am Strand trafen wir Kim und Steffi, aus München wieder, diesem netten Kitesurf-Pärchen sind wir vor ein paar Tagen auf unserer Radtour begegnet. Sie sind zum Glück schon mehr oder weniger fertig mit ihrer Reise durch Westaustralien, müssen aber genau wie wir jetzt in einer sehr ungünstigen Zeit ihren Camper verkaufen. Wir werden am 20.4. auch mit den beiden zusammen im Flieger Richtung Deutschland starten.
Abends konnten wir am Strand einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen.

08.04.

Picknick am Strand
Heute Morgen haben nicht wir beim Campingplatz angerufen, um unseren Aufenthalt hier zu verlängern, sondern der Campingplatz hat uns angerufen und gefragt, ob wir länger bleiben wollen und sie unseren Aufenthalt um eine weitere Woche verlängern sollen. So weit ist es schon gekommen 😉
Mit Schnorchelausrüstung und Angel zogen wir an den Strand, der sehr zentral mitten im Ort liegt. Dort konnten wir viele bunte kleine Fische bestaunen, die sich um die aufgetürmten Steine tummelten. Größere waren allerdings eher rar, weshalb sich der Angelerfolg in Grenzen hielt. Nach einem Picknick am Strand ging es dann wieder zurück zum Campingplatz. Außerdem haben wir heute die Ausbesserung der Beule am Auto fertiggestellt. Es war zwar viel Arbeit aber nach der neuen Lackierung kann sich die Stoßstange wieder sehen lassen.

07.04.

Bankbesuch
Da wir bald unseren schönen Landcruiser verkaufen müssen, haben wir uns überlegt, dass es sinnvoll ist, ein australisches Bankkonto zu eröffnen. Da wir erst kurz vor unserem Rückflug das Auto verkaufen wollen und deshalb keine Zeit haben, um einige Tage auf eine Banküberweisung zu warten, ist es deutlich einfacher, das Bargeld auf das australische Bankkonto einzuzahlen und später auf das deutsche Konto zu überweisen.
Unser Besuch bei der Westpac Bank gestaltete sich sehr unterhaltsam. Wir gerieten an eine ältere wahnsinnig nette, muntere Dame, sie hatte ziemliches Mitleid mit uns, dass wir nun die schönsten Plätze Westaustraliens verpassen. Sie gab uns jetzt schon viele Reisetipps (für unseren nächsten Besuch hier) mit auf den Weg und eröffnete nebenbei ein Konto für uns. Das Girokonto ist sogar die ersten 12 Monate kostenlos. Zwischendurch verschwand sie kurz aus dem Besprechungsraum und kam mit einem kleinen Präsentkorb wieder, der viele australische Spezialitäten enthielt, wie zum Beispiel die leckeren Schokokekse Tim Tams, den Brotaufstrich Vegemite (eher nicht so zu empfehlen) und Lakritz. Was für eine Überraschung. So nett sind wir noch bei keiner Bank in Deutschland empfangen worden 😉
Danach gingen wir an den Strand und kauften uns abends eine richtig leckere Pizza, die wir bei untergehender Sonne vor unserem Landcruiser genießen konnten.

06.04.

Fahrradtour
Zum Glück hat der Fahrradverleih in der aktuellen Situation noch auf. Der nette Herr vom Verleih führte uns seine verschiedenen Räder vor und sagte, er könne uns wärmstens sein Tandem empfehlen. Nach unserer Tandemtour in Neuseeland lehnten wir allerdings dankend ab 😉 Mit zwei Rädern fuhren wir dann eine Strecke, die direkt am Meer entlangführte. Wieder einmal fiel uns auf, wie schön es hier ist. Das Meer schillerte in verschiedenen Blau- und Türkistönen und wir machten viele Stopps an verschiedenen Strandabschnitten.
Abends haben wir dann schweren Herzens eine Entscheidung getroffen: wir haben uns vorzeitig Rückflugtickets gebucht. Deshalb geht es für uns schon am 20.4. mit Qatar Airways über Doha zurück nach Deutschland statt wie geplant Anfang August. Dieser Schritt ist vor allem deshalb unvermeidlich, weil Australien seine Restriktionen auf die nächsten 6 Monate ausgeweitet hat, was bedeutet, dass sehr lange niemand mehr von außen ins Land kommt, weshalb es für die einzige Airline, die aktuell noch nach Deutschland fliegt, irgendwann nicht mehr lukrativ genug sein wird, diese Route zu betreiben. Auch das Auswärtige Amt warnt immer eindringlicher und drängt darauf, dass man bald ausreisen soll, da es keine Rückholprogramme geben wird. Wir sind sehr traurig über diese Entwicklung.

05.04.

Strandtag in Geraldton
Nach dem Frühstück kümmerten wir uns zuerst um ein paar Verschönerungsarbeiten an unserem Auto. An der Stoßstange hat es doch die eine oder andere kleine Beule, die wir nun mit Glasfaser und Härter ausbesserten, um diese Stelle später neu lackieren zu können.
Bei bestem Wetter ging es dann an den Strand, wo wir uns in dem klaren Wasser ein bisschen abkühlen konnten.
Danach statteten wir dem Ortskern von Geraldton einen Besuch ab und schlenderten an der Strandpromenade entlang. Wirklich schön hier.
Abends konnten wir auf unserem Rückweg zum Campingplatz einen richtig tollen Sonnenuntergang sehen.

04.04.

Pulled Pork mit Oldiekonzert
Da sich heute der Wind komplett verabschiedet hatte, beschlossen wir, die Zeit für die doch sehr zeitaufwendige Pulled Pork Zubereitung zu nutzen. Dafür ließen wir das Fleisch zunächst 4 Stunden in unserem neuen Dutch oven garen, bis es nach einer längeren Ruhephase endlich gegessen werden konnte. Derweil wurde es uns hier auf dem Campingplatz keineswegs langweilig. Ein älterer Bewohner des Campingplatzes hatte es sich nämlich scheinbar zur Aufgabe gemacht, uns mit seiner Musikauswahl lautstark zu unterhalten. Seine DJ Darbietung wurde von ihm durch inbrünstiges Mitsingen und Tanzen untermalt 😉
Die Pulled Pork Burger waren wirklich köstlich, die lange Zubereitungszeit hat sich also gelohnt.
Abends ging es dann noch mal zum Angeln im Sonnenuntergang an den Strand.

03.04.

Vierter Kitetag in Geraldton
Da wir keine Lust hatten, das Dachzelt und die Markise wegzupacken, sind wir heute 3 Kilometer zu Fuß zum Supermarkt gelaufen. Bei dem schönen Wetter war das ja kein Problem. Auf unserem Fußweg stellten wir fest, dass Geraldton wirklich ein sehr schönes Innenstädtchen zu bieten hat mit vielen kleinen Läden und Cafés, die aber natürlich größtenteils geschlossen waren bzw. man sich nur Essen und Getränke zum Mitnehmen bestellen konnte.
Als wir wieder am Campingplatz ankamen, stellten wir fest, dass der Wind deutlich stärker war, als die Vorhersage erwarten ließ. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum Meer. Es war sogar so windig, dass unser 9er Kite groß genug war. Zwar kann dieser Kitespot nicht annähernd mit Coronation Beach mithalten, aber dafür können wir wenigstens zu Fuß hingehen.

02.04.

Dritter Kitetag in Geraldton
Nach einem entspannten Vormittag auf dem Campingplatz zog es uns heute wieder aufs Wasser. Der Wind war zwar nicht allzu stark, aber es reichte immerhin dafür, dass wir beide mit unserem 12er Kite aufs Wasser kamen. In der Ferne sehen wir neuerdings immer mehr Frachtschiffe ankern. Einer der Locals erklärte uns, dass diese Schiffe wegen der Coronskrise nicht wie sonst den Hafen in Geraldton ansteuern dürfen und deshalb draußen auf dem Meer auf eine Erlaubnis warten müssen. Mittlerweile warten dort schon sieben Schiffe in einer Reihe.
Was uns wirklich freut, ist, dass die Leute hier sehr nett zu uns sind. Einer der Nachbarn auf dem Campingplatz hat uns sogar angeboten, uns mit seinem Auto zum Supermarkt zu fahren, damit wir dafür nicht extra das Dachzelt abbauen müssen.

01.04.

Entspannter Tag auf dem Campingplatz
Wie jeden Morgen wurden wir auch heute von dem exotischen Vogelgezwitscher der Papageien geweckt. Mit ihrem roten Kopf und dem großen Kamm sehen sie richtig putzig aus. Allzu friedlich sind sie allerdings nicht, sie sitzen in den Eukalyptusbäumen über uns und lassen manchmal Äste und Kerne auf uns fallen 😉
Nachdem wir die letzten beiden Tage intensiv mit dem Kitesurfen am Coronation Beach beschäftigt waren, beschlossen wir wegen des Muskelkaters heute mal eine Pause einzulegen.
Stattdessen machten wir einen schönen Strandspaziergang und sahen ein paar Reitern zu, die auf ihren Pferden durch das Meer ritten. Was für ein friedlicher Anblick.
Nachmittags gab es leckere Blaubeerpfannkuchen.

31.03.

Zweiter Kitetag am Coronation Beach
Wie man sich als Reisender in Zeiten der Corona -Reisebeschränkungen sinnvoll beschäftigt, ist eine interessante Frage. Unsere Nachbarn auf dem Campingplatz haben auf jeden Fall für sich eine Lösung gefunden, sie gehen gemeinsam auf dem Campingplatz walken. Da dieser nicht besonders groß ist, müssen sie, nachdem sie 200 Meter in die eine Richtung gegangen sind, wieder umdrehen und in die entgegengesetzte Richtung weiter walken 😉
Wir sind wirklich froh, dass wir unsere Kiteausrüstung als Beschäftigung dabeihaben und der Wind es aktuell so gut mit uns meint. Deshalb sind wir heute wieder zum Coronation Beach gefahren und konnten genau wie gestern gleichzeitig mit dem 9er und 12er Kite aufs Wasser. Wir hatten die ganze Bucht für uns alleine, erst gegen Abend kamen noch ein paar andere Wassersportler hinzu.
Auf dem Rückweg stoppten wir noch an einem Geschäft, um uns einen Dutch Oven zu kaufen, das ist ein gusseiserner Feuertopf, in dem man viele leckere Gerichte kochen kann. Da wir ja in den nächsten Wochen viel Zeit haben werden, konnten wir dieser Anschaffung nicht widerstehen 😉

30.03.

Kitetag am Coronation Beach
Als wir heute im Supermarkt waren, wunderten wir uns sehr, dass plötzlich kaum mehr leere Regale zu sehen waren und sogar noch Klopapier erhältlich war.
Scheinbar haben sich die Australier langsam an die Situation gewöhnt und kaufen nicht mehr panisch ein.
In Westaustralien wird übrigens die Alkoholausgabe wegen der Coronakrise beschränkt, um die Krankenhauskapazitäten nicht wegen alkoholbedingten Kranken zu überlasten. Deshalb wird ab jetzt „nur noch“ pro Person ein Karton Bier verkauft 😉
Wir bekommen übrigens von sämtlichen abreisenden Nachbarn vom Campingplatz ihre Sachen geschenkt. So sind wir sogar schon zu einem Grill gekommen 😉
Mittlerweile haben wir uns an den Gedanken der Reisebeschränkungen gewöhnt und festgestellt, dass es eher der Gedanke, dass unsere Freiheit, herumzureisen, eingeschränkt wird, selbst ist, der uns stört. Denn eigentlich hätten wir uns hier bestimmt auch ohne Reiseeinschränkungen mal mindestens zwei Wochen niedergelassen, da hier der Wind perfekt ist, man die schönsten Kitespots um die Ecke hat, das Wetter sonnig ist und es hier vor allem kaum Fliegen gibt.
Spätestens seit wir herausgefunden haben, dass einer der schönsten Kiteplätze der Welt innerhalb unserer Region Mid West liegt und wir deshalb auch nach dem vom 31.03. an geltenden Reiseverbots noch dorthin fahren dürfen, sind wir sehr positiv gestimmt.
Für uns ist Coronation Beach einer der schönsten Kitespots, die wir bisher auf unserer Weltreise gesehen haben, denn hier gibt es kilometerweites Flachwasser und wer Lust auf Welle hat, der fährt einfach weiter raus zum Riff. Wirklich ein Traum, in den Wellen zu spielen, mit dem Kite die Wellen zu überholen, ins Wellental hinabzusurfen oder mit dem Kite über die Wellen zu springen. Der Wind war sogar so ideal, dass wir gleichzeitig mit dem 9er und 12er Kite raus konnten.

29.03.

Zweiter Kitetag in Geraldton
Bei bestem Wetter und Sonnenschein wirkte der fast leere Campingplatz nicht mehr ganz so verlassen wie gestern im Regen 😉
Gegen Mittag war der Wind so stark, dass wir mit unserer Kiteausrüstung zum Strand gingen. Außer uns hatten sich noch fünf andere Kiter hier am Spot eingefunden. Da man wegen der Gefahr, dass sich die Leinen des Kites mit den Leinen der anderen verheddern könnten, sowieso mindestens 25 Meter voneinander Abstand halten soll, droht hier auf jeden Fall keine Ansteckungsgefahr 😉 Anfangs konnten wir sogar mit unserem 9er Kite aufs Wasser. Nach einer Stunde flaute der Wind ab und wir mussten wieder auf unseren altbewährten 12er Kite zurückgreifen. Diese schönen Stunden auf dem Wasser und am Strand sorgen auf jeden Fall dafür, dass wir wenigstens für eine Weile die Reiseeinschränkungen und die Coronakrise vergessen können.
Abends haben wir es uns mit einem tollen Film bei uns im Dachzelt gemütlich gemacht. Wir haben uns „Erbsen auf halb sechs“ angeschaut. Sehr zu empfehlen!

28.03.

Erster Kitetag in Geraldton
Das Wetter zeigte sich heute Morgen nicht von seiner besten Seite. Es war sehr stürmisch und es regnete. Nicht gerade die beste Voraussetzung, wenn man mit Auto und Dachzelt unterwegs ist. Immerhin hörte der Regen kurze Zeit später auf und wir konnten unter unserer Markise frühstücken.
Nachdem gestern auch unsere letzten Bekannten auf dem Campingplatz Richtung Zuhause aufgebrochen sind, ist der Campingplatz ziemlich verwaist. Durch das trübe Wetter heute herrschte fast schon eine unheimliche Atmosphäre. Die Vögel, vor allem riesige Raben haben sich ihr Reich zurückerobert, nachdem die Camper alle abgereist sind. Wir ließen uns davon allerdings nicht die Laune verderben und wanderten zum Kitespot, wo wir für eine Weile aufs Wasser kamen. Trotz der Wolken sah das Meer immer noch schön türkisfarben aus.
In Australien haben sich inzwischen zwei Gruppen formiert. Die einen sind extrem hilfsbereit und wollen den Backpackern und Reisenden, die wegen der Coronakrise gestrandet sind, helfen und nehmen sie bei sich Zuhause auf bzw. stellen ihnen einen Stellplatz für den Camper im Garten zur Verfügung.
Allerdings formiert sich auch zunehmend eine Gruppe gegen Reisende, da viele Australier den Backpackern die Schuld dafür geben, das Virus eingeschleppt zu haben und fordern sie auf, Australien zu verlassen. Ein weiterer Grund für uns, in Geraldton zu bleiben, da in dieser größeren Stadt Reisende weniger auffallen und eher akzeptiert werden.

27.03.

Pink Lake, Horrocks Beach und Coronation Beach
Ziemlich ohnmächtig beobachten wir hier die Einschränkungen, die sich langsam auf dem Campingplatz einschleichen. Seit heute darf man die Küche nicht mehr benutzen und ein kompletter Badbereich wurde abgesperrt. Auf unsere Frage, wie lange der Platz noch auf hat, kann uns keiner eine Antwort geben. Nur der Gärtner vom Campingplatz hat uns erzählt, dass er ab nächster Woche keinen Job mehr hat. Wirklich sehr beunruhigend alles. Jeden Tag könnte es passieren, dass von der Regierung angeordnet wird, dass der Platz schließen muss bzw. dass die Waschräume geschlossen werden müssen. Deshalb stehen wir aktuell immer mit einem mulmigen Gefühl auf und müssen immer wieder neu die Lage sondieren.
Nichts desto trotz wollten wir heute nicht tatenlos herumsitzen und darauf warten, welche weiteren Einschränkung die Regierung Westaustraliens heute herausbringt, weshalb wir uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Norden machten. Dort fuhren wir zuerst zum Pink Lake, welcher auch als Hutt Lagoon bezeichnet wird. Wir waren schon sehr gespannt, ob der See auch in der Realität so pink aussieht, wie die Fotos versprachen. Wir waren positiv überrascht. Im Sonnenlicht lag der See pink leuchtend vor uns. Er war riesig und in seiner Mitte hatte sich eine weiß-rosafarbene Salzschicht abgelagert. Was für ein Anblick. Dieser Salzsee ist deshalb so pink, weil er eine bestimmte Algenart beherbergt, die ihm diese charakteristische Farbe verleiht.
Dann fuhren wir noch zum Horrocks Beach, angeblich einer der schönsten Strände Australiens. Tatsächlich wirkte das Meer mit seiner türkisen Farbe sehr einladend, aber es lag auch viel Seegras herum, weshalb wir ihn definitiv nicht zu den schöneren Stränden hier zählen würden. Da haben wir bisher schon schönere gesehen 😉
Anschließend statteten wir einem der bekanntesten Kiteplätze „Coronationbeach“ einen Besuch ab. Es war zwar überhaupt nicht windig, aber wir wollten ihn schon mal für die nächsten Windtage inspizieren. Ein großes Riff schirmt die komplette Bucht von den Wellen ab, die weit draußen brechen, sodass vor uns ein riesiges Flachwasserkitegebiet lag. Für alle Kitesurfer ein Paradies.
Als wir wieder auf unserem Campingplatz ankamen, erfuhren wir von unseren netten Nachbarn, dass Westaustralien ab Dienstag ein absolutes Reiseverbot erlässt und in den Lock down geht. Westaustralien ist in neun Regionen eingeteilt, wobei man ab diesem Zeitpunkt die aktuelle Region nicht mehr verlassen darf.
Ein ziemlicher Alptraum, wenn man eigentlich extra zum Reisen nach Westaustralien gekommen ist.
Niemand weiß, wie lange der Lock down dauert, vielleicht im besten Fall vier Wochen oder aber drei Monate? Diese Ungewissheit ist wirklich zermürbend. Das Einzige, was wir wissen, ist, dass wir unser Sabbatjahr nicht einfach beenden wollen, denn die Optionen, die wir aktuell in Deutschland hätten, wären nicht besser. Wir dürften nicht einfach vor August in den Job zurück, dürften weder in Deutschland noch in Europa herumreisen oder gar Freunde und Familie wiedersehen. Zumal die Ansteckungsgefahr in Deutschland viel höher ist als hier, da es in ganz Westaustralien bisher nur ca. 250 Coronafälle gibt. Deshalb müssen wir uns hier wohl eine Bleibe für länger suchen, da der Campingplatz bestimmt nicht mehr lange geöffnet ist.

26.03.

Geraldton
Da wir uns nicht sicher waren, wie wir mit den neuen Reisebeschränkungen umgehen sollten, beschlossen wir, den Tag erst einmal in Geraldton zu verbringen. Der schöne Pool des Campingplatzes, der morgens noch geöffnet war, war ab mittags dann leider auch dauerhaft geschlossen. Zum Glück ist das Meer nur paar Meter entfernt. Dort konnten wir uns abkühlen und auf andere Gedanken kommen. Den Rest des Tages vertrieben wir uns mit Kartenspielen. Abends konnten wir vom Strand aus wieder einen traumhaften Sonnenuntergang sehen.

25.03.

Auf nach Geraldton
Wir folgten heute für ca. 100 Km dem Indian Ocean Drive, bis wir in Geraldton, einem größeren Küstenort ankamen. Da ab heute ein Reiseverbot für alle unwesentlichen Reisen gilt, wollen wir uns dort erst einmal niederlassen und schauen, wie sich die Lage entwickelt. Zum Glück haben wir hier einen tollen Campingplatz gefunden, der uns bei den aktuellen 37 Grad angenehmen Schatten spendet. Mittlerweile haben schon einige Campingplätze wegen des Coronavirus geschlossen, dieser hier hat noch auf, allerdings konnten sie uns nicht sagen, wie lange noch. Der Check In durfte auch nur übers Telefon erfolgen, die Rezeption hatte aus Sicherheitsgründen geschossen. Immerhin haben sie eine spezielle wöchentliche Rate für alle, die gerade wegen des Reiseverbots festsitzen. Für nur 50€ können wir hier eine Woche bleiben, falls der Platz nicht vorher die Pforten schließt. Es ist zwar schade, dass wir hier aktuell mit unseren Reiseplänen nicht so richtig weiterkommen, aber es gibt deutlich schlechtere Orte, wo man festsitzen könnte. Der Strand ist nur 100 Meter entfernt, wir können uns frei bewegen und der Ort hier gilt als einer der besten Kitespots Australiens. Außerdem gibt es hier alle Geschäfte, die man so braucht, von daher lässt es sich ganz gut aushalten 😉

24.03.

Jurien Bay
Heute verließen wir unseren Campingplatz und fuhren weiter nach Norden. Generell kann man die Campingplätze hier sehr empfehlen, meistens gibt es dort sogar Pools, schöne Barbecuebereiche und tolle Campküchen und das für unschlagbare 18 € pro Nacht für zwei Personen.
Nach nur ca. 20 Minuten Fahrt entlang des Indian Ocean Drives kamen wir in Jurien Bay an. Dort gab es endlich noch mal einen größeren Supermarkt, wo wir unsere Vorräte wieder auffüllen konnten.
Anschließend besuchten wir die türkisfarbene idyllische Bucht. Das Meer war ganz flach. Ein langer Steg führte ins Wasser hinein, von wo man angeln konnte. Dort haben wir viele kleine Fische in Schwärmen an der Wasseroberfläche schwimmen sehen.
Über die App haben wir einen schönen freien Stellplatz ca. 100 Kilometer weiter nördlich direkt am Strand in einer augenscheinlich friedlichen Bucht gefunden. Dort haben wir dann unser Lager für die Nacht aufgeschlagen. Allerdings war es wirklich schrecklich mit den Fliegen dort. Erst mit der Dämmerung ließen sie uns endlich in Frieden. Doch dann kamen die Falter und schwirrten uns ständig um den Kopf. Aber wenigstens waren wir in unserem gemütlichen Dachzelt in Sicherheit vor den lästigen Biestern. Wir nahmen uns abends schon vor, morgens schnell ohne Frühstück den Viechern zu entfliehen 😉

23.03.

Thirsty Point und Pinnacle Desert
Heute Morgen gingen wir zum Thirsty Point, das ist ein Strandabschnitt, der uns zum Angeln empfohlen wurde. Als die Dünen die Sicht auf die einsame Bucht und das ruhige, türkisfarbene Meer freigaben, waren wir wieder einmal völlig überwältigt, wie schön es hier ist. Wir haben zwar auf unserer Weltreise schon viele beeindruckende Landschaften gesehen, aber wir sind uns einig, dass Westaustralien bisher am allerschönsten ist. Wir hatten die riesige, lang gezogene Bucht ganz für uns alleine und konnten uns im 24 Grad frischen Meer abkühlen.
Später wurde es so windig, dass wir sogar noch kitesurfen konnten.
Als wir wieder zum Campingplatz kamen, mussten wir feststellen, dass die australische Regierung wegen des Coronavirus scheinbar neue Verschärfungen beschlossen hat. Am Café wurden alle Tische und Stühle weggeräumt und auch in der Küche des Campingplatzes, wo wir heute Morgen zum Frühstück noch gemütlich sitzen konnten, war kein Mobiliar mehr zu sehen. Diese täglichen Veränderungen machen unsere Reise unvorhersehbar. Als wir an der Rezeption fragten, wie lange die Campingplätze noch auf hätten, konnten sie uns auch keine Auskunft geben, da sie selbst täglich von neuen Einschränkungen erfahren würden.
Immerhin gab es heute auch eine positive Nachricht von unserer Reiseversicherung. Entgegen der AGBs endet unser Versicherungsschutz nicht 14 Tage nach der Reisewarnung, da es sich bei der weltweiten Reisewarnung um eine Sondersituation handelt. Ziemlich im Stich gelassen fühlen wir uns von unserem Reisebüro STA, dort teilte uns ein Mitarbeiter sogar mit, eine Reisewarnung sei gar nicht über unsere Versicherung abgedeckt. Gut, dass wir uns nicht auf ihn verlassen und selbst bei der Allianz nachgefragt haben.
Pünktlich zum Sonnenuntergang fuhren wir dann zum Nambung Nationalpark. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem kleinen Känguru vorbei, das sich von uns nicht beim Fressen stören ließ und friedlich graste. Im Nationalpark besichtigten wir die sogenannten „Pinnacles“. Dabei handelt es sich um eigenartige Formationen von Felsnadeln aus Kalkstein, die mal in größeren, mal in kleineren Gruppen zusammenstehen. Mit dem Auto kann man auf einem 6 Km langen Rundweg durch die bizarre Felslandschaft fahren. Aufgrund der späten Uhrzeit hatten wir den ganzen Nationalpark für uns alleine und die untergehende Sonne ließ die Felsnadeln in den verschiedensten Rottönen leuchten.

22.03.

Wedge Island
Westaustralien ist wirklich ein Paradies. Wir dachten, wir hätten schon einen wahnsinnig schönen Strand in Lancelin angetroffen, aber der Stand von Wedge Island toppte das Ganze noch. Ca. 70 Kilometer nördlich von Lancelin konnten wir mit unserem Landcruiser über eine Sandpiste an den Strand fahren. Zum Glück bewältigte unser Landcruiser den zum Teil doch recht tiefen Sand problemlos.
Wir konnten direkt am Wasser entlang fahren und auf einer riesigen Sandbank parken. Das Meer zeigte sich in seinen schönsten türkisen Farbtönen, die einen wunderbaren Kontrast zum weißen Sand abgaben. Je nach Windrichtung kann man hier entweder in den Wellen oder im Flachwasser kiten. Heute war der Wind allerdings recht launisch, sodass wir nach kurzer Zeit einpacken mussten und dafür die Angel auspackten. Während wir im knietiefen Wasser standen, schwamm uns sogar der ein oder andere Rochen im seichten Wasser um die Beine.
Vor allem seit uns klar geworden ist, wie schnell unsere tolle Reise durch äußere Umstände vorbei sein könnte, genießen wir jeden Tag, den wir hier verbringen und (noch) frei herumreisen können, besonders bewusst. Wir hoffen, dass das noch lange so bleibt.
Auf unserem Weg nach Cervantes, wo wir auf dem Campingplatz bleiben wollen, kamen wir noch an der Hangover Bucht vorbei. Auch dieser Strand sieht absolut paradiesisch aus, allerdings wimmelte es dort nur so von lästigen Fliegen, die uns verfolgten und schließlich in die Flucht schlugen.
Auf dem Campingplatz begegneten wir zum ersten Mal Schutzmaßnahmen gegen Corona. Wir wurden genau befragt, seit wann wir im Land und durch welche Länder wir zuvor gereist sind. Außerdem wurde man auf einen Sicherheitsabstand hingewiesen und dass man sich mit maximal 2 Leuten gleichzeitig in Gemeinschaftsbereichen aufhalten darf. Hier erfuhren wir auch, dass zwei der australischen Staaten, nämlich Westaustralien und Südaustralien ihre Grenzen zu den Nachbarstaaten schließen. Wer dennoch in den anderen Staat reisen möchte, muss 14 Tage in Quarantäne. Wie gut, dass wir nur in Westaustralien herumreisen wollen.
Von unserem Stellplatz direkt am Meer hatten wir einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang und hinterher einen wahnsinnig tollen Sternenhimmel über uns.

21.03.

Verlängerung in Lancelin
Uns gefällt der aktuelle Campingplatz diekt am Strand und am Kitespot so gut, dass wir uns entschieden haben, einen weiteren Tag hier zu verbringen. Nach einem entspannten Frühstück versuchten wir noch mal unser Angelglück. Wieder sahen wir viele Delfine, die bis direkt an den Strand kamen. In einer größeren Gruppe alberten sie herum, sprangen aus dem Wasser und einer schwamm sogar auf dem Rücken und streckte deutlich sichtbar seinen Bauch aus dem Wasser. Was für ein Spektakel, wir hätten ihnen noch Stunden zuschauen können. Nach einer Weile bemerkten wir, dass der Wind immer stärker wurde. Schnell bauten wir unser Kiteequipment auf. Heute waren wir das erste Mal auch nicht ganz allein auf dem Wasser, nach und nach tauchten weitere Kites auf. Es machte richtig Spaß, man konnte zwischen Flachwasser auf der einen Seite oder Wellen auf der anderen Seite der Bucht wählen und einfach von einem zum anderen fahren. Wir lernten noch einige andere Kiter kennen, die uns viele Tipps für unseren Trip in den Norden gaben.

20.03.

Angeln und Kiten in Lancelin
Bei warmen 30 Grad und Sonnenschein fehlte heute Vormittag nur noch der Wind, um wieder in der tollen Bucht kiten zu gehen. Also gingen wir erst einmal mit der Angel zum Strand. Der Sand ist so weiß und fein wie Puderzucker. Wir sahen beeindruckt einem erfahrenen Angler zu, der innerhalb weniger Minuten einige große Fische vom Ufer aus angelte. Wir fragten ihn nach seinem Erfolgsrezept. Er erklärte uns, dass er mit den Delfinen zusammenarbeite. Sie treiben die Fischschwärme mit großen Fischen in die Bucht und er wartet genau auf den Moment, wenn sie an ihm vorbeischwimmen.
Wir versuchten auch unser Glück, waren heute aber leider nicht so erfolgreich, denn es ließen sich keine Fischschwärme in der Bucht blicken. Wahrscheinlich machten die Delfine gerade Pause 😉
Leider erreichten uns heute auch einige schlechte Nachrichten. Erstens, dass Australien komplett die Grenzen dicht macht auf unbestimmte Zeit und zweitens, dass wir wegen der weltweiten Reisewarnung unseren Reiseabbruchversicherungsschutz verlieren, wenn wir nicht innerhalb von 14 Tagen nach der Bekanntgabe der Reisewarnung ausreisen. Unser Rückflug und die weiteren ausfallenden Flüge für den Rest unserer Reise würden zwar von der Versicherung übernommen, aber das würde das Ende unserer Reise bedeuten. Mit diesem Gedanken können wir uns hier und jetzt noch gar nicht anfreunden, schließlich hat unser Australientrip gerade erst begonnen und wir können ohne Beschränkungen völlig frei hier herumreisen. Wer würde diese Möglichkeit schon freiwillig gegen die drohende Ansteckungsgefahr in Deutschland und nahende Ausgangsbeschränkungen tauschen?! Was uns auch Sorgen macht, ist, dass es in einigen Monaten keine Flüge, wegen mangelnder Nachfrage, mehr nach Deutschland geben könnte bzw. Transitländer wie Dubai, Doha und Singapur die Durchreise verbieten. Wir haben mit vielen Deutschen, die aktuell hier in Australien sind, gesprochen. Die meisten von ihnen verbringen hier ihre Elternzeit und müssen sogar vor uns wieder nach Deutschland zur Arbeit, wollen aber trotzdem zunächst bleiben und die Coronakrise hier aussitzen.
Eine wirklich schwere Entscheidung, zumal man weder bei irgendwelchen Versicherungen, bei der Deutschen Botschaft, beim Reisebüro oder beim Auswärtigen Amt jemanden ans Telefon bekommt…
Um den Kopf wieder frei zu bekommen, entschieden wir uns mit einsetzendem Wind erst eine Runde zu kiten. Eine wirklich gute Ablenkung, vor allem in dieser wunderschönen Kulisse.

19.03.

Auf nach Lancelin
Da wir uns gestern entschieden hatten, nach Norden zu reisen, fuhren wir heute ca. 200 km bis nach Lancelin, ein kleines Fischerdorf an der Küste. Vorher mussten wir auf dem Weg, als wir durch Perth fuhren, noch ein paar Sachen erledigen. Zuerst ließen wir die Spur an unserem Fahrzeug einstellen, denn uns ist aufgefallen, dass es immer ein bisschen nach links zog. Das konnten wir unkompliziert bei Bridgestone erledigen, sogar ohne Termin. Danach bemerkten wir eine deutliche Verbesserung. Außerdem kauften wir noch eine Angel und deckten uns mit ein paar Lebensmitteln ein. Während es in Deutschland üblich ist, dass man eher die ungekühlte, haltbare Milch kauft, gibt es in Neuseeland, USA und auch hier in Australien fast ausschließlich Interesse an gekühlter Frischmilch. Das hat sich komplett geändert durch die Coronakrise. Da wir in unserem Camper nur einen kleinen Kühlschrank haben, greifen wir immer auf die haltbare Milch zurück, die nun allerdings schwer zu bekommen ist. Als wir, glücklich darüber noch drei Päckchen Milch gefunden zu haben, an der Kasse standen, bekamen wir jedoch erklärt, dass auch haltbare Milch rationiert sei und man maximal zwei Pakete davon kaufen dürfe, also mussten wir eins wieder weglegen. Aber prinzipiell finden wir es gut, dass die Verkäufer darauf achten, um Hamsterkäufen vorzubeugen.
Auf unserem Weg nach Norden änderte sich die Landschaft. Das Land wurde weiter und es gab keine Bäume mehr, sondern eher Hecken und Sträucher.
In Lancelin fanden wir einen tollen Campingplatz direkt am Meer. Wir müssen nur ca. 50 Meter gehen, bis wir an einem tollen Flachwasserkitespot sind. Obwohl es hier keine schützende Bucht gibt, ist es hier sehr flach, da ein großes Riff alle Wellen abhält. Uns fiel direkt die türkise Farbe des Meers und die extrem weißen Sanddünen auf. Wir hatten richtig Glück, denn als wir gegen 17 Uhr ankamen, blies uns ordentlich der Wind um die Ohren. Schnell stiegen wir in unsere Neos und zogen mit unserer Kiteausrüstung an den Strand. Da wir nun zwei Bars und auch zwei Boards haben, konnten wir sogar zeitgleich mit dem 9er und 12er Kite aufs Wasser. Wir hatten perfekte Windbedingungen. Plötzlich sahen wir in ca. 50 Meter Entfernung eine riesige graue Rückenflosse aus dem Wasser ragen, die sich dem Strand näherte. Direkt schoss uns ein Gedanke durch den Kopf: hoffentlich ist das kein Hai?! Schnell kiteten wir an den Strand zurück und fragten einen der Angler, der am Ufer stand. Er versicherte uns aber, dass es zum Glück nur ein Delfin sei. Erleichtert kehrten wir ins Wasser zurück und hielten nach ihm Ausschau. Wir sahen ihn in Begleitung eines weiteren Delfins. Beide waren sehr neugierig und tauchten immer wieder bei uns in der Nähe auf. Wir blieben so lange auf dem Wasser, bis sich der Himmel beim Sonnenuntergang rot färbte.

18.03.

Kitetag in der Safety Bay
Heute Nacht hat unser Dachzelt auf jeden Fall bewiesen, was es kann. Der Regen prasselte so laut auf das Dach, dass wir davon aufwachten. Zusätzlich stürmte es sehr stark, aber im Zelt blieb es zum Glück trocken und gemütlich.
Nach dieser Nacht zeigte sich heute wieder die Sonne und wir fuhren zur Safety Bay, um dort kiten zu gehen.
Heute im Sonnenschein sah die Bucht schon deutlich einladender aus. Das Wasser war sehr klar und trotz Wind komplett flach, da die Landzunge die Bucht komplett vom offenen Meer abschirmt. Zum Glück war heute kaum etwas los. In der Hauptsaison soll es in dieser kleinen tollen Flachwasserbucht nämlich sehr voll werden. Als der Wind noch nicht ganz so stark war, konnten wir draußen im offenen Meer kiten, wobei das Wasser dort schon etwas kabelig war. Umso mehr freuten wir uns, als der Wind so stark wurde, dass wir bequem in der Bucht surfen konnten. Was für ein Spaß.
Mit Blick auf die Wettervorhersage entschieden wir uns abends, doch nicht in den Süden, sondern in den Norden zu fahren, denn für die nächste Zeit war für den Süden Regen und kühle Temperaturen gemeldet. Da fiel uns die Entscheidung nicht schwer, denn gerade mit Auto und Dachzelt ist man dem Wetter doch etwas mehr ausgesetzt als mit einem Camper.

17.03.

Besuch der Safety Bay
Nach einer entspannten Nacht im Zelt fuhren wir zu einem der bekanntesten Kitespots Australiens, Safety Bay, der ca. 15 Minuten von unserem Campingplatz entfernt liegt. Leider war es sehr bewölkt und es sah nach einem Gewitter aus, weshalb wir uns erst einmal dagegen entschieden, kiten zu gehen. Dafür besichtigten wir die Gegend um den Spot, bis der Regen uns vertrieb. Wir retteten uns in einen Kiteshop und kamen mit dem Verkäufer ins Gespräch, der zufällig auch aus Deutschland stammt, und schon seit einigen Monaten hier als Kitelehrer arbeitet. Da der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar hier gerade extrem günstig ist für uns, entschieden wir uns, noch einen weiteren Kite zu kaufen: einen 7er Evo Duotone von 2020 mit neuer Clickbar. Hätten wir ihn in Deutschland gekauft, hätte er uns ca. ein Drittel mehr gekostet. Nicht nur für unsere Westaustralientour, sondern auch Zuhause können wir ihn sehr gut gebrauchen.
Anschließend stoppten wir noch am Supermarkt. Hier waren viele Regale völlig leergekauft. Noch nicht einmal Zewa oder Servietten gab es noch. Aber immerhin hingen überall Schilder,  dass man pro Einkauf nur noch zwei Pakete von bestimmten Waren wie Toilettenpapier, Reis, Nudeln, Mehl und Konserven einkaufen darf. Wir sahen auch schon direkt eine Verkäuferin, die einen beschlagnahmten Einkaufswagen, der deutlich zu viel von den besagten Waren enthielt, wieder zurück in die Regale räumte.
Wirklich seltsam, dass sich nun langsam auch die Australier von der Hysterie anstecken lassen.

16.03.

Angeltour und Beginn unserer Westaustralientour
Nach einer sehr kurzen Nacht klingelte uns der Wecker heute schon um 3:30 nachts heraus, da wir uns mit Mahdi, demjenigen von dem wir das Auto gekauft hatten, zur Angeltour verabredet hatten. Um 5:30 sind wir mit seinem Boot losgefahren. Der Abschied von der Farm fiel uns nach den letzten Ereignissen nicht besonders schwer, nur die süßen kleinen Katzenkinder werden wir wohl vermissen.
Mit dem Boot hielten wir an einer Stelle, an der das Wasser 30 Meter tief war. Mahdi hatte für uns Köder eingekauft und Angelruten mitgebracht. Es dauerte nicht lange und wir hatten die ersten dicken Fische am Haken. Zuerst angelte Johannes einen großen Zackenbarsch, der in den exotischsten Farben schimmerte: blau, rot und gelb. Anschließend hatte ich einen 62 cm großen Juwelenfisch am Haken. Wahnsinn, was dieser Fisch für eine Kraft hatte. Es war ziemlich anstrengend, ihn an Bord zu holen.
Anschließend hatten wir noch einen Hai und einen Rochen an der Angel, die wir natürlich wieder vom Haken befreit und freigelassen hatten.
Für uns ging es danach wieder zurück an Land und wir steuerten den ersten Canpingplatz an, wo wir zum ersten Mal bei bestem Wetter unsere Ausrüstung testeten. Wir bereiteten unseren leckeren Fisch zu und verbrachten einen entspannten Nachmittag in der Hängematte. Abends stellten wir begeistert fest, wie gemütlich und bequem unser Dachzelt ist. Vor allem mit toller Aussicht. Es gefällt uns richtig gut hier. Allerdings verfolgen wir mit wachsender Beunruhigung die durch das Corona-Virus ausgelöste Situation in Europa. In Australien sind wir zwar sehr sicher, da es hier im Vergleich kaum Fälle gibt, allerdings werden die Reisebedingungen täglich neu verschärft. Würden wir heute nach Australien einreisen, müssten wir uns in eine 14-tägige Selbstquarantäne begeben. Dies gilt auch für viele weitere Länder. Das wäre für uns ziemlich witzlos. Wenn man in einem Land 3 Wochen herumreisen möchte und davon 2 Wochen abgeschottet in einem Haus verbringen muss, kann man sich die Reise auch sparen. In viele Länder  kommt man als Deutscher gar nicht mehr rein, auch wenn wir zuletzt im Juli 2019 europäischen bzw. deutschen Boden unter den Füßen hatten. Zudem wird man als Deutscher gerade im asiatischen Raum als Bedrohung angesehen und ist den Anfeindungen der Bevölkerung ausgesetzt. Diese Ungewissheit und Unplanbarkeit machen das Reisen aktuell nicht leicht. Wir sind gespannt, wie die Lage in zwei Monaten ist, wenn wir von Australien nach Bali wollen.

15.03.

Letzter Farmtag
Da wir morgen endlich unsere Tour durch Westaustralien starten wollen, musste heute noch einiges vorbereitet werden. Wir mussten unser Gepäck möglichst übersichtlich in den Kisten verstauen, um während unserer Reise nicht im Chaos zu versinken und alles zu suchen. Außerdem wurde das Auto auf Hochglanz gebracht, die Scheinwerfer poliert und ein paar Verschönerungsarbeiten gemacht.
Nachmittags trafen dann zwei neue Farmhelferinnen ein, Zozan und Christine aus Siegen, beides zufällig auch angehende Lehrerinnen, mit denen wir uns auf Anhieb gut verstanden.
Wir pflücken gemeinsam zwei Stunden Auberginen und dann war unser Farmeinsatz beendet. Der Farmer verabschiedete sich zwar von uns, bedankte sich aber mit keinem Wort für unseren Arbeitseinsatz auf seiner Farm. Ein wenig enttäuschend. Aber davon ließen wir uns den Abend nicht vermiesen. Wir bereiteten ein Barbecue für die beiden Neuankömmlinge auf unserer Veranda vor und tauschten viele lustige Reisegeschichten aus.
Wir freuen uns schon auf morgen, wenn wir mit Mihad eine Angeltour machen.

14.03.

Letzte Besorgungen in der Stadt!
Eigentlich wollten wir heute Vormittag noch unsere fehlenden zwei Stunden auf der Farm ableisten, um unsere 20 Wochenstunden abzuschließen, aber als uns auffiel, dass die Geschäfte samstags in Perth schon um 17 Uhr schließen, entschieden wir uns, erst einkaufen zu fahren, denn uns fehlten noch einige wichtige Ausrüstungsgegenstände für unseren Landcruiser.
Als wir unserem Farmer nochmal daran erinnerten, dass wir am Sonntag schon abreisen wollten, wurde er ziemlich panisch. Wir hatten ihm zwar bereits bei unserer Ankunft mitgeteilt, dass wir nur eine Woche auf der Farm bleiben wollten, aber davon wollte er nun nichts mehr wissen. Er wurde sogar etwas unfreundlich und sagte, dass er uns gar nicht erst genommen hätte, wenn er gewusst hätte, dass wir nur eine Woche bleiben. Ich erklärte ihm noch mal, dass ER uns schließlich über die Plattform kontaktiert hatte und ich auf unserem Profil deutlich auf die Woche hingewiesen hatte. Das habe er wohl überlesen, erklärte er. Sehr unerfreulich. Schließlich erklärten wir uns bereit, noch einen Tag länger zu bleiben, um beim Pflücken der Auberginen zu helfen.
Dann konnte es endlich losgehen.
In Perth kauften wir einiges ein, um das Äußere des Autos etwas aufzuwerten, im Baumarkt einen Kompressor, um die Reifen wieder aufzufüllen, wenn man Luft daraus ablassen musste, um damit auf Sand fahren zu können. Zum Schluss statteten wir Ikea noch einen Besuch ab. Wir fühlten uns schon fast wie in Deutschland, als wir durch das Möbelhaus schlenderten, um unser Auto mit praktischen Kisten und Küchenkram auszustatten.

13.03.

Installationen
Nach unserem Gewächshauseinsatz sind wir heute richtig gut beim Ausbau unseres Landcruisers vorangekommen. Zuerst mussten wir aber eine Schwierigkeit lösen: die Dachträger saßen noch nicht optimal auf dem Dach und mussten anders justiert werden. Auf ihnen lastet nämlich nicht nur das 70 Kilo Zelt, sondern auch unser Gewicht, wenn wir darin schlafen. Da wir nur zu zweit waren und das Dachzelt kaum angehoben bekamen, musste eine andere Lösung her. Schnell kam Johannes auf die Flaschenzugidee. An einem stabilen Baum befestigten wir an einem hohen Ast den Flaschenzug, den wir bei unserem Farmer im Schuppen gefunden hatten, mit einer Schlinge. Eine weitere damit verbundene Schlinge befestigten wir an dem Zelt. So konnte ich problemlos mit einer Hand das 70 Kilo Zelt hochziehen und wieder herunterlassen. Immer wieder musste gemessen, ausprobiert und nachjustiert werden. Insgesamt waren wir drei Stunden damit beschäftigt, das Dachzelt sicher auf dem Dach und den Dachträgern zu befestigen. Wir waren ganz schön erleichtert, als wir mit dem Projekt endlich fertig waren.
Danach mussten wir uns um die Verkabelung kümmern, denn sowohl die Zusatzscheinwerfer mussten noch verkabelt werden genauso wie die Zusatzbatterie für den Kühlschrank. Es dauerte eine Weile, bis wir die Kabeldurchführung vom Motor in den Innenraum gefunden hatten und die Kabel nicht sichtbar durch das Auto nach hinten verlegen konnten. Als sowohl die Scheinwerfer leuchteten als auch die Batterie Saft hatte, beendeten wir ziemlich zufrieden unser Projekt für heute. Allerdings nicht ohne noch einmal unser Dachzelt getestet zu haben. Schneller als gedacht war es aufgeklappt und mit wenigen Handgriffen aufgebaut. Was für ein Gefühl, so hoch oben zu liegen und eine tolle Aussicht zu genießen. Die bequeme Memoryschaumzusatzmatratze ist wirklich sehr komfortabel. Wir können es kaum erwarten, mit unserem Fahrzeug endlich auf Expedition zu gehen.

12.03.

Beginn der Ausbauarbeiten
Wer hätte gedacht, dass so ein Gewächshaus so viel Arbeit bereitet. Heute mussten wieder verdorrte Auberginenpflanzen heruntergeschnitten und herausgerissen werden. Mit den anschließenden Aufräumarbeiten waren wir vier Stunden beschäftigt, obwohl es nur vier Reihen waren.
Danach konnte endlich unser Toyotaausbau starten, nachdem wir gestern verschiedene Teile dafür eingekauft hatten. Zuerst kümmerten wir uns um die riesigen Titanschubladen, die uns im Heck des Autos als Stauraum dienen sollen. Da sie eigentlich für eine neuere Auflage des Landcruisers gebaut wurden, mussten wir noch ein paar Anpassungen vornehmen. Danach haben wir den Rammschutzbügel abmontiert und wieder gerade gebogen. Zum Schluss befestigten wir daran noch zwei Zusatzscheinwerfer, die sich optisch ganz gut an unserem neuen Gefährt machen.
Abends gab es frisch aus dem Gewächshaus gepflückte Auberginen vom Grill.

11.03.

Campingausrüstung
Nach 4,5 Stunden fleißiger Farmarbeit wurde es wieder unerträglich heiß im Gewächshaus und wir beendeten unseren Einsatz für heute. Gut, dass  wir schon um 7 Uhr begonnen haben, ansonsten wäre die Hitze unerträglich.
Heute mussten wir ein altes Gewächshaus ausmisten und sämtliche verdorrten Pflanzen herunterschneiden und zum Kompostplatz bringen. Eine staubige und schweißtreibende Angelegenheit. So ein Gewächshaus ist deutlich größer als es von außen aussieht 😉
Dann fuhren wir in die Stadt zum 4wd Supercentre, wo wir uns Campingausrüstung kaufen wollten. Hier bekommt man nämlich an sich alles, vom Dachzelt über Scheinwerfer fürs Auto und Solarplatten. Allerdings zeigten sich auch hier die Auswirkungen des Coronavirus, denn der Laden hatte kaum mehr etwas auf Vorrat. Viele der Dinge, die wir unbedingt brauchten, wie zum Beispiel das Dachzelt, waren längst ausverkauft. Die Container mit Ladung  wurden schon länger wegen der Quarantäne festgehalten und auch die Produktion ist deutlich beeinträchtigt. Da uns noch weitere wichtige Komponenten fehlten, fuhren wir zum nächsten 4wd Supercenter. Dort bekamen wir wenigstens ein paar Dinge. Nach wie vor fehlte uns jedoch das Dachzelt. Wirklich ärgerlich. Man sagte uns, es könne entweder 10 Tage oder einen Monat dauern, bis die nächsten Dachzelte ankämen. Deutlich zu lang für uns, da wir unsere Reise sobald wie möglich starten wollen. Also machten wir uns im Internet auf die Suche nach einem gebrauchten Zelt und wurden fündig. Einige wenige waren inseriert. Bei einem konnten wir sofort vorbeikommen, um uns das Zelt anzuschauen. Es war sogar ein deutlich besseres Zelt als das, was wir eigentlich kaufen wollten. Ursprünglich hatte es mal 2500$ gekostet und sollte nun für 850$ verkauft werden, da das Paar mit einem kleinen LKW für 1,5 Jahre auf Weltreise gehen will und es nun nicht mehr braucht. Was uns besonders freute ist, dass sie zusätzlich zu der standardmäßigen relativ dünnen Matratze auch noch eine extra Memoryschaummatratze gekauft hatten. Sie gaben uns noch unglaublich viele andere Campingausrüstungssachen mit, da sie sie nicht mehr brauchten. Was für ein Glück für uns.
Wir waren ca. drei Stunden bei den beiden, denn es dauerte eine Ewigkeit, das 70 Kilo schwere Zelt von einem Autodach aufs andere zu bekommen. Denn dafür mussten die Dachgepäckträger exakt eingestellt sein, um mit der Aufnahme des Zelts übereinzustimmen. Da es inzwischen schon völlig dunkel war, war diese Aufgabe gar nicht so einfach. Um 22:30 rollten wir dann als stolze Besitzer eines wirklich hochwertigen Dachzeltes von ihrem Hof. Der Rückweg durch die Dunkelheit gestaltete sich sehr abenteuerlich. Eigentlich soll man, sobald es dunkel ist, in Australien nicht mehr mit dem Auto fahren, da die Kängurus einem gerne vors Auto springen. Wir hatten jedoch keine Wahl. Also tuckerten wir mit ca. 60 km/h herum, da ca. alle 200m ein Känguru unmittelbar am Straßenrand stand.
Ziemlich erledigt kamen wir gegen Mitternacht wieder auf der Farm an und wurden auch dort von zwei Kängurus begrüßt, die vor unserer Veranda herumhüpften.

10.03.

Dritte und vierte Autobesichtigung
Nachdem wir gestern so viel gearbeitet hatten, haben wir uns heute einen Tag frei genommen, um ein paar Autos zu besichtigen. Netterweise durften wir uns dafür das Auto von der Farm ausleihen, da wir ansonsten ziemlich im Nirgendwo festgesessen hätten. Unsere erste Besichtigung führte uns zu einem Toyota Landcruiser an der Küste. Dieser war allerdings in einem ganz anderen Zustand, als die Fotos vermuten ließen. Er hatte einen kompletten Hagelschaden, der in der Anzeige nicht erwähnt wurde und war auch extrem verschrammt. An den Stellen, die noch heil waren, schälte sich der Klarlack ab, wie bei vielen älteren Autos in Australien, die durch die extreme Sonneneinstrahlung große Lackschäden davontragen im Laufe der Jahre. Von innen sah er nicht besser aus. Ziemlich enttäuscht über diese Zeitverschwendung fuhren wir vor dem nächsten Besichtigungstermin zum Supermarkt. Dort machten große Schilder darauf aufmerksam, dass man wegen der erhöhten Nachfrage pro Einkauf nur eine Packung Toilettenpapier und Desinfektionsmittel kaufen dürfe. Natürlich waren vormittags um 10 längst alle Regale geplündert und es gab weder das eine noch das andere. Wirklich verrückt, wenn man bedenkt, dass es hier in diesem riesigen Land gerade einmal 120 Coronafälle gibt. Beim nächsten Termin trafen wir auf Miad, den Verkäufer, der gerade erst von seinem Angeltrip zurückgekommen ist und uns sein großes Boot und seinen beeindruckenden Fang zeigte. Er war uns auf Anhieb sehr sympathisch. Sein Auto, wieder ein Toyota Landcruiser, ist zwar schon 20 Jahre alt, aber dafür perfekt gewartet und für einen sehr vernünftigen Preis zu haben. Da Miad Automechaniker ist, hat er das Auto mehr als perfekt gewartet und noch sämtliche Reparaturen vor dem Verkauf durchgeführt. Die Probefahrt überzeugte uns vollends. Was für ein Fahrgefühl, in diesem riesen Schiff herumzufahren. Damit werden wir wohl keine Probleme haben, wenn die Strecke mal querfeldein oder über den Strand geht. Da das Auto in so einem guten Zustand ist, störten uns auch die 300.000 Kilometer nicht, die er schon auf dem Tacho hat. Er wird zwar ca. 15 Liter Benzin auf 100 Kilometer schlucken, da der Sprit hier aber nur halb so viel kostet wie in Deutschland ist es nicht teurer als würden wir Zuhause einen Golf fahren. Später erzählte uns Miad, dass er für einige Jahre in Deutschland war, um dort Maschinenbau zu studieren. Er hat einen mobilen Werkstattwagen in seiner Einfahrt stehen, mit dem er zu den Kunden fährt, wenn er nicht gerade angelt. Besser hätten wir es nicht treffen können. Er führte noch einen kompletten Service für uns durch, wechselte das Öl und die Bremsbeläge. Der Autokauf in Australien ist ähnlich unkompliziert wie in Neuseeland. Hier wird der Kaufvertrag per Post an die zuständige Behörde geschickt und das wars schon.
Miad schenkte uns den von ihm frisch gefangenen Riesenhummer und versprach uns, uns auf seinem Boot zum nächsten Angelausflug mitzunehmen.
Überglücklich darüber, dass wir nun endlich ein tolles Fahrzeug für unser Westaustralien-Abenteuer gefunden haben, machten wir uns auf den Nachhauseweg. Nachdem die französischen Backpacker gestern abgereist sind, haben wir das Haus für uns alleine und genießen die völlige Ruhe auf der Farm und dass wir für einige Tage erst einmal an einem Ort bleiben. Außerdem beobachten wir gespannt, wie sich die drei süßen Katzenkinder bei uns im Haus entwickeln. Sie werden jeden Tag aufmüpfiger und abenteuerlustiger.

09.03.

Erster Arbeitstag
Heute war unser erster Arbeitseinsatz auf der Farm. Da es hier aktuell um die 34 Grad heiß wird, ist es sinnvoll, sich nur vormittags in den Gewächshäusern aufzuhalten, weil es dort mittags viel zu heiß wird. Deshalb starteten wir heute um 8 Uhr. Immer sonntags und montags ist Auberginenpflücktag. Wir bekamen erklärt, dass man weder zu kleine noch zu große Auberginen pflücken darf und wie man sie genau abschneidet. Mit einem kleinen Pflückwagen, auf dem man bequem sitzen und hin- und herrollen konnte, ging es dann durch die Gewächshäuser. Wir haben zu viert in zwei Stunden 50 Kisten gepflückt. Anschließend dauerte es zwei Stunden, bis wir sie nach Größe sortiert, mit einem Klebeetiket gekennzeichnet und in 8kg Boxen für den morgigen Markt verpackt hatten. Dort verkauft unser Farmer die Waren an Gourmetküchen und Großhändler. Die kleinen Auberginen bringen am meisten Geld, während die großen eher unbeliebt sind.
Nach einer entspannten Mittagspause wollten wir noch weiter arbeiten, um möglichst viel von unseren insgesamt 20 zu leistenden Wochenarbeitsstunden abzuarbeiten, da wir morgen noch einige Autos besichtigen wollen und einen Tag frei brauchen. Zum Glück ist unser Farmer so nett und leiht uns sein Auto, um zu den Besichtigungen zu fahren, da wir hier auf der Farm mitten im Nirgendwo sind und sonst keine Chance hätten, ein Auto zu finden.
Nach weiteren 2,5 Stunden im Gewächshaus, wo wir alte Auberginenpflanzen abschnitten, hatten wir dann auch genug bei der Hitze. Vor allem eine Begegnung sorgte für eine große Schrecksekunde: als ich einen großen Haufen Blätter wegfegen wollte, dachte ich zuerst, eine Schlange entdeckt zu haben, da ich zunächst nur die schuppige Haut des Schwanzes sah. Zum Glück war es nur eine völlig harmlose Tannenzapfenechse. Hochgeschreckt von unseren Aufräumarbeiten flüchtete sie aus dem Gewächshaus, wo der Hund des Hauses sie skeptisch beäugte.
Abends hatten wir ein tolles Barbecue auf unserer Terrasse mit schönem Sonnenuntergang.

08.02.

Zweite Autobesichtigung
Nachdem uns das Auto gestern leider gar nicht überzeugt hatte, machten wir uns auf den Weg zu einer weiteren Besichtigung. Heute war ein Nissan Patrol an der Reihe. Das Auto hatte nur 166.000 Kilometer gelaufen und wurde für einen akzeptablen Preis angeboten. Wir wussten im Vorfeld, dass es eine kleine Reparatur nötig hatte, denn das Abgasrückführungsventil (AGR Ventil) war laut Besitzer kaputt, was sich jedoch für wenig Geld beheben lässt. Je mehr wir uns das Auto ansahen, desto mehr waren wir davon überzeugt, dass das Auto ein größeres Motorproblem hatte, denn gerade erst war der Turbo und das AGR ausgetauscht worden. Dennoch kam keine Leistung, wenn man aufs Gaspedal trat. So gut uns der Nissan Patrol auch gefiel, leider mussten wir uns dagegen entscheiden. Wir fürchteten, dass man uns in der Werkstatt erzählen würde, dass es sich bei dem Problem um keine Kleinigkeit handeln würde. Zumal der Verkäufer auch nicht auf alle unsere Fragen plausible Antworten hatte und plötzlich statt 10.000 nur noch 7500$ wollte, wenn wir es sofort mitnehmen würden. Als wir uns gerade verabschiedeten und er das Auto wieder in der Einfahrt parken wollte, setzte er zurück, übersah das kleine Auto, was erst kürzlich hinter ihm geparkt hatte, und fuhr den Patrol dort hinein. Dem Nissan war nichts anzusehen, das kleine weiße Auto sah jedoch sehr lädiert aus. Jetzt tat der Verkäufer uns fast schon leid.
Dann ging es zur Farm. Eigentlich wollten wir unseren Aufenthalt dort nutzen, um ein Auto in ein outbackfähiges Gefährt umzubauen, aber leider mussten nach unseren erfolglosen Besichtigungen erst einmal ohne jedes Auto aufkreuzen. Der Farmer Warren holte uns am Bahnhof ab und brachte uns auf seine Farm irgendwo im Nirgendwo, ca. eine Stunde von Perth entfernt. Dort werden wir 20 Stunden pro Woche auf seiner Auberginenfarm helfen und dort Unterkunft, Verpflegung und Werkzeuge für unser Auto bekommen. Wir wohnen in einem separaten Haus, mit anderen Backpackern, welches allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen ist. Angst vor Spinnen darf man auch nicht haben, da es hier in Hausnähe die giftige Rotrückenspinne gibt. Immerhin ist sie nicht aggressiv. Was uns sehr erfreute ist, dass die Farmkatze ganz frisch Nachwuchs bekommen hat und uns mit drei unglaublich süßen kleinen Kätzchen überraschte, mit denen wir spielen konnten. Die beiden französischen Backpacker, die dort mit uns wohnen, führten uns über das Farmgelände. Dort sahen wir zwischen den Bäumen der Mangoplantage einige Kängurus herumhüpfen.

07.03.

Erste Autobesichtigung
Obwohl wir im Vergleich zu Melbourne in Perth nur 3 Stunden hinterherhinken, machte sich der Jetlag bei uns ziemlich deutlich bemerkbar. Wir waren morgens schon um 6 wach und standen bereits vor Öffnung des Supermarkts vor seinen Pforten und warteten sehnlich darauf, dass er endlich um 8 Uhr aufmachte, damit wir uns was zum Frühstücken kaufen konnten. Das ist uns so auch noch nicht passiert 😉 unser Weg führte uns heute zuerst in einen Kiteladen, wo wir uns über sämtliche Kitespots in der Umgebung informierten. Das, was wir erfuhren, klang wirklich sehr verlockend, es gibt nämlich unglaublich viele Flachwasserspots an der Westküste.
Anschließend machten wir uns auf den Weg zur ersten Autobesichtigung. Da eine 10 wöchige 4×4 Automietung uns mit Versicherung über 7000€ gekostet hätte, lohnt sich der Autokauf auf jeden Fall, auch wenn damit natürlich ein wenig Aufwand verbunden ist. Der Markt tickt hier auch ganz anders als  in Neuseeland. Deshalb müssen wir uns hier wieder ganz neu einlesen und orientieren. Hier kostet der Diesel zum Beispiel um die 10 cent mehr pro Liter als Benzin, wobei er mit 0,80 € pro Liter immer noch viel günstiger ist als in Deutschland. Der Nissan Navara, den wir uns ansahen, war allerdings ein Flopp. Wenig von dem, was in der Anzeige stand, traf zu. Wir entdeckten ein Öl- und Wasserleck, von dem der Besitzer angeblich nichts wusste. Danach suchten wir erst gar nicht nach weiteren Problemen, denn wir waren uns sicher, dass das Auto nicht in Frage kommt, denn es war auch sonst in einem heruntergekommenen Zustand. Wirklich ärgerlich, das war ziemliche Zeitverschwendung. Danach suchten wir online weiter nach potenziellen Autos.
Abends haben wir eine gemütliche Pizzeria mit richtig leckeren Pizzen gefunden.

06.03.

Auf nach Perth
Nach dem vielen Regen schien heute wieder die Sonne und wir konnten vormittags trockenen Fußes durch Melbourne laufen. Dummerweise wurde unsere Flugzeit um zwei Stunden nach hinten verschoben, sodass wir ziemlich lange am Flughafen auf unseren Flug nach Perth warten mussten, da unser Mietauto zur regulären Zeit abgegeben werden musste.
Nach drei Flügen innerhalb von sieben Tagen freuen wir uns darauf, bis Mitte Mai nicht mehr fliegen zu müssen, da wir die nächsten 10 Wochen in Westaustralien verbringen wollen und das ständige Packen und Fliegen doch mit viel Stress verbunden ist.
Nach über 4 Stunden Flug landeten wir in Perth und obwohl es schon 20 Uhr war, war es noch ziemlich warm. Morgen schauen wir uns hier das erste Auto an und hoffen, dass es in einem super Zustand ist, um uns die nächsten 10 Wochen durch Westaustralien zu begleiten. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir eher wieder einen Camper kaufen wollen, der auf jeden Fall mehr Comfort bedeutet hätte, oder aber ein 4×4 Fahrzeug. Wir haben uns für Letzteres entschieden, da wir so flexibler sind und auch an abgelegene Orte und vor allem Kitespots kommen können. Auch für Australien gibt es eine Facebookgruppe Autoverkaufsgruppe, über die schon ausgestattete Geländewagen angeboten werden, allerdings sind viele der ehemaligen Backpackerautos in einem miserablen Zustand, überteuert und haben weit über 300.000 Kilometer auf dem Tacho. Deshalb haben wir über das australische Ebay, das hier „Gumtree“ heißt, nach Autos Ausschau gehalten. Damit wir mit dem 4×4 campen können, brauchen wir allerdings für unser Outback-Abenteuer noch einiges an Ausstattung, vor allem ein Dachzelt, Solaranlage und eine gute Kühlbox. Um diese Dinge installieren zu können, werden wir ab Sonntag wieder für eine Woche auf einer Farm wohnen und arbeiten, wo wir Strom und Werkzeug bekommen. Wir sind schon sehr gespannt, wie sich unser nächstes Projekt entwickelt 🙂

05.03.

Great Ocean Road Teil 2
Zum Glück hatten wir uns den schönsten Teil der Great Ocean Road gestern angesehen, denn heute regnete es und es war so neblig, dass wir nicht einmal das Meer sehen konnten. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der Nebel wieder lichtete. Wir stoppten auf dem Rückweg noch am Café Koala, denn wir hatten gehört, dass man dort in der Nähe häufig Koalas antrifft. Wir brauchten nur wenige Meter des Waldweges zu gehen und schon sahen wir zwei Koalas, die im Eukalyptusbaum saßen. Der eine schlief und rührte sich gar nicht, während der andere Koala sehr agil hin und her kletterte, um sich ganze Äste mit leckeren Eukalyptusblättern herüberzuziehen. Er ließ sich nicht von uns stören. Wirklich süß, diesen kleinen Kerl aus nächster Nähe sehen zu können. Außerdem sahen wir noch einige sehr farbenfrohe Papageien in rot und grün, die laut herumschrien.
Anschließend ging es dann noch zu einem Leuchtturm, von wo wir einen guten Ausblick auf die Küste hatten.
Dann ging es zurück nach Melbourne.
Es war eine ziemliche Herausforderung, den Mietwagen in der Rushhour durch die 5 Millionen-Einwohner-Stadt zu lenken. Wirklich stressig, wir waren froh, als wir ihn im Parkhaus abstellen konnten 😉
Da es ziemlich stark regnete fiel unser Aufenthalt in der Stadt ein wenig ins Wasser, allerdings haben wir uns trotzdem das ein oder andere ansehen können.

04.03.

Great Ocean Road
Der zweite Teil der Great Ocean Road von Apollo Bay bis Bay of Islands ist das eigentliche Highlight der Küstenstraße wegen der eindrucksvollen Felsformationen.
In der Nähe unserer Unterkunft besuchten wir einen hochgelegenen Aussichtspunkt, von wo aus wir die gesamte Apollo Bay sehen konnten.
Anschließend fuhren wir zum Cape Otway Leuchtturm hinab, wo wir den After hours Weg bis zur Steilküste gingen. Sofort fiel uns das Schlangenwarnschild zu Beginn des Weges auf. Allerdings waren wir nicht allzu sehr beunruhigt, da ich vor 9 Jahren schon einmal in Australien an der Ostküste unterwegs war und damals in den 6 Wochen keiner einzigen Schlange begegnet bin. Als wir schon wieder zum Auto zurückkehrten, schlängelte sich plötzlich eine ca. ein Meter lange braun gelbe Schlange über den Weg. Wie erstarrt blieben wir stehen. Als sie uns sah, verharrte sie kurz, setzte ihre Reise aber dann glücklicherweise schnell fort und verschwand im Gebüsch. Leider zu schnell, um ein Foto zu machen. Als wir die Schlange der Mitarbeiterin am Infostand beschrieben, identifizierte sie diese als aggressive und giftige Tigerschlange. Da haben wir wohl noch mal Glück gehabt.
Nach dieser Begegnung stoppten wir an DEM typischen Wahrzeichen der Great Ocean Road: den Twelve Apostels. Dabei handelt es sich um (mittlerweile nur noch) 8 Felsen, die durch die Erosion des Meeres entstanden. Von einer der Felssäulen, die im Laufe der Jahre umgekippt ist, waren nur noch die Grundrisse erkennbar. Ein wirklich beeindruckender Anblick diese Felsen im tosenden Meer stehen zu sehen. Die Wellen kommen hier mit wahnsinniger Kraft an und manchmal spritzt die Gischt bis hoch auf die Felsen.
Lange genießen konnten wir die Twelve Apostels allerdings nicht, dafür war es wirklich zu voll. Ca. einen Kilometer vor den ganzen Sehenswürdigkeiten war links und rechts der Grasstreifen abgesperrt, damit dort niemand parkt. Wir wunderten uns über diese Maßnahme, da der große Parkplatz doch völlig ausreichte für die Besucherzahl. Ein Bauarbeiter erklärte uns, dass auf der Great Ocean Road nur deshalb zurzeit verhältnismäßig wenig los sei, weil Australien aktuell keine Chinesen wegen des Corona Virus einreisen lasse. Diese würden den Großteil der Besucher ausmachen. Sehr praktisch für uns.
An den anderen sehenswerten Stationen war zum Glück deutlich weniger los. So konnten wir uns in Ruhe die London Bridge, die Grotte und die Bay of Island anschauen. Dort sahen wir einen Ameisenigel, der richtig lustig aussah mit seinem langen Schnabel. Auf dem Rückweg sahen wir auch zahlreiche Kängurus, die am Straßenrand saßen und grasten.

03.03.

Flug nach Melbourne
Nach drei schönen Tagen in Sydney sind wir heute nach Melbourne aufgebrochen. Dafür mussten wir mit unserem ganzen Gepäck mitten im morgendlichen Berufsverkehr kreuz und quer ca. 1 Stunde durch Sydney zum Flughafen fahren und auch noch umsteigen. Ganz schön stressig. Als wir am Flughafen feststellten, dass hier zum ersten Mal die Handgepäckstücke gewogen werden, waren wir ein bisschen in der Bredouille, denn bisher hat auf unserer gesamten Weltreise noch niemand das Gewicht des Handgepäcks kontrolliert, worauf wir uns auch dieses Mal verlassen hatten. Es kam wie es kommen musste: der Mitarbeiterin der Airline fiel auf, dass unser Gepäck zu schwer war. Da wir zum Glück unser reguläres Aufgabegepäck im Vorfeld mit 25 kg dazugebucht hatten, obwohl es nur 22 Kilo wog, war sie gnädig, drückte ein Auge zu und wir konnten nach einigen Umpackversuchen ein weiteres Handgepäckstück aufgeben. In Melbourne haben wir direkt unseren Mietwagen, der erst 400 km auf dem Tacho hatte, in Empfang genommen, um die Great Ocean Road zu erkunden, die sich 243 km an der Südküste zwischen Torquay und Allansford entlang schlängelt.
Die raue Küste, das laute Meerrauschen, die hohen Wellen und der bewölkte Himmel erinnerten uns ein bisschen an den Küstenstreifen Big Sur in Kalifornien, wobei die Great Ocean Road doch deutlich spektakulärer ist. Als wir an einem langen Steg ausstiegen, der weit hinaus aufs Meer führte, sahen wir direkt unter uns einige Rochen. Einer davon war wirklich riesig. Außerdem machten einige weiße Papageien mit gelbem Kamm mit viel Geschrei auf sich aufmerksam.
Abends kamen wir dann ziemlich müde in unserer gemütlichen Unterkunft in Apollo Bay an und freuten uns auf einen entspannten Abend und kochten uns erst einmal was.

02.03.

Sydney Fischmarkt und Manly Beach
Bei heißen 32 Grad führte unser erster Weg heute zum Fischmarkt von Sydney, wo wir in einer großen Markthalle sämtliche Fischspezialitäten bestaunen konnten.
Bei unseren Recherchen, was man sich in Sydney unbedingt ansehen sollte, sind wir außerdem auf Manly Beach gestoßen. Dort gibt es das Meeresschutzgebiet Shelly Beach, wo man hervorragend schnorcheln kann. Mit unserer Schnorchelausrüstung im Gepäck nahmen wir dann die Fähre nach Manly. Vom Wasser aus hatten wir eine tolle Aussicht auf das Opernhaus, die Skyline Sydneys und auf die Harbourbridge. Vom Shelly Beach konnte man einfach vom Strand aus in die atemberaubende Unterwasserwelt abtauchen. Wir hatten eine wirklich gute Sicht. Wir konnten so viele Meerestiere beobachten wie bei kaum einem anderen Tauchgang. Höchstens Big Corn Island in Nicaragua kann da unserer Meinung nach bisher mithalten. Besonders begeistert hat uns ein bestimmter Meeresbewohner, den wir vorher noch nie mit eigenen Augen gesehen hatten: Der Fiddler Rochen. Unter wogenden Seegras versteckt sahen wir einige dieser Rochen. Ihre Schwänze ragten weit aus ihrem Versteck hinaus. Wir waren zwischenzeitlich von großen Fischschwärmen umgeben und sahen auch den blauen Groper, ein ziemlich großer Fisch, der durch seine leuchtende blaue Farbe aus der Unterwasserwelt hervorstach. Überhaupt leuchteten die ganzen Rifffische in den schillerndsten Farben. Ein wirklich lohnender Ausflug.
Am späten Nachmittag, als wir noch in der Sonne am Strand lagen, fegte plötzlich ohne Vorwarnung ein sehr böiger Sturm über den Strand und kündigte eine nahende Wetterfront an. Schnell packten wir die Sachen und machten uns mit der Fähre wieder auf den Rückweg.
Zurück in unserer Unterkunft mussten dann wieder die Rucksäcke gepackt werden, denn morgen gehts schon nach Melbourne.

01.03.

Bondi Beach
Heute lockte uns das tolle Wetter an den Strand. Bei 30 Grad und Sonnenschein machten wir uns auf den Weg zum Bondi Beach, einer der berühmtesten Strände Australiens, mit großen Wellen und weißem Sandstrand. Da heute Sonntag war, war es dort ganz schön voll und das Wasser war voller Surfer. Wir gingen einen Teil des Küstenwanderwegs Richtung Bronte Beach. Von dort hatten wir eine gute Aussicht auf die faszinierenden Felsformationen, das türkisblaue Wasser und auf die Surfkünste der Wassersportler. Außerdem haben wir ein richtig spektakuläres Schwimmbad gesehen: Bondi Iceberg Club
Dabei handelt es sich um einen offenen Meerwasserpool mit 50m Bahnen. Das Becken ist so nah am Meer gebaut, dass von Zeit zu Zeit die Wellen so hoch schlagen, dass sie in das Becken hinein schwappen.
Anschließend stürzten wir uns selbst in die erfrischenden Fluten.
Auf dem Rückweg stoppten wir an der berühmten Eisdiele „Cow and the Moon“, die in Italien als weltbeste Eisdiele ausgezeichnet wurde. Vor allem das Pistazieneis ist sehr zu empfehlen. Den Abend verbrachten wir entspannt mit Barbecue auf der Dachterrasse.

29.02.

Auf nach Sydney!
Nach einer kurzen Nacht ging heute Morgen schon um 7 unser Flug nach Sydney. Noch nie waren wir so schnell nach der Landung wieder aus dem Flughafen raus. Bei der Passkontrolle war gar nichts los und unser Gepäck lag sogar schon auf dem Band. Ziemlich unkompliziert. Allerdings fiel uns auf, dass sich die Stimmung am Flughafen seit dem Coronavirus geändert hat. Überall standen Schilder herum, die auf Symptome der Krankheit aufmerksam machten, es gab extra „Biosecurity Personal“, das mit Mundschutz und Handschuhen aufmerksam die Ankommenden musterte. Einige Asiaten saßen sogar mit Mundschutz und Gummihandschuhen in unserem Flieger. Gespenstische Atmosphäre.
In Sydney erwartete uns super Wetter und eine richtig tolle Unterkunft, wo wir zum Glück sogar schon drei Stunden vor der offiziellen Zeit einchecken konnten. Direkt gegenüber haben wir ein riiiesen Einkaufszentrum mit vielen Spezialgeschäften für alles Mögliche. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass es hier sogar eine Aldi Filiale gab mit vielen deutschen Produkten. Dass die Alkoholpolitik hier deutlich strikter ist, bemerkten wir daran, dass es keinerlei Alkohol im regulären Supermarkt gibt, sondern nur in extra „Liquorshops“ und man das Bier in einer braunen Papiertüte überreicht bekommt, da man alkoholische Getränke noch nicht einmal in der Öffentlichkeit zeigen darf.
Wir konnten es kaum erwarten, uns die Stadt anzusehen. Es war ganz schön was los und wir schauten uns zunächst das Opernhaus, den Botanischen Garten und die Harbour Bridge an. Im Hafen legten gerade noch zwei riesige Kreuzfahrtschiffe an.
Abends bereiteten wir uns dann auf der tollen Dachterrasse unserer Unterkunft mit schöner Aussicht auf die Skyline Sydneys ein paar Burger auf dem Gasgrill zu.